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Bundesrat Alain Berset an einer Medienkonferenz ueber neue Massnahmen betreffend der Coronavirus-Pandemie (COVID-19), am Mittwoch, 1. Juli 2020, im Medienzentrum Bundeshaus in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Der Bund zögerte, die Kantone zögerten. Jetzt griff Gesundheitsminister Alain Berset durch. Bild: keystone

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Wie die Maskenpflicht zur heissen Kartoffel wurde

Die Schweiz startet in die Sommerferien mit einer Maskenpflicht. Der Bundesrat korrigiert damit das gefährliche Zögern seiner eigenen Politik.



Die Schweiz startet nun also doch mit einer Maskenpflicht in die heisse Sommerphase. Der Bundesrat hat gestern Mittwoch entschieden, dass Schutzmasken im öffentlichen Verkehr getragen werden müssen.

Der Bundesrat zieht damit die Reissleine im Masken-Streit, der sich in den vergangenen Wochen zunehmend zuspitzte. Die Frage nach einer Pflicht für den öffentlichen Verkehr wurde zunehmend zur «heissen Kartoffel», die niemand abschliessend beantworten wollte.

März: Masken-Streit wegen fehlender Masken

Angefangen hatte der Masken-Streit in der Schweiz zu einem frühen Zeitpunkt der Pandemie, als die Hygienemasken fast schon zum Dauerthema an den Pressekonferenzen mit dem damaligen «Mr. Corona» Daniel Koch wurden.

Daniel Koch, Leiter Abteilung uebertragbare Krankheiten, im Bundesamt fuer Gesundheit BAG informiert ueber die neuen Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus am Freitag, 28. Februar 2020 in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Der damalige «Mr. Corona» Daniel Koch an einer Pressekonferenz am 28. Februar 2020. Bild: KEYSTONE

Dabei war schon damals den meisten klar, dass Masken einen gewissen Schutz vor Atemwegserkrankungen wie dem Coronavirus bringen. Das stand im Pandemieplan des Bundes so, das erkannte man auch bei der Erarbeitung der Schutzkonzepte, die in gewissen Situationen eine Maskenpflicht vorsahen. Zudem zeigte die Wissenschaft in zahlreichen Studien auf, dass eine Schutzmaske mehr bringt als keine.

Der Bund zögerte aber, auch weil die Schweiz für eine nationale Maskenpflicht gar nicht über die nötigen Lagerbestände verfügte. Die Behörden reagierten zwar rasch und korrigierten diese unzureichende Vorbereitung durch Zukäufe und die Beschaffung zweier Maskenproduktionsmaschinen. Die erhoffte Massenherstellung verzögerte sich aber über Monate, weil Schweizer Konstrukteure nicht so schnell die 1,7 Millionen Franken teuren Maschinen aus China zum Laufen bringen konnten.

Das mag die Verantwortlichen verärgert haben – sie hatten aber zunächst Glück: Mit sinkenden Fallzahlen im Mai und Juni stellte sich schlicht die Frage nach den Masken nicht. Es wurde gar gespottet, dass die Maskenproduktionsmaschinen erst dann funktionieren werden, wenn sie gar nicht mehr benötigt werden.

Juni: Kantone wollen keine Maskenpflicht

Die Maskenpflicht-Frage rückte auf politischer Ebene in den Hintergrund. So hiess es in einem internen Dokument am 16. Juni, dass der Bundesrat kein generelles Maskenobligatorium im öffentlichen Verkehr fordere und die Kantone das «richtig» fänden. Im gleichen Absatz wurden aber zwei Forderungen an den Bundesrat deponiert, sollten die Fallzahlen wieder ansteigen:

  1. Der Bund soll die Kantone konsultieren, wenn er eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr zu Stosszeiten anordnen will
  2. Der Bund soll seine «angedachte Strategie» zur Maskenpflicht offenlegen, insbesondere zur Frage, ab wie vielen Neuansteckungen eine solche Pflicht als «sinnvoll» erachtet wird
Bild

So äusserten sich die Kantone am 16. Juni 2020 zur Masken-Frage, als der Bundesrat eine Maskenpflicht in der «besonderen Lage» ablehnte. dokument: gdk, markierungen: watson

Was niemand hoffen wollte, passierte dann Ende Juni: Die Fallzahlen stiegen an. Und sie steigen weiter, ausgelöst durch «Superspreading»-Events in mehreren Clubs, Pubs und sogar Schulen, die hunderte Quarantänen zur Folge hatte.

