DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
bild: shutterstock

«Er empfindet mich als WG-Gspänli und nicht als seine Freundin …»

14.06.2021, 09:40
Liebe Emma

Ich komme gerne gerade zum Punkt: Mein Freund neigt zu depressiven Verstimmungen. Die sind aber genau etwas zu wenig stark, damit er ganz offiziell die Diagnose der Depression bekommt.

Als wäre das in den letzten drei Jahren unserer Beziehung nicht schon herausfordernd genug, hat er jetzt beschlossen, dass er den Alltag nicht mehr möchte.

Wegen Corona sind wir beide im Homeoffice und er empfindet mich als WG-Gspänli und nicht als seine Freundin. Diese Aussage kam ziemlich plötzlich, wir waren vor zwei Tagen noch in den Skiferien zusammen.

Er kritisiert auch, dass wir beide passiv sind. Wir sind zwar bei allem dabei, wir scheitern aber bei der Initiative. Er kann mir auch nicht mehr sagen, dass er mich liebt.

In den vorherigen Beziehungen kam er immer zu diesem Punkt, nur hat er dieses Mal nichts an seiner Freundin auszusetzen, ich sei perfekt.

Wir haben geredet und beschlossen, dass wir es noch einmal versuchen unter der Bedingung, dass wir zusammen fit werden und vegan kochen.

Ich kann aber kein Foto mehr von ihm ansehen, es bricht mir das Herz und verletzt mich nur noch.

Wie kann ich damit umgehen, dass er kurz davor war, mich zu verlassen? Jetzt sagt er mir wieder, dass er mich liebt, aber ich muss mehrmals leer schlucken, bevor ich es zurück sagen kann.

Liebe Grüsse,
Seraina

Liebe Seraina,

so wie euch geht es zurzeit vielen Paaren. Nicht, dass dir das jetzt in deiner Situation hilft, aber manchmal tut es gut, zu wissen, dass man nicht alleine ist. Diese Pandemie hat die meisten Paare vor eine grosse Herausforderung gestellt.

Ich bekomme überdurchschnittlich viele Mails, in denen es genau darum geht, dass man während des Homeoffice mehr zur WG als zu etwas anderem mutiert ist.

Ich kann das gut nachvollziehen. Es ist weder sexy noch lässig, wenn man quasi sieben Tage 24 Stunden aufeinander hockt. Wie soll man sich aufeinander freuen? Und wahnsinnig viel konnte man während der Lockdowns auch nicht machen.

Immerhin sind diese Zeiten jetzt vorbei.

Und genau hier sehe ich die Chance für deinen Freund und dich. Damit ihr wieder zueinander findet, braucht es vielleicht tolle Erlebnisse zu zweit. Geht wandern, macht Ausflüge, besucht Restaurants, schafft gemeinsame Erinnerungen. Redet. Verbringt Stunden auf dem Balkon. Geht mitten in der Nacht eine Velotour machen. Wenn man etwas kreativ wird und sich bemüht, ist das Leben ein grosser Spielplatz.

Das grössere Problem sehe ich bei euch aber in der Vertrauensbasis. Seine Ansage hat dich verständlicherweise sehr verletzt und verunsichert. Ich würde dir jetzt gerne sagen, wie du deine Unsicherheit überwinden und dich mit viel neuem Elan auf deinen Freund einlassen kannst. Das kann ich aber nicht.

Die Realität ist fies. Nur du kannst rausfinden, ob und wie du mit diesen Umständen klarkommst. Eventuell hilft der Faktor Zeit und das Schaffen von neuen gemeinsam erlebten tollen Sachen.

Ich wünsche dir/euch von Herzen ein Happy End.

Deine

Und was würdest du Seraina antworten?

PS: Emma Amour gibt es jetzt auch als Buch!
«EMMA AMOUR UND KID CLEO – Liebe, Sex und andere Eskapaden»
Emma und Cleo gibt es als Buch! >>

Sexpannen, Liebeskummer und verrückte Dates: Niemand erzählt in der Schweiz so authentisch und unverblümt wie Emma Amour. Seit Januar 2018 lässt die Zürcherin die watson-User an ihrem Leben teilhaben. Wenn sie eine Auszeit nimmt, springt ihre beste Freundin Cleo ein.

Emma und Cleo könnten unterschiedlicher nicht sein, was sie jedoch verbindet: ein zeitweise fantastisches, zeitweise frustrierendes, aber nie langweiliges Liebes- und Sexleben.

Hier kannst du das neue Buch bestellen >>

Informationen zum Buch
Herausgeberin: watson
Erscheinungstermin: 12.02.2021
ISBN: 978-3-03902-124-6
Einband: Broschur mit Klappe
Umfang: 160 Seiten, 8 Illustrationen
Format: 13,5 x 21

Buchpreis
CHF 18.00 (CH)
EUR 18.00 (D)
EUR 19,00 (A)

Wenn Essen Angst macht – 14 sehr spezifische Food-Phobien

1 / 15
Wenn Essen Angst macht – 14 sehr spezifische Food-Phobien
quelle: chicken.ca / chicken.ca
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Stell dir vor, du kaufst einen abgepackten Salat, und dann ...

Video: watson/jah
Emma Amour ist ...
… Stadtmensch, Single, Mitte 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
bild: watson
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Emma Amour

«Ich habe den Vater meiner Freundin mit einer anderen gesehen …»

Liebe Reni,

Ohälätz, das ist ein harter Brocken! Da bist du sehr unfreiwillig in eine tatsächlich sehr doofe Situation reingeraten. Und ehrlich gesagt, würde es mir genau gleich gehen wie dir. Ich würde mir auch viele Gedanken machen und wüsste auf Anhieb absolut nicht, was das Richtige wäre.

Und selbst aus der Ferne finde ich es enorm schwierig, hier eine Einschätzung abzugeben. Einer meiner ersten Gedanken aber war: Warum sprichst du den Vater nicht direkt an? Du sagst, dass du die ganze …

Artikel lesen
Link zum Artikel