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epa08839597 US President Donald J. Trump joined by Vice President Mike Pence (R), delivers brief remarks on the stock market and the Dow reaching 30,000 for the first time in history, at the White House in Washington, DC, USA, 24 November 2020.  EPA/KEVIN DIETSCH / POOL

Trump während seines Kurzauftritts am Dienstag im Weissen Haus. Bild: keystone

Trump hält Pressekonferenz – und verlässt den Raum bereits nach 64 Sekunden

3 Szenen von Dienstag, welche in den USA gerade zu reden geben.



Kürzeste Pressekonferenz

Gespannt wartete das Pressekorps am Dienstag im Briefing-Room des Weissen Hauses auf den US-Präsidenten. Würde Trump drei Wochen nach den US-Wahlen seine Niederlage eingestehen? Gestern hatte er ja immerhin den Transitionsprozess in die Wege geleitet.

Dann kam der Präsident der Vereinigten Staaten und ... überraschte alle. Das war «verdammt seltsam», hörte man einen Journalisten sagen, als der Auftritt vorbei war.

Was ist also passiert? Nun, Donald Trump war nicht etwa gekommen, um dem nächsten Präsidenten, Joe Biden, zu gratulieren. Nein, er gratulierte eigentlich sich selber und zwar zu einem historischen Meilenstein. Der Dow Jones hatte soeben erstmals die Marke von 30'000 Punkten erreicht.

Er gratulierte «all den Menschen in der Administration, die so hart gearbeitet haben». 30'000 sei eine heilige Zahl. «Niemand dachte, das wir das je sehen werden.»

Nun ist es ja nicht ungewöhnlich, dass Trump gerne über seine Erfolge redet. Dennoch war sein Auftritt am Dienstag ganz anders als sonst: Er dauerte lediglich 64 Sekunden. Dann trat der Präsident mitsamt der vizepräsidialen Eskorte bereits wieder ab. Ohne eine Frage zu beantworten.

«Kürzestes Briefing ever», twitterte CNN-Reporter Jim Acosta. Er beschrieb Trumps Verhalten danach wie folgt (eine Übersetzung macht wohl keinen Sinn):

Die perfekte Journalisten-Frage

Wenig später trat Trump nochmals vor die Kameras. Zum letzten Mal in seiner Präsidentschaft begnadigte er einen Truthahn vor dem sicheren Thanksgiving-Tod. Die Tradition will das so. Fragt nicht. Auch hier gab sich der Präsident so, als sei alles wie immer. Er lobte kurz den Impf-Effort, hielt sich aber ansonsten ans Protokoll.

Die Szene, welche daher für am meisten Aufsehen sorgte, ereignete sich kurz nach der Begnadigung. Ein Journalist hatte die passende Frage bereit. Er wollte von Trump nicht wissen, welchen Truthahn, sondern ob er sich selber begnadigen werde.

Nach seiner Amtszeit muss sich der Präsident mit diversen juristischen Angelegenheiten auseinandersetzen, welche unter Umständen böse für ihn enden könnten. Deshalb wird seit längerem darüber spekuliert, ob sich Trump selber begnadigen wird oder vielleicht sogar Mike Pence damit beauftragt.

Sei's drum: Eine Antwort gab es an diesem Dienstag nicht.

Blinkens Pathos

Weiter vorwärts geht es derweil mit der Regierungsbildung im Team Biden. Der designierte Präsident stellte am Dienstag seine Kandidaten für die Schlüsselposten vor. Etwa Antony Blinken, welcher US-Aussenminister werden soll.

Dieser wartete mit einer persönlichen Geschichte auf, die jetzt auf Social Media rege geteilt wird. Blinken erzählte, wie sein verstorbener Stiefvater vier Jahre Konzentrationslager der Nazis überlebte. Als einziges von 900 Kindern seiner Schule in Polen.

Am Ende des Krieges hatte sich Blinkens Stiefvater in einem Waldstück versteckt, als er einen amerikanischen Panzer vorbeifahren sah. Er sei hingerannt und ein afroamerikanischer Soldat habe zu ihm heruntergeschaut. Er habe sich hingekniet und die einzigen drei englischen Wörter gesagt, die er kannte: «God bless America.» «Das ist, wer wir sind», so Blinken. Das sei das, was Amerika für die Welt bedeute.

Blinken liess es auch in der Folge nicht an Pathos mangeln. Der US-Aussenminister meinte: «Amerika ist immer noch fähiger als alle anderen Länder der Welt, andere zusammenzubringen, um den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen.» (cma)

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