Juli: Kantonsregierungen drücken sich vor Sitzung

Bundesrat Alain Berset, links, und Regierungsrat Lukas Engelberger, Regierungsrat CVP-BS, Praesident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und-direktoren (GDK), erscheinen zu einem Point de Presse ueber das weitere Vorgehen zur Bekaempfung der Covid-19 Pandemie, am Montag, 29. Juni 2020, in Bern. Berset traf sich heute Nachmittag mit Kantonsvertretern zu Gespraechen. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Bundesrat Alain Berset und oberster Schweizer Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger am vergangenen Montag. Bild: keystone

Diese Entwicklung kam in einer unglücklichen Situation: Seit dem 20. Juni herrscht in der Schweiz epidemiologisch nur noch die «besondere Lage», wodurch die Kantone wieder im Rahmen ihrer Kompetenzen handeln können.

Bundesrat Alain Berset nahm diesen «Föderalismus» ernst und drückte sich vor dem bundesrätlichen Erlass einer Maskenpflicht, weil die Kantone bis zuletzt dagegen waren oder sich zumindest nicht mehrheitlich dafür aussprachen. So äusserte sich etwa die Zürcher Regierungsrätin Natalie Rickli am 26. Juni noch ablehnend zur Maskenpflicht-Frage.

«Ich glaube auch nicht, dass die Zürcherinnen und Zürcher angesichts der eher tiefen Fallzahlen mitmachen würden.»

Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli zur Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr

Eine Klärung zwischen Bund und Kantonen hätte am vergangenen Montag der «runde Tisch» liefern sollen. Die Kantonsregierungen sagten aber kurzfristig die Teilnahme ab. Das irritiert: Obwohl sie zu diesem Zeitpunkt seit elf Tagen wieder ihre Macht in Gesundheitsfragen zurückerlangten, fanden sie es «zeitlich zu knapp», sich über das letzte Wochenende eine Meinung und Position zur Pandemie zu überlegen und sich einer offenen Diskussionsrunde zu stellen.

Es wurde immer offensichtlicher, dass niemand die «heisse Kartoffel» anpacken will.

1. Juli: Berset zieht nach Zögern die Reissleine

Einige Kantone wollten sie, andere nicht. Jene Kantone, die selbst aktiv werden wollten, wurden vom Bundesamt für Verkehr zunächst zurückgepfiffen. Die Uneinigkeit war perfekt, als der Bundesrat diese Woche zusehen musste, wie die Kantone Bern, Tessin und Genf laut über eine kantonale Maskenpflicht nachdachten.

Es wäre zum Flickenteppich gekommen, den der Bundesrat möglichst vermeiden wollte. Die Kantone hätten das verhindern können, wenn sie sich früh genug abgesprochen und ihre Kompetenzen wahrgenommen hätten. Oder zumindest öffentlich gesagt hätten: Lieber Bundesrat, beschliesse bitte die Maskenpflicht.

Mutiger war die Wissenschaft. «Dass Masken schützen, ist ‹common sense›. Dies muss auch so kommuniziert werden»: Dieses Zitat stammte von Matthias Egger, dem Leiter der wissenschaftlichen Corona-Taskforce. Er sagte das am 20. Mai – über einen Monat später erkennt das nun auch die Politik.

«Dass Masken schützen, ist ‹common sense›. Dies muss auch so kommuniziert werden.»

Matthias Egger, der Leiter der wissenschaftlichen Corona-Taskforce

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    Alle Leser-Kommentare
  • Kopkunka 03.07.2020 07:28
    Highlight Highlight Ich befürworte den Entscheid sehr und fand es immer schon vorbildlich wie man in Asien immer eine Maske trägt und zwar vor allem zum Schutz von anderen. Aber vielleicht wäre es gut, nochmal eine Einführung zu geben, wie man Masken trägt. Insbesondere sollte auch daran denken, mehrere Masken dabei zu haben. Berührt man sie am falschen Ort, muss man sie entfernen oder hat man sie schon 3 h an, sollte man die Maske auswechseln. Ich bin mir sicher, dass es viele falsch machen werden...
  • HP G 02.07.2020 22:29
    Highlight Highlight Echt jetzt. Gestern im Zug. 5 Personen im Oberdeck eines IC Zuges.
    Macht da Maskenpflicht Sinn?
    Abends in der Bar, dicht an dicht, keine einzige Maske. Macht das Sinn?
    Öffnung war viel zu schnell und ohne Abwarten der vorherigen Lockerungen.
    Nun den ÖV zu prügeln ist einseitig. Mindestens Läden müssten gleichziehen.
    Bars und Clubs deutlich strengere Auflagen erfüllen.
  • Horobar 02.07.2020 16:16
    Highlight Highlight Zum Thema Maskenpflicht gefordern und trotzdem keine Aufsetzten ist die Spieltheorie va. das Modell "Tragedy of the Common" sehr interessant. Dieses Modell sollte sowieso breiter bekannt werden.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Tragik_der_Allmende

