Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Apple CEO Steve Jobs, left, and Google CEO Eric Schmidt, right, smile as they introduce the iPhone during Jobs' keynote address at MacWorld Conference & Expo in San Francisco, Tuesday, Jan. 9, 2007. (AP Photo/Paul Sakuma)

2007 präsentierte Steve Jobs († 2011) das iPhone. Ein Gast auf der Bühne war der damalige Google-Chef Eric Schmidt. Bis heute machen die Tech-Rivalen dicke Geschäfte. archivBild: AP

Apple bevorzugt Google-Suche auf iPhones – und kassiert dafür diese gewaltige Summe

Wenn es um gemeinsame Interessen geht, werden aus erbitterten Konkurrenten Geschäftspartner: Offenbar bezahlt Google jährlich bis zu 12 Milliarden Dollar, damit die Google-Suche auf iPhones voreingestellt ist.



Ein Artikel von

T-Online

Eine Klage des US-Ministeriums gegen den Suchmaschinenkonzern Google bringt interessante Details zum Vorschein – die für Google alles andere als vorteilhaft sind. Die US-Behörde wirft Google vor allem in Bezug auf seine  Suchmaschine einen Missbrauch seiner Marktmacht vor. Das Unternehmen habe es Konkurrenten deutlich erschwert, mit dem Suchgiganten in Wettbewerb zu treten.

Derzeit wickelt der Konzern laut dem Analyse-Unternehmen Statcounter über 92 Prozent aller weltweiten Suchanfragen ab. Auf dem zweiten Platz folgt erst weit abgeschlagen Microsofts Suchmaschine Bing, die gerade einmal auf einen Anteil von 2.8 Prozent des weltweiten Suchvolumens kommt.

Eine Schlüsselrolle kommt hier natürlich auch Googles vorherrschender Stellung bei Android-Smartphones zu. Doch auch bei Konkurrent Apple soll Google mögliche Konkurrenten durch einen besonderen Deal ausgestochen haben.

Der Apple-Google-Deal

Laut einem Bericht der «New York Times» sollen hier jährlich Milliarden US-Dollar fliessen. So gebe es bereits seit einigen Jahren Absprachen, nach denen Google Apple dafür bezahlt, dass auf dessen Geräten Googles Suchmaschine weiterhin integriert ist. Laut einer anonymen Quelle der US-Zeitung zahle Google derzeit zwischen acht und zwölf Milliarden US-Dollar dafür. Eine beachtliche Summe, selbst für Apple. Sie entspricht etwa 14 bis 21 Prozent des Jahresgewinns.

Der Wert für Google ist hingegen auch enorm: Laut Justizministerium komme knapp die Hälfte von Googles Suchvolumen von Apple-Geräten. Ein beachtlicher Anteil, wenn man bedenkt, dass Android einen mehr als doppelt so grossen Marktanteil hat.

Angesichts der gigantischen Summe wird deutlich, dass Googles Konkurrenten hier keine Chance haben, bei Apple ein Bein in die Tür zu bekommen. Im Zuge der Monopolklage gegen Google könnte dieses Abkommen deshalb in Gefahr sein – was vor allem für Google schwerwiegende Folgen bedeuten könnte. Experten gehen zudem davon aus, dass Apple ein Ende der Vereinbarung als Anlass für die Entwicklung einer eigenen Suchmaschine nehmen könnte.

Google muss sich im Wettbewerbsverfahren bis 19. Dezember äussern

Im Wettbewerbsverfahren gegen Google muss der weltgrösste Suchmaschinenbetreiber bis 19. Dezember Stellung nehmen. Das US-Justizministerium und elf Bundesstaaten hatten am vergangenen Mittwoch Klage gegen Google unter dem Vorwurf eingereicht, das Unternehmen missbrauche seine marktbeherrschende Stellung. Die Tochter des Internetkonzerns Alphabet wird beschuldigt, bei Suchergebnissen und im Werbegeschäft Konkurrenten benachteiligt zu haben. Google hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Es dürfte sich um das grösste Wettbewerbsverfahren in den USA seit mehr als 20 Jahren handeln.

Google kontrolliert der Klage zufolge fast 90 Prozent des gesamten Suchmaschinenmarkts in den USA, bei Suchen auf Handys beträgt der Marktanteil sogar fast 95 Prozent. Google zählt mit einem Umsatz von 162 Milliarden Dollar zu den grössten Unternehmen der Welt. Kartellverfahren von ähnlichen Dimensionen gab es in den USA 1998 gegen Microsoft und 1974 gegen AT&T.

(sda/reu)

Verwendete Quellen:

(jnm/t-online)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Wie unser Leben ohne Google aussehen würde

SwissCovid-App noch nicht installiert? Wir helfen dir

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Nach Hilferuf: Corona-Leugner attackieren Spital Schwyz mit negativen Google-Bewertungen

Das Spital Schwyz wandte sich letzte Woche mit einem emotionalen Video-Appell an die Bevölkerung und bat darum, die Hygienemassnahmen einzuhalten. Das passte den Corona-Leugnern nicht und sie fuhren die Krallen aus: in Form von negativen Google-Rezensionen.

Weil die Infektionszahlen des Kantons Schwyz in den letzten Wochen rasant anstiegen, hatte sich das Spital Schwyz mit einem Youtube-Video an die Bevölkerung gewandt.

Der Chefarzt der Inneren Medizin und die Spitaldirektorin rufen die Schweizerinnen und Schweizer dazu auf, die Corona-Massnahmen einzuhalten. Es sei wichtig, dass die Bevölkerung jetzt reagiere. Der Corona-Ausbruch in Schwyz sei einer der schlimmsten in ganz Europa.

Der Zentralschweizer Hilferuf schallte bis über die Landesgrenzen …

Artikel lesen
Link zum Artikel