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Yulia, wife of Russian opposition leader Alexei Navalny, speaks to the media after arriving at Sheremetyevo airport outside Moscow, Russia, Sunday, Jan. 17, 2021. Russia's prison service says opposition leader Alexei Navalny has been detained at a Moscow airport after returning from Germany. The prison service said he was detained Sunday for multiple violations of parole and terms of a suspended prison sentence and would be held in custody until a court makes a decision in his case. (AP Photo/Alexander Zemlianichenko)

Julia Nawalny kehrte mit ihrem Ehemann nach Russland zurück – trotz drohender Verhaftung. Bild: keystone

Tausende nach Nawalny-Protesten in Moskau verhaftet – darunter Ehefrau Julia



Mehr als 2100 Menschen sind bei den Protesten in Russland für die Freilassung des Kremlkritikers Alexej Nawalny bis zum frühen Samstagabend festgenommen worden. Das berichtete das Portal Owd-Info, das die Zahl der Festgenommenen landesweit dokumentierte. Demnach gab es die meisten Festnahmen in Moskau mit zunächst rund 800. In St. Petersburg waren es mehr als 300.

Russische Menschenrechtler listeten insgesamt rund 100 Städte auf, in denen Demonstranten in Polizeigewahrsam kamen - in den meisten blieb es bei einzelnen Festnahmen. Beobachter sprachen landesweit von Zehntausenden Teilnehmern bei den Protesten. Die Opposition kündigte für das kommende Wochenende neue Proteste an.

Am Abend wurde mit weiteren Festnahmen gerechnet. Allein in Moskau waren nach Einbruch der Dunkelheit noch Hunderte Menschen im Stadtzentrum unterwegs. Die Polizei rief sie dazu auf, nach Hause zu gehen. Strassen waren gesperrt

Unter den Verhafteten war auch Nawalnys Ehefrau Julia. Am Samstagnachmittag postete sie auf Instagram ein Foto aus einem Gefangenentransporter. «Entschuldigt die schlechte Qualität», lautete die ironische Bildunterschrift. Das Licht im Polizeiwagen sei sehr schlecht. Zuvor hatte Nawalnys Team ein Foto von Nawalnys Mutter veröffentlicht, die ebenfalls zur Demo gekommen war.

Nawalnys Anhänger hatten für diesen Samstag in mehr als 90 russischen Städten zu Protesten aufgerufen. Sie fordern die Freilassung des Oppositionellen, der am Montag in einem umstrittenen Eilverfahren zu 30 Tagen Haft verurteilt worden war. Nawalny soll gegen Meldeauflagen in einem früheren Strafverfahren verstossen haben, während er sich in Deutschland von einem Giftanschlag erholte. Der 44-Jährige und sein Team sehen das Vorgehen der Justiz als politisch motiviert an.

«Putin ist ein Dieb», riefen die Menschen in Moskau – so wie zuvor auch schon in vielen anderen Städten des Landes, in denen die Protestaktionen aufgrund der Zeitverschiebung mehrere Stunden früher stattfanden als in der Hauptstadt. Nawalnys Team hatte Anfang der Woche unter dem Titel «Ein Palast für Putin» ein Enthüllungsvideo veröffentlicht, das beweisen soll, dass der Präsident sich aus Schmiergeldern ein «Zarenreich» am Schwarzen Meer bauen liess. Der Kreml bezeichnet die Vorwürfe in dem mehr als 67 Millionen Mal angeklickten Film als «Unsinn» und «Lüge».

Nawalny-Proteste in Russland – die Bilder:

Landesweit zählte die Bürgerrechtsorganisation OWD bis zum Nachmittag 369 Festnahmen. Es gab aber auch Berichte von Sicherheitskräften, die nicht eingriffen, sondern die Menschen marschieren liessen. Die russischen Behörden drohen mit hohen Strafen für die Teilnahme an den nicht genehmigten Kundgebungen am Samstag. In den vergangenen Tagen waren bereits zahlreiche Mitstreiter des Oppositionspolitikers festgenommen worden.

epa08959559 A woman wearing protective face mask writes on her face 'Free Navalny' as she takes part in a protest in support of Russian opposition leader and blogger Alexei Navalny, in front of the Russian embassy in Prague, Czech Republic, 23 January 2021. Navalny was detained after his arrival to Moscow from Germany on 17 January 2021. A Moscow judge on 18 January ruled that he will remain in custody for 30 days following his airport arrest. Navalny urged Russians to take to the streets to protest.  EPA/MARTIN DIVISEK

Bild: keystone

Nawalny macht Kremlchef Wladimir Putin und den Inlandsgeheimdienst FSB für den Anschlag mit dem Nervengift Nowitschok im August verantwortlich. Putin und der FSB weisen das zurück. (sar/sda/dpa)

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Der Fall Nawalny

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