    Vielleicht könntet ihr da mal einen kleinen Artikel drüber bringen?
  • Hana Meier 02.07.2020 15:11
    Highlight Highlight Es ist keine Schwäche seine eigene Meinung zu öndern, wenn man neue Erkentnise hat. Hört auf darauf rumzureiten.
  • Rethinking 02.07.2020 14:44
    Highlight Highlight Politiker wollen nicht entscheiden, sie wollen politisieren...
  • Fandall 02.07.2020 12:18
    Highlight Highlight 1 neuer Todesfall seit dem 29. Juni (ob wirklich Corona der Auslöser war, glauben wir mal). Etwas höhere Fallzahlen übers Wochenende (logisch mit den Lockerungen), und generell etwas höhere Fallzahlen die direkt mit den höheren Testzahlen korrelieren.
    Ich kann daraus beim besten Willen keine zweite Welle erkennen.
    Man muss daraus schliessen dass es eine "cover your ass" Strategie vom BAG ist.
    Quellen: https://kickstart.ch/interaktive-coronavirus-karte/; https://www.swissinfo.ch/ger/gesellschaft/corona-krise-schweiz/45590096; https://covid-19-schweiz.bagapps.ch/de-3.html
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 02.07.2020 15:15
      Highlight Highlight Ich wage die Seriosität von Kickstarter anzuzweifeln.
      Da stehen für
      30.6. // 71
      01.7. // 112
      02.7. // 32
      Neuinfektionen

      Besonders aktuell und korrekt klingt das nicht
    • Fandall 03.07.2020 00:21
      Highlight Highlight Ich weiss nicht wo du diese Werte gesehen hast. Ich sehe 71, 128, 103 für die letzten drei Tage. Werden laufend aktualisiert und von den Gesundheitsämtern der Kantone in Echtzeit erfasst. Im Disclaimer wird auch erwähnt, dass die "offiziellen" Zahlen beim BAG zu finden sind. Nur wenn man deren Seite aufsucht, sind die Zahlen nur schwer lesbar, da die Skala nicht zoombar ist (https://covid-19-schweiz.bagapps.ch/de-2.html). Bei Swissinfo heisst es "Zahlen vergangener Tage können rückwirkend korrigiert werden."
      Ist also schwer zu sagen, wo genau die richtigen, aktuellen Zahlen zu finden sind.
  • Sapere Aude 02.07.2020 12:12
    Highlight Highlight Wir tragen für das Debakel eine Mitverantwortung. Eine Empfehlung, Masken in Öv zu tragen gab es schon lange und eine Mehrheit der Bevölkerung hätte das Tragen einer Maske in den Öv befürwortet. Weshalb warten wir dann noch auf eine Maskenpflicht? Viele haben ein Ende der Einschränkungen gefordert und auf die Eigenverantwortung verwiesen. Muss man dann halt auch wahrnehmen und nicht gleich mit dem Finger auf den Bundesrat zeigen, wenn die Zeilen wieder steigen.
    • Joe Jordan 02.07.2020 12:36
      Highlight Highlight Wenn "Umfragen" behaupten, dass eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung eine Maskenpflicht befürwortet, aber seit Beginn der Pandemie nur eine verschwindend kleine Minderheit auch dazu bereit ist, diese in der Öffentlichkeit zu tragen, dann stimmt irgendetwas nicht.

