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Der Supreme Court in Washington D.C. Hier hatten Juristen über die freie Verwendung wichtiger Programmierschnittstellen zu entscheiden.
Der Supreme Court in Washington D.C. Hier hatten Juristen über die freie Verwendung wichtiger Programmierschnittstellen zu entscheiden.
Bild: keystone

Nicht nur Informatik-Studenten atmen auf: Java-Code durfte kopiert werden

Im Milliarden-Rechtsstreit um die Programmiersprache Java hat Android-Entwicklerin Google von den höchsten US-Richtern Recht bekommen.
06.04.2021, 07:57

Was ist passiert?

Google, respektive der Alphabet-Konzern, hat vor dem obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten von Amerika einen wichtigen juristischen Sieg erlangt. Dabei ging es um die weltweit genutzte Programmiersprache Java.

Den Google-Anwälten ist es gelungen, eine Klage des Softwarekonzerns Oracle wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen abzuwehren. Java gehört Oracle.

Der Supreme Court entschied am Montag in Washington, dass Google keine Rechtsverstösse begangen habe, als es Java-Code für sein mobiles Betriebssystem Android verwendete. Mit einer 6:2-Entscheidung hoben die US-Richter die Entscheidung einer unteren Instanz auf, wie die Nachrichtenagenturen in der Nacht auf Dienstag berichteten.

Um was ging es konkret?

Für Android hatte Google rund 11'000 Zeilen Software-Code der Programmiersprache Java verwendet. Oracle, das Java 2010 mit der Übernahme von Sun Microsystems gekauft hatte, hatte Google noch im selben Jahr verklagt. Google wies die Vorwürfe zurück und erklärte, dass Sun Microsystems die Nutzung von Java, das ursprünglich als offenes und kostenloses Angebot entwickelt wurde, einst begrüsst habe.

Konkret geht es in dem seit Jahren anhaltenden Rechtsstreit um Programmierschnittstellen (API), die ermöglichen, dass verschiedene Anwendungen zusammenarbeiten.

Warum ist das wichtig?

Oracle hat versucht, das Urheberrecht auf Programmierschnittstellen auszuweiten. Mit dem Ziel, Lizenzgebühren in Milliardenhöhe zu kassieren von Google et al.

Diese APIs sollen gemäss heise.de im Sinne der Interoperabilität vom Urheberrecht ausgenommen sein und (weiterhin) frei in neue Software übernommen werden können, die mit der Originalsoftware interagiere.

Der Versuch von Oracle, hier das Urheberrecht zu bemühen, behindere die Innovationen, hatten Google und andere Unternehmen des Silicon Valley gewarnt.

Die höchstrichterliche Entscheidung könnte Auswirkungen auf die gesamte Softwarebranche haben, hiess es.

Einer der Richter am Obersten Gerichtshof sagte nun, dass es der Öffentlichkeit schaden würde, wenn Oracle ein Urheberrecht auf seinen Code geltend machen könnte. Das würde die «zukünftige Kreativität neuer Programme zu einem Schloss machen, dessen Schlüssel nur Oracle» besitze.

Was hat das mit Informatik-Studenten zu tun?

Die Programmiersprache Java wird an Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen verwendet, um Studierenden das Programmieren beizubringen. Auch im Zuge dieses Java-Einsatzes wird relativ viel Code, äh, rezykliert. 😉

Quellen

(dsc)

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