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Christoph Blocher befürwortet Impfungen und liess sich vergangene Woche eine Covid-19-Spritze setzen. Bild: sda

Christoph Blocher nach seiner Corona-Spritze: «Ohne Impfungen wäre ich längst tot»

Christoph Blocher bekam eine Spritze. Das Pflegepersonal soll sich impfen lassen.

pascal ritter / ch media



Am Dienstag um 9.30 Uhr waren sie an der Reihe. Christoph und Silvia Blocher fuhren ins Universitätsspital Zürich und liessen sich gegen Corona impfen. Das SVP-Urgestein berichtete in einem Interview mit unseren Newsportal von seiner Erfahrung. Es habe weder wehgetan, noch habe er Nebenwirkungen gespürt. Einzig in der Nacht, als er auf der Seite mit dem Einstich lag, habe es sich wie «eine Bläuele» angefühlt.

Blocher ist es wichtig zu sagen, dass er keine Vorzugsbehandlung bekommen habe. Eine frühe, öffentliche Impfung habe er trotz Anfrage abgelehnt. «Es gibt ja zu wenig Impfstoff, und als Industrieller weiss ich eins: Ich mache sicher keine Werbung für ein Produkt, das ich gar nicht liefern kann», sagt er. Er nehme doch niemandem den Impfstoff weg, der es nötiger habe. Umso härter ins Gericht geht er mit Bundesräten, die sich schon impfen liessen. «Das finde ich sehr problematisch», sagt Blocher und weist darauf hin, dass keiner der Bundesräte älter ist als 75 Jahre. Das Argument, dass eine gesunde Regierung in der Krise von Nutzen sein könnte, lässt er nicht gelten: «Einen Bundesrat kann man schneller ersetzen als einen Rohrschlosser.» Die Warteliste sei jedenfalls lang. Beim Impfen gibt es für den Herrliberger nur ein Kriterium: das Überleben der Gefährdeten. «Egal ob Hilfsarbeiter oder Bundesrat. Der, den die Impfung am ehesten vor dem Tod schützt, soll sie bekommen», sagt er. Dass er selbst einer der Ersten war, die im Kanton Zürich die Impfung bekamen, erklärt er mit seinem Alter von 80 Jahren und seinen Vorerkrankungen. «Ich habe es mit der Lunge und mit dem Herzen», sagt er. Auch seine Frau sei schon älter als 75 und konnte darum mitgehen.

Christoph Blocher zeigt sich als Fan des Impfens. «Ohne Impfungen wäre ich schon lange tot», sagt er und erinnert sich an die präventiven Stiche aus seiner Kindheit. Seit zehn Jahren impfe er sich zudem gegen die Grippe und sei seither nie mehr krank geworden. Damit unterscheidet sich Blocher von seinen Anhängern. In keiner Parteibasis ist die Impfskepsis grösser als in der SVP. 50 Prozent der befragten SVP-Anhänger wollen sich laut einer Studie gar nicht gegen Corona impfen lassen. 29 Prozent sind unschlüssig oder wollen noch warten.

Blocher geht einen Schritt weiter und fordert ein Impfobligatorium für das Pflegepersonal. «Es ist wie beim Lehrer, der muss ja auch lesen und schreiben können. Und der Bauarbeiter muss einen Helm anziehen», argumentiert Blocher und zieht einen Vergleich zu seinem Haus: «Wenn meine Mitarbeiter keine Maske tragen wollen, dann können sie auch nicht mehr bei mir arbeiten. Dann sollen sie halt Schnee schaufeln.» Dazu brauche es keine Maske.

Die Impfstrategie der Bundesräte mag der ehemalige Chemieunternehmer nicht kritisieren. «Wir sind in einer schwierigen Situation. Ich war Bundesrat, als das Sars-Virus ausbrach. Also haben wir der Roche gesagt, sie sollen eine Anlage bauen und wir haben dann Vorrang», erinnert er sich. Dieses Mal sei die Lage aber schwieriger, weil zuerst ein Impfstoff entwickelt werden musste. «Vielleicht hätte man mehr Impfstoff kaufen sollen, aber so sicher bin ich mir da nicht. Dann hätte man am Schluss vielleicht zu viel vom falschen geholt», sagt Blocher.

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