      Ich tippe schwer darauf, dass es die "Umfragen" sind.
    • Sapere Aude 02.07.2020 15:37
      Highlight Highlight Denke nicht, dass es alleine die Umfragen sind. Freiwillig sich „einschränken“ ist schwieriger, als wenn es einem auferlegt wird.
  • cal1ban 02.07.2020 12:05
    Highlight Highlight Warum nicht mit Anfang März anfangen? Damals verbot die NR-Präsidentin noch das Tragen von Masken im Parlament. Die Waadtländer FDP-Nationalrätin Moret setzte einen Entscheid der Verwaltungsdelegation um, die das Hausrecht ausübt. Diese sei der Meinung, dass das Maskentragen dann angezeigt sei, wenn sich eine Person krank fühle, erklärten die Parlamentsdienste auf Anfrage.
    Damals wusste man noch nicht so viel. Trotzdem, das kannst du dir nicht ausdenken.
  • Joe Jordan 02.07.2020 12:01
    Highlight Highlight "Dass Masken schützen ist "common sense".....

    Wirklich? Warum hatte die Schweiz bis zum Öffnen der Bars, Clubs und Bordelle über viele Wochen hinweg ohne Maskenpflicht tiefere tägliche Neuinfektionszahlen als Deutschland und Österreich mit Maskenpflicht?

    Warum gibt es momentan ganz schlimme Corona-Ausbrüche in Brasilien, Indien und Kalifornien, wo praktisch die gesamte Bevölkerung seit vielen Wochen einfache Masken trägt?


    Das sind schlicht und einfach Fakten und wenn ich mir zu einem Thema eine Meinung bilde, dann halte ich mich lieber an solche als an theoretische (Hamster-) Studien....
    • HugoBalls 02.07.2020 14:50
      Highlight Highlight Fehlende Hygiene, nehme ich an
  • De-Saint-Ex 02.07.2020 11:36
    Highlight Highlight Es zeigt sich auf erschreckende Weise: Diese Form von Föderalismus ist schlicht nicht mit einer derartigen Krise kompatibel, erst recht nicht für so ein winziges Land.
    Zuerst wollen alle zuständig sein... um dann null Verantwortung zu übernehmen...
    So wird das nichts.
  • Glücklicher 02.07.2020 11:32
    Highlight Highlight Diejenigen, die unbedingt nach Maskenpflicht schreien schieben ihre Selbstverantwortung auf die anderen ab. Sich selber schützen würde nämlich grössere Einschränkungen bedeuten: Den früheren (oder späteren) Zug, zu nehmen, der nicht voll ist; das eigene Einkaufsverhalten anpassen; Menschenansammlungen ausweichen uvm. Da kann ich ganz viel machen, bevor ich darauf bestehe, dass mein Gegenüber wegen meiner Angst etwas tun soll, das es nicht will. Und ja, da wo ich den ABSTAND tatsächlich länger als 10min nicht einhalten kann, trage ich eine Maske - also praktisch nirgends (fahre tägl. ÖV).
    • De-Saint-Ex 02.07.2020 11:49
      Highlight Highlight Du trägst Deinen „Namen“ nicht umsonst 😂.
  • Bravo 02.07.2020 11:17
    Highlight Highlight Die Masken sind in Verbindung mit Brillen ganz mühsam. Trotzdem macht die Pflicht im ÖV Sinn. An anderen Orten (Club, voller Burger King etc.) würde sie noch mehr Sinn machen. Zur Maskenlüge: Dass das BAG mit Koch gelogen hat, wusste doch jedes Kind. Bloss hat sich die mantramässige Lüge mit der Zeit in den Köpfen festgesetzt.
    • NiemandVonNirgendwo 02.07.2020 13:34
      Highlight Highlight Ich wollte schon immer einmal einen dopple Whopper mit Schutzmaske essen. Mit etwas zusätzlichem Ketchup ist dies sicherlich der Hammer! 😂
  • Nekomana 02.07.2020 11:14
    Highlight Highlight Maskenpflicht im ÖV ist ja schön und gut, sage ich auch nicht dagegen. Nur ich verstehe nicht, wie man die Clubs weiter öffnen kann, unter diesen Bedingungen. Jaja, ich weiss Gästeliste ect. Aber diese Leute sind ja trotzdem bereits angesteckt und können in der Inkubationszeit weitere anstecken (Einkaufen, Arbeit, Familie). Mit Schmierinfektion kann man sich auch anstecken. Oder habe ich da was komplett falsch verstanden? Weshalb führt man nicht wieder ein, dass die Drinks ect. nur im Sitzen konsumiert werden dürfen? Da gab es keine steigende Zahlen...
    • Tikvaw 02.07.2020 15:23
      Highlight Highlight Politik. Diese Entscheidung liegt bei den Kantonen und diese (einige?) wollen dies zurzeit anscheinend nicht (z.B. Natalie Rickli, ZH).
      Aus welchen Gründen auch immer.

      Der Bund hat sich jetzt beim ÖV doch widerwillig entschieden, weil es einerseits ein interkantonales Problem ist und andererseits die Kantonsregierungen sich wie ein kopfloser Hühnerhaufen verhalten und deshalb der Papi/die Mami ein Machtwort sprechen musste.

      Mehr will der Bund aber vorläufig auch nicht machen. Verständlich, waren es ja die Kantone (und Parlamentarier) die wieder nach "Souveränität" verlangten. Kennt man ja
  • bl4ckr4ptor 02.07.2020 10:54
    Highlight Highlight Leute, Leute..

    Ich versuchs mal mit einem Beispiel, welches allen geläufig sein sollte. Wenn ich nun in der Welt herumvögle und dann ins Puff gehe, ziehe ich ja auch nicht nur da ein Gummi an, oder? Richtig, ansonsten ist dir echt alles egal. Genau so verhält es sich mit den Masken, immer eine auf. Man könnte dazu auch die Aids Kampagne umbauen, dann habens in 10 Jahren auch 98% geschnallt..
  • Skorpion 02.07.2020 10:52
    Highlight Highlight Nach wie vor bin ich überzeugt, dass Masken mehr schaden als nützen! EX-BAG Chef Daniel Koch kommunizierte absolut richtig: Masken gehören in den medizinischen Arbeits-Bereich: Chirurgie, Intensivstationen, Zahnarzt.... ! Die Masken verhindern vor allem Infektionen bei offenen Wunden! So, wie Frau Müller und Herr Meier im öffentlichen Raum mit diesem Lumpen vor der Nase umgehen laufen sie Gefahr, dass sie früher oder später notfallmässig mit Lungenentzündung ins Spital eingeliefert werden! Das Geschmiere vor Nase und Mangel an Sauerstoff sind die optimale Voraussetzung dazu krank zu werden!
    • MeinSenfHierUndJetzt 02.07.2020 11:44
      Highlight Highlight @ Skorpion: Und woher nehmen Sie diese Überzeugung, wo doch eine wachsende wissenschaftliche Literatur genau das Gegenteil besagt?
    • Skorpion 02.07.2020 12:35
      Highlight Highlight @MeinSenfHierUndjetzt - Diese Erkenntnis und Überzeugung nehme ich aus meiner Erfahrung bei der Arbeit im OP und den täglichen Beobachtungen seit Beginn der Corvid-Pandemie im Alltag! Um zu dieser Überzeugung zu kommen braucht es keine theoretische Literatur!
  • UrsulaLi 02.07.2020 10:22
    Highlight Highlight Da schreien alle nach Maskenpflicht, aber keiner setzt sie freiwillig auf! Dass Masken tragen unangenehm ist, ist klar (vor allem für alte Leute und Brillenträger). Aber wenn es hilft die Ansteckungsketten zu unterbinden, sollte es doch selbstverständlich sein.
    Bei den Demos, Clubs und Partys müsste die Covid-App sowie ID-Kontrolle auch Pflicht sein!! Ich habe die App, bin aber kein Party-Gänger. Sicher ist sicher :-)
    • Forest 02.07.2020 10:42
      Highlight Highlight Ich habe nichts gegen Masken und trage sie selbstverständlich auch als Fairplay, für all die welche sich dadurch sicherer fühlen. Da wir bald eine Masken Pflicht im ÖV haben, können Masken schon ziemlich bald das neue "WC Papier" werden.
    • Kanuli 02.07.2020 11:05
      Highlight Highlight @UrsulaLi: 1. haben nicht "alle" nach der Maskenpflicht geschrien, je nach Umfrage nur 2/3 / 3/4 der Befragten. 2. Nicht "keiner" setzt sie auf, beispielsweise im ÖV etwa 5-10% der Reisenden. 3. Warum sollte es für alte Menschen unangenehmer sein, wie für Junge? Brillenträger, welche sich ab der Maske stören sind einfach nur unwissend. Es gibt mehrere Wege, wie man die Maske korrekt tragen, und keine beschlagene Brille bekommt. Die japanische Polizei hat schon vor Jahren Videos ausgestrahlt, welche einige der Methoden abdeckt. Taschentuch falten und zwischen Nase/Draht legen zB.
    • Sarkasmusdetektor 02.07.2020 11:32
      Highlight Highlight Für Brillenträger: Unbrauchbar sind vor allem die Masken, die oben keinen Draht haben. Seit ich solche habe, die man passgenau an die Nase anpassen kann, läuft die Brille praktisch nicht mehr an. Besonders angenehm ist es natürlich immer noch nicht, wenn es so warm ist wie jetzt, aber es gibt echt schlimmeres, das dauernde Gejammere nervt einfach nur.
  • welluknow 02.07.2020 10:21
    Highlight Highlight Und wie wird das jetzt genau durchgesetzt? Genauso wie das Rauchverbot auf den Perrons, d.h. gar nicht? Btw: gilt die Maskenpflicht auch auf dem Perron, oder nur im Fahrzeug?...
  • CalibriLight 02.07.2020 10:16
    Highlight Highlight Jetzt ziehen wir doch einfach die Masken im ÖV an und gut is.

    Und wenn nochmals jemand kommt und sagt, dass der Bund sagte, Masken helfen nicht, habe ich den Ratschlag: Aber selber denken hilft. Und aus Fehlern lernen auch.

    Gute Fahrt wünsche ich allen.

    P.S. Special thanks an alle, deren Existenz durchs Maskentragen so gefährdet ist, dass sie lieber das Auto benutzen. So haben die anderen mehr Platz im ÖV.
    • Silent_Revolution 02.07.2020 11:29
      Highlight Highlight "Und aus Fehlern lernen auch."

      Wurden neben x unverständlichen Kurswechseln denn je Fehler kommuniziert, respektive sich dafür entschuldigt und erklärt, weshalb man es nun anders sieht?

      Die diktieren mal so, mal so, je nach Druck von Lobbys, Medien oder öffentlicher Meinung, wer sich nicht an die ständig wechselnden Forderungen anpasst ist ein unsolidarischer Omamörder.
    • CalibriLight 02.07.2020 11:58
      Highlight Highlight @Silent - wir wussten alle von Anfang an, dass wir in einem Lernprozess sind. Es werden weitere Anpassungen folgen, Lockerungen oder das Gegenteil.
      Hätten sich im Übrigen alle im ÖV so verhalten, dass sie dann eine Maske aufgesetzt hätten, wenn die Abstände unterschritten werden, hätten wir jetzt keine Maskenpflicht. Würden sich alle einigermassen an die Empfehlungen halten, hätten wir jetzt keine Hotspots.

      Es ist ganz einfach die Schweizer Bevölkerung, die sich zu wenig an die Empfehlungen hält und die Folgen trägt. Dafür "Die" verantwortlich zu machen, ist kurzsichtig.
  • Noblesse 02.07.2020 10:16
    Highlight Highlight BAG manövriert sich typisch CHerisch und galant aus der Sackgasse. Solches geht nur bei uns. Maskenpflicht im ÖV und Innenräumen, wo Abstände nicht gehalten werden können, hätte ab 1. Lockerung gelten müssen! Aber Hr. Koch und andere haben die MASKE an sich demaskiert! "Heieiei isch scho chli wiä im Kindsgi!!"
    • Forest 02.07.2020 11:07
      Highlight Highlight Im nachhinein ist man immer schlauer. Die Zahlen sanken und da so ziemlich alles zu hatte, war auch keine Masken Pflicht nötig.

      Tja Hätte, hätte Fahrrad Kette ;)
    • Noblesse 02.07.2020 12:15
      Highlight Highlight Im Nachhinein schlauer oder im Voraus dumm. Wie Sie wollen...
  • c_meier 02.07.2020 10:10
    Highlight Highlight come on watson...
    wir wissen es langsam, ihr wisst alles besser mit euren Kommentaren und Analysen

    Es wäre die Pflicht der Spitäler gewesen gemäss Pandemieplan rechtzeitig ihre Lager zu füllen. Dann wäre Maskenpflicht im ÖV wohl vorher gekommen.
    Die Kantone wollen Verantwortung, aber wenn sie Verantwortung bekommen, soll dann doch wieder lieber der liebe Bund handeln.
    und wenn Clubs öffnen dürfen (verfügt vom Bund auf Druck von Parteien und Gastro/Veranstalter-Lobby) werden die Kantonsregierungen verantwortlich gemacht wenn die Listen der Clubs nicht korrekt sind...
    alles Gute euch
  • Erklärbart. 02.07.2020 10:06
    Highlight Highlight Was meint eigentlich Daniel Koch zur Maskenpflicht und wie steht er zu den Aussagen, dass diese nichts bringen?
  • Snowy 02.07.2020 10:02
    Highlight Highlight "Dass Masken schützen, ist ‹common sense›."

