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Yonnihof

Innerer Dialog – Heute: Katzen-Edition

Bild: shutterstock



--- Prolog ---

Die Gottheit (welche auch immer): Yo Engel, mir ist grad etwas sadistisch zumute.

Engel (verdreht Augen): Das ist ja mal was ganz Neues.

Gottheit: Lass uns was richtig Fieses machen heute.

Engel: Okay. Was denn?

Gottheit: Hm. Was ist das Allerschönste, was man bisher anfassen kann?

Engel: Böh? Ein Widechätzli vielleicht? Babywimperli? Einhornschamhaar?

Gottheit: Hm. Das geht noch feiner. Lass uns das Allerplüschigste kreieren, was es je gegeben hat, so flauschig, dass die Menschen komplett durchdrehen, wenn sie’s streicheln. Und dann machen wir’s an den Bauch eines Tiers.

Engel: Okey-Dokey. Und was genau ist jetzt daran sadistisch?

Gottheit: Wir machen ans gleiche Modell so richtig fiese Krallen dran und geben ihm gleichzeitig die Impulskontrolle eines Hais auf Speed. Im Blutspendezentrum. Hast du den Bauplan von «Edward mit den Scherenhänden» noch?

Engel: Tim Burton hat aber das Patent da drauf.

Gottheit: Tim Burton mag der Gott des stimmungsvollen Gruselns sein, aber ich bin der Gott von Tim Burton und solange Tim Burton seine Füsse unter MEINEN Tisch...

Engel: OKAY, OKAY. Scheren-Krallen. Mini Frontallappen. Ich hab’s kapiert. JESUS.

Gottheit: À propos: Wie geht’s dem Junior eigentlich...?

--- Heute - im Innern meiner Katze ---

Ideenzentrum: Ich könnte mal miauen.

Logik: Warum?

Ideenzentrum: Warum nicht?

Logik: Was willst du denn damit erreichen?

Ideenzentrum: Woher soll ich das wissen? Das entscheide ich dann, wenn das Menschentier hier ist.

Logik: Aber es schläft.

Ideenzentrum: Und jetzt? Das mache ich 20 Stunden am Tag.

Logik: Ach komm, lass uns sachlich darüber sprechen.

Ideenzentrum: Ich würde ja gerne, aber ich will einfach nicht. Und ich muss jetzt meinen Anus lecken. Adieu.

Aggression: Okay, ich bin zu 97% sicher, dass diese Blumenvase mich gerade mega seltsam angeschaut hat. WAS LUEGSCH SO DUMM?!

Logik: Eine Blumenvase kann nicht schauen.

Aggression: Das hast du über den 15-jährigen Bonsai-Baum auch gesagt und RATE MAL, wer jetzt auf dem Kompost wohnt! Bonsai-Bye-Bye! Bonsayonara!

Appetitzentrum: Woah, Carbonara wär’ jetzt auch geil. Aber mit Catnip statt Peterli. Und Fleischbälleli statt Speck...

Gurgeli: À propos Bälleli, da ist ein Haarklumpen im Anmarsch. Schnell auf den teuren Teppich wechseln. 3, 2, 1, würg, jargh, ächz, chchchchch.... plop.

Hirn: Leute, ich glaube, ich muss zum Psychiater.

Alle andern: Ahja? Wieso?

Hirn: Ich habe solche Mühe, Entscheidungen zu fällen. Das fängt wirklich an, mich im Alltag zu beeinträchtigen.

Alle andern: Ohje. Was steht denn an? Was Grosses?

Hirn: Mega. Also zum einen: Ich würde gerne meine Krallen wetzen, aber ich kann mich nicht entscheiden, ob ich das am Sofa oder am Fauteuil machen soll.

Alle andern: Wir haben doch zwei Kratzbäume und einen Kratztunnel.

Hirn: Ach, ich bin von Anfängern umgeben. Kratzbaum? Echt jetzt? Und dem Menschentier das Gefühl geben, es hätte hier irgendwas zu melden? Sicher nöd. Sofa oder Fauteuil. Fürs Sofa spricht, dass es die Menschen öfter benutzen. Auf der anderen Seite habe ich da letzte Woche schon drauf gekotzt, das hatte also genug Aufmerksamkeit. Bleibt der Fauteuil. Ist auch ein Erbstück, das macht noch mehr Spass.

Alle andern: Oooookay.

Hirn: Gut, wäre das erledigt. Dann die nächste Frage: Wo soll ich schlafen? Auf dem Esstisch, auf der Küchenablage, im Bett oder in der frisch gewaschenen Wäsche?

Alle andern: Aber das sind doch all die Orte, wo wir eben NICHT schlafen sollten.

Hirn: Warum bin ich eigentlich mit Euch Debütanten in einem Körper gefangen?! NATÜRLICH sind das die Orte, wo wir nicht schlafen sollten. Das Menschentier will das so. Es braucht klare Reaktionen auf seine erbärmlichen Versuche, unsere Freiheiten einzuschränken.

Alle andern: Und wenn’s hässig wird?

Hirn: ÜND WÜNNS HÜSSIG WÜRD?! MÜMÜMÜ! Wir haben den Trick mit den grossen Augen und dem auf dem Rücken Rumrugelen nun weiss Gott oft genug geübt, nicht? Einmal schnell Schnurrschnurr, Rugelrugel, und das Menschentier so «JÖÖÖÖÖ, ja, dänn schlafsch halt im Bett, aber nur hüt.» Und drei Nächte später liegen sie seltsam verdreht oder in eine Bettecke gequetscht und mit Rückenschmerzen auf ihren jeweiligen Bettseiten, während wir in der Bettmitte den Katzenstern machen. Idioten.

Darm: Darm-Alarm, Darm-Alarm. Ich muss kacken.

Hirn: Nicht jetzt.

Darm: Aber wiesoooo?!

Hirn: Das Menschentier hat das Kistli heute noch nicht geleert. Wir müssen abwarten, bis es durch den Mund atmend all unsere Hinterlassenschaften herausgesiebt hat wie ein debiler Fäkalien-Goldgräber und das Klo wieder schön frisch und sauber ist und dann legen wir die Jahrhundert-Wurst.

Ideenzentrum: Wenn wir dabei noch ein bisschen in unseren eigenen Pipi stehen, dann werden unsere Pfoten so richtig schön mit Streu paniert, welche wir im Anschluss dekorativ in der Wohnung verteilen können. Das Menschentier mag das besonders. Ein bisschen wie Hänsel und Gretel. Einfach ohne Lebkuchen.

Hirn: Endlich mal einer, der mitdenkt. Jetzt lasst uns das Menschentier nerven gehen.

Ideenzentrum: Wie? Miauen, bis es wach ist, und dann wegrennen und/oder einschlafen? Es dazu bringen, uns Futter zu geben, das wir dann nicht essen? In die Zehe beissen beim Schlafen? Anus ins Gesicht, wenn es aufwacht?

Hirn: Oooooder, wir schnurren rum, schmieren ihm etwas Schnudder ins Gesicht, legen uns auf den Rücken und wenn es dann so richtig voller Liebe unseren flauschigen Bauch streichelt, zerfleischen wir seine Hand...? Okay?

--- Im Himmel ---

Die Gottheit (lachend und Popcorn essend): Ich bin einfach ein brillanter Motherf***er.

Yonni Meyer

Yonni Meyer (37) schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen – direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony – aber nicht weniger unverblümt.
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