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bild: shutterstock / watson

Ein Abend mit Sex, aber ohne Dreier, mit Max und Suff-SMS-Sandro

Ich schlafe ja seit Neustem mit Max, meinem Nachbarn. Das ist sehr praktisch. Meistens. Ausser dann, wenn Suff-SMS-Sandro spontan klingelt. Und Max schon da ist. Und wir schon nackt sind. Aber von Anfang an.
11.03.2021, 09:51

Ihr wisst, wie das ist. Anflug von Panik. Herzrasen. Schnappatmung. Schweissausbruch. Der Drang nach Flucht. Dann Ausweglosigkeit.

In meinem Fall, weil ich bei meinem emotionalen Ausraster bereits daheim bin. Mit Max. Meinem Nachbarn. Wir beide quasi nackt. Hatte glaubs noch ein Hösli an. Oben nix. Er maximal noch seine Boxershorts. Als es klingelte.

Und klingelte.

Und klingelte.

Wenn es bei mir nach Mitternacht mehr als drei Mal klingelt, dann weiss ich: Suff-SMS-Sandro steht vor der Türe. Was zu 99,9 Prozent super ist, zumal ich seine Spontanbesuche sehr liebe.

Ausser eben, wenn schon jemand anderes da ist. Was es noch nie gab. Und seit Corona noch weniger. Bis eben neulich abends.

Aber von Anfang an. Ich schlafe ja seit einer Weile mit Max, meinem neuen Nachbarn aus dem zweiten Stock. Max ist biz älter, biz weiser, biz graumelierter als alle zuvor.

Ich finde Max super. Sowohl im als auch ausserhalb des Bettes. Max kocht geil. Max redet lustig. Max sieht heiss aus. Max knutscht und fingert wie ein Weltmeister.

Es ist auch so, dass Max und ich zurzeit ständig zusammen abhängen. Ob das jetzt nur wegen Corona so ist, weiss ich nicht. Kann sein, muss aber nicht. Wir haben jedenfalls eine Menge Spass. Ohne Verpflichtungen. Also glaubs. Wir reden nicht darüber. Sind aber oft kuschlig. So ein bisschen pärlig irgendwie. Auch da, keine Ahnung, ob es die Corona-Einsamkeit ist, die uns zu dem macht, oder ob sich da mehr anbahnt.

Das Gipfeltreffen der Giganten meines Bettes

Vor nicht allzu langer Zeit hatte Max noch einen One Night Stand. Die Trulla habe ich im Treppenhaus erwischt.

Das war easy. Weil wir ganz am Anfang standen. Derweil aber fühlt es sich etwas schräg an, wenn da noch jemand wäre. Nicht, dass wir Exklusivität vereinbart hätten. Aber so rein vom Gefühl her.

Und damit zurück zur Panik. Max und ich jedenfalls liegen vorgestern grad so auf dem Sofa und knutschen und fummeln. Als es eben klingelt und klingelt und klingelt.

«Erwartest du Besuch?», fragt er.

«Nein», sage ich.

«Hast du einen mühsamen Ex oder sonst jemand Penetrantes, den ich wegschicken soll?»

«Nein», sage ich. «Das muss Suff-SMS-Sandro sein.»

Max kennst SSMSS von diesem Blog.

Er lacht.

«Lass ihn rein!»

Derweil klingelt es schon sieben weitere Male.

«Ich hab was für dich!», schreit SSMSS in die Gegensprechanlage.

Was, will ich wissen!

«Ein Bier, ein selbst gepflücktes Blüemli und einen Peeeeeenis», lallt er.

Fuck, denk ich.

Max grinst.

«Hab Besuch», sag ich.

«Ist sie geil?», fragt SSMSS.

«Ein Er.»

«Auch okay», findet Sandro.

Max lacht.

Ich lass Suff-SMS-Sandro rein. Und zieh mir husch ein weisses T-Shirt über. Meine Nippel sind hart. Von der Kälte! Max lacht immer noch.

Dann steht Sandro da. Die Männer grüssen sich freundlich.

Ich biete ihnen ein Bier an. Holt Sandro gleich selber aus dem Kühlschrank.

Wir setzen uns an den Küchentisch. Max hat als passionierter Leser einige Fragen an Sandro.

«Was ist das für eine Geschichte zwischen Emma und dir?»

«Eine Gute», sagt Sandro. «Eine mit viel Wohlwollen und ohne Eifersucht.»

«Dass wir gerade keine Briefmarkensammlung angeschaut haben, macht dir nichts?», will Max wissen.

«Nicht nur nichts. Ich freu mich. Für Emma und für dich.»

Ich muss mal.

Wie eine polyamouröse glückliche Familie!

Als ich zurückkomme, haben die beiden ein Chäferfest. Sie unterhalten sich, wenn ich richtig verstehe, über Playstation-Games. Suff-SMS-Sandro baut eine Tüte. Max holt in Boxershorts und im Hoodie eine Tafel Schokolade aus meinem Chuchichäschtli.

Kurz fühle ich mich wie in einer polyamourösen Gemeinschaft. Und finds voll schön. Auch als wir zu dritt, ich in der Mitte, auf dem Sofa lungern, ists schön. Ob es sexy ist, weiss ich nicht so recht.

Als könnte er meine Gedanke lesen, fragt Sandro, ob das auf einen Dreier rausläuft hier. Und wenn ja, sei das voll easy, er sei aber schon sehr hetero. Ich müsse also schon im Zentrum stehen.

«Muss nicht sein», findet Max.

«Für mich auch nicht», sag ich.

«Okay», sagt Sandro.

Er trinkt sein Bier aus, plaudert noch biz mit uns und verabschiedet sich dann. Vor der Wohnungstüre drückt er mir einen Kuss auf den Kopf und wünscht mir «viel Spass, Emma, das ist ein guter Typ.»

«Lustiger Dude», sagt auch Max über Sandro. «Ich weiss», sag ich. «Und doch fühle ich mich zu dir gerade mehr hingezogen», sag ich.

«Glück gehabt», findet Max.

Dann haben wir Sex.

«Max, müssen wir mal … du weisst schon … über das alles hier reden?»

«Von mir aus nicht. Ich mag die Ungewissheit, das Unverbindliche.»

Mehr Unkompliziertheit könnte ich mir nicht wünschen.

Und während meine Affäre also selig neben mir einschlummert, nachdem sie eine Stunde mit mir und meiner Dauer-Affäre verbracht hat, frage ich mich immer noch:

Bin ich gerade das glücklichste Mädchen der Welt oder ist das alles hier einfach nur eine sehr