    Diese Aussage zu lesen und danach diese Abfolge von Zitaten des BAG ist etwas irritierend:

    Von «sie nützen nichts» bis zur Pflicht – der grosse Maskenknorz des Bundes
    https://www.tagesanzeiger.ch/von-sie-nuetzen-nichts-bis-zur-pflicht-der-grosse-maskenknorz-des-bundes-947282253436
    Benutzer Bild
    • Bran_don 02.07.2020 11:06
      Highlight Highlight Nun wenn man den Test gesehen hat, der gestern oder Vorgestern in den Medien (Video) gezeigt wurde, dann lag Herr Koch weit daneben. Ich würde auf die Vermutung setzen: weil die Schweiz nicht genügend Masken hatte zu diesem Zeitpunkt, wurde das dem Volk so präsentiert und schmackhaft gemacht.
    • Kanuli 02.07.2020 11:08
      Highlight Highlight Danke! Und genau deshalb stört es mich gewaltig, wenn danach ein Politiker sich hinsetzt und behauptet "Das haben wir nie gesagt". Ummantelt von Sprüchen wie "ja nun ergibt es Sinn eine Maske zu tragen". Statt wenigstens 1x! ehrlich zu sein: Ja, wir haben es verpennt. Ja, wir haben Mist gebaut. Ja, wir sind eben auch nur Menschen. Ja, bitte tragt jetzt eine Maske, denn sie schützen, haben immer geschützt und auch wir geloben Besserung.
      Das wäre für einmal erfrischend zu hören.
    • ch.vogel 02.07.2020 11:09
      Highlight Highlight Zwei super Zitate im Bild, beide widersprechen aber beim genauen Hinsehen eben NICHT den Tatsachen:
      - Dass die Masken bei den Kranken am meisten nützen ist unbestritten. Da aber eine Übertragung schon vor den ersten Symptomen möglich ist, ist potentiell jeder als krank einzustufen. Aufgrund der Masken-Knappheit im Februar machte es aber damals mehr Sinn, die verbleibenden Masken dort einzusetzen wo sie am allermeisten bringen: bei Kranken und Medizinpersonal.
      - Mitte März war der breiten Bevölkerung eben noch NICHT klar, wie man Masken benutzt. Heute sollte es eigentlich jeder gelernt haben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • COVID-19 ist Evolution 02.07.2020 09:58
    Highlight Highlight Spike der Corona-Fälle auf Grund von nicht lebensnotwendigen Party-Events ohne Social Distancing.

    Reaktion:
    Parties gehen weiter!
    Maskenpflicht im ÖV, so dass man da auch noch dicht zusammenrückt!

    Grandiose Strategie.
  • landre 02.07.2020 09:52
    Highlight Highlight Diese markante Exklusivität so präzis nur auf den ÖV zu zielen, ist grundsätzlich ein politischer Entscheid und hat doch sehr wenig mit Sachlichkeit "Maske während Epidemie/ Pandemie" zu tun(?)
    • DieFeuerlilie 02.07.2020 10:25
      Highlight Highlight landre, das ist aber leider nun‘mal die einzig mögliche Taktik, die das -mental oft eher langsamere..- Schweizer Volk bereit ist mitzutragen.
      Schritt für Schritt eben.

      Erst der ÖV -quasi als Eingewöhnung- und danach kann die MTP (Maskentragepflicht) auch auf Einkaufsläden ausgeweitet werden, ohne dass allzu Viele -gedanklich..- Amok laufen.

