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Yonnihof

Innerer Dialog - Heute: Pubertät

Bild: shutterstock



Yonnihof Yonni Meyer

(Dieser Text bezieht sich auf die Pubertät der Autorin, damals, 2012)  

Libido: AAAAAAAAAAAAAAAH...

Hirn: Okay, ich habe eine mega gute Idee. Seid Ihr bereit?  

Die andern: Ja eh! Du hast in letzter Zeit nur uhueren mega gute Ideen!!  

Hirn: Ein ARSCHGEWEIH! Cool, nicht? NICHT? Ich meine, es kann nichts schief gehen. Genauso wie «Hyper Hyper» für immer das beste Lied der Welt sein wird, werden wir das Arschgeweih für immer und ewig supercool finden.  

Die andern: FÜR IMMER UND EWIG! Wow Hirn, du bist so cool.

Hirn: Voll easy, ihr wisst ja, ich bin hier der Coolnessbeauftragte. Deshalb habe ich mich damals auch für die Einstiegsdroge Nielen entschieden.  

Lunge: Äh, ich hätte da ein paar Fragen...  

Hirn: Nur interessieren deine Fragen für die nächsten fünf Jahre genau niemanden, Lunge. NIEMANDEN! Und ja, das gilt auch für dich, Leber.

Libido: AAAAAAAAAAAAAAAH...

Herz: Ich mag Roger. Ah nein, Marco. Ah nein, Silvio. Ah nein, doch Roger. Vielleicht mag ich auch Mädchen? Natalie Imbruglia ist toll. Und David Hasselhoff. Ich sollte meine Unterschrift mit seinem Nachnamen üben. Ach, Roger.  

Geschmack: ... und dänn sie so: «Buffalos und Adidas-Hose passed gar nöd zäme.» Ich mein: HALLO? Isch sie us de Steiziit? Das isch wie wänn mer würd säge, Techno und Trillerpfiife passed nöd zäme...  

Logik: Okay. Wenn ich «aus Versehen» den letzten Zug verpasse, dann rufe ich am besten nicht zuhause an, denn es ist viel besser, wenn meine Eltern nicht wissen, wo ich bin, als dass sie denken, ich sei zu spät. Ha! Ich bin so gschiid.  

Libido: AAAAAAAAAAAAAAAH...  

Herz: Ach, Michi ist der Tollste.  

Vernunft: Hä? Nicht Roger?  

Herz: OMG! VERNUNFT! Roger ist schon so lange her. Er war einfach noch nicht reif für die grosse Liebe. Himmel, leb' nicht so in der Vergangenheit.

Geschmack: Ich kann mich einfach nicht entscheiden, ob ich «Hooch» oder «Pesca Frizz» besser finden soll. Oder doch «Kleiner Feigling»? Ach egal, Hauptsache illegal. Wie Red Bull.

Logik: Ich könnte mein Taschengeld sparen. Ja. Das wäre sehr klug. Oooooooder: Ich kaufe mir die BRAVO-Hits 8, weil da «Saturday Night» von Whigfield drauf ist. Die andern Tracks interessieren mich nicht. 34.90 Franken sind ein fairer Preis für ein so tolles Lied.

Libido: AAAAAAAAAAAAAAAH...

Herz: Boah, ich bin so froh, dass der BRAVO-Psychotest mir bestätigt hat, dass Marcel und ich für immer zusammengehören.

Vernunft: ...? Marcel? Jetzt war's doch grade noch... Ah, hät doch kän Wert.

Hirn: OMG! Oder wisst ihr was?! Wir lassen uns gleich die Lyrics von «Cotton Eye Joe» tätowieren!!

Die andern: OMG! GENIUS! Herz: Ich bin für «Cotton Eye Marcel». Er ist meine grosse Liebe, die Liebe meines Lebens, und das wird sich nie ändern. Nie...

Herz: ... wow, Martin sieht mega cool aus auf seinem Töffli.

Libido: AAAAAAAAAAAAAAAH...

Libido: AAAAAAAAAAAAAAAH...

Libido: AAAAAAAAAAAAAAAH...

Und zum Abschluss ein Geschenk für alle LeserInnen. Ihr wollt's doch auch:

Whigfield: Saturday Night (1995)

abspielen

Video: YouTube/countzorg

Yonni Meyer

Yonni Meyer (35) schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen – direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony – aber nicht weniger unverblümt. 
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