Asien
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126 Tote nach Erdrutsch in Bergwerk in Myanmar



Bei einem Erdrutsch in einer Bergbauregion in Myanmar sind nach Regenfällen mindestens 126 Arbeiter ums Leben gekommen. Das schrieb die Feuerwehr des Landes auf Twitter.

70 weitere Menschen hätten bislang verletzt aus dem Schlamm gebracht werden können, sagte ein Parlamentsabgeordneter des Unglücksortes Hpakant der Deutschen Presse-Agentur. Die Arbeiter hätten in einer Abraumhalde der örtlichen Jade-Minen nach den wertvollen grünen Steinen gewühlt, als sie von den Schlammmassen begraben wurden. Die Behörden erwarten, dass in den kommenden Tagen noch 20 bis 30 weitere Leichen gefunden werden. Der starke Monsunregen, der den Erdrutsch ausgelöst habe, erschwere die Bergungsarbeiten.

Das arme Myanmar ist einer der weltgrössten Lieferanten der grünen Schmucksteine. Aus der Region des Unglücksortes im Norden des Landes kommen die meisten davon. So kommen Menschen aus dem ganzen Land dorthin - und hoffen auf ihr Glück. Viele wühlen im Schutt, den grosse Minen-Firmen zurücklassen, und hoffen, dabei auf etwas Wertvolles zu stossen.

In der Region gibt es immer wieder tödliche Unfälle. Dutzende der informellen Steinsammler stürbe wegen Erdrutschen jedes Jahr, schreibt die Anti-Korruptionsorganisation Global Witness. Die Jade-Minen sind wenig reguliert und die Arbeiter schuften teils unter lebensgefährlichen Bedingungen. 2015 starben bei einem Vorfall 116 Menschen. Der Vorfall jetzt ist einer der tödlichsten der vergangenen Jahre.

«Die Regierung ignoriert wissentlich die ununterbrochenen gesetzwidrigen und habgierigen Minenpraktiken in Hpakant, obwohl sie gelobt hatte, den gefährlichen Sektor zu reformieren», sagte Global-Witness-Kampagnenführer Paul Donowitz. «Das war eine ganz vermeidbare Tragödie, die als dringender Weckruf für die Regierung gelten sollte», fügte er hinzu.

Der Jade-Handel ist wichtig für das südostasiatische Land. Er ist nach Schätzung der Anti-Korruptionsorganisation rund 31 Milliarden Dollar im Jahr wert - und macht knapp die Hälfte des Bruttoinlandprodukts des mausarmen Staates aus. Die meisten der Steine gehen ins Nachbarland China, wo sie beliebt sind.

Aber von den Erträgen profitierten meist nur wenige. Viel Geld wird im Schwarzmarkt erzielt. Das Geschäft werde «von einer Schurkenriege früherer Generäle, von den USA mit Sanktionen belegten Drogenbaronen und Ganoven mit Waffen kontrolliert», heisst es in einem Report von Global Witness von 2015. Myanmar war bis 2011 eine Militärdiktatur. (aeg/sda/dpa)

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