      Insofern: Nein, kein politischer Entscheid, sondern kluges Vorgehen in unserer “ich mach was ich will, wann und wo ich will“-Ego-Gesellschaft.. 🙄
    • Saraina 02.07.2020 10:25
      Highlight Highlight Das ist der Vorlauf zum Impfobligatorium.
    • ursus3000 02.07.2020 10:37
      Highlight Highlight Das ganze entwickelt sich langsam zu einem Affentheater , den Lautesten wird nachgegeben . Zuerst mit den Cluböffnungen , als das schiefgegangen ist wird den ÖV Nutzern die Masken aufgedrückt obwohl nur in Zürich und Bern ein Gedränge herrscht und die Clubs können lustig weitermachen
    Weitere Antworten anzeigen
  • Rundlauf 02.07.2020 09:52
    Highlight Highlight Das mit dem Common Sense ist eben das Problem.

    Es gibt soviele Schlaumeier, die ihre egoistischen und eitlen Triebe ausleben müssen oder meinen, sie wüssten es besser als die Experten. Viele haben auch einfach einen Abwehrreflex, weil es "von oben" verordnet wird (obwohl jetzt wochenlang moniert wurde, dass man ohne Zwang doch sicher keine Maske anzöge...).

    Wer meint, dass "Masken nur im ÖV nix bringen" und die App nicht installiert weil "die fragen mich nach GPS!!1!1!!", den muss man als kurzsichtigen Egoisten ansehen, es geht nicht mehr anders.
    • Das etwas 02.07.2020 13:16
      Highlight Highlight @rundlauf

      sorry das ist aber sehr kurzsichtig gedacht. du versucht in deinem ego jetzt jeses leben zu retten und die zukünftigen werden dies ausbaden dürfen.
      lockdown und extreme schutzmassnahmen verschärfen die situation drastisch für jede zukünftige generation.
      selbst in schweden bewegen sich die opferzahlen noch unter 1 promill.

      ich bin nicht der ansicht das es gerechtfertig ist die zukunftigen so stark mit schuden und arbeitslosigkeit zu belassten.

      den egoismus kann man genauso den jetzigen vorwerfen die nach masken und massnahmen schreien. die nächsten werden die rechnung tragen...
    • genauleser 02.07.2020 14:01
      Highlight Highlight Ähm - gerade Maskentragen ist eine sehr wirtschaftsfreundliche Massnahme.
  • flumi 02.07.2020 09:49
    Highlight Highlight In Österreich gibt es die Maskenpflicht im ÖV seit dem 30.März und soweit ich es in Wien und Umgebung beurteilen kann wird diese Regel fast zu 100% umgesetzt. Trotzdem steigen die Fallzahlen seit einiger Zeit und übersteigen derzeit 100 Neuansteckungen am Tag. Vielleicht ist die Rechnung (Masken = alles kommt gut) doch etwas zu einfach?
    • Queerio 02.07.2020 10:47
      Highlight Highlight @Flumi

      Das ist nicht weit genug gedacht. Ich könnte genau so behaupten, dass es ohne Maskenpflicht in Österreich noch viel schlimmer aussehen würde.

      Natürlich zeigt das Beispiel dass es mit einer Maskenpflicht alleine nicht getan ist. Da stimme ich dir komplett zu. Klubs müssen sofort geschlossen werden.

      Die Maskenpflicht könnte aber helfen die Epidemie zu verlangsamen oder sehr ernste Massnahmen wie einen erneuten kompletten Lockdown zu verhindern. Und sie verursacht im Gegensatz zu anderen Massnahmen einen sehr geringen wirtschaftlichen Schaden.
    • Whaaaat?_Son 02.07.2020 11:04
      Highlight Highlight Studien unteranderem aus Jena zeigen, dass Masken die Infektionsrate verringern können. Überall wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann sollten Masken getragen werden. Natürlich bringt eine Maskenpflicht in den ÖVs nicht viel, wenn sich die Leute in der Frei- und Arbeitszeit nicht an den Mindestabstand halten. Es ist die Kombination von Mindestabstand und wenn nicht möglich (wie in ÖVs) Maske tragen, die es möglich macht Infektionen zu verhindern.
    • Rundlauf 02.07.2020 11:22
      Highlight Highlight Ohne Masken käme es vllt. zu 120 Neuansteckungen am Tag, wer weiss das schon?

      Das einzige was wir tun können, ist Massnahmen umsetzen, von denen wir glauben, dass sie helfen. Masken gehören zu diesen Massnahmen.

      Etwas tun, das wenig bewirkt ist immer besser als Nichts tun, das gar nichts bewirkt.
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Anonymous zerlegt Schweizer Sektenführer nach Strich und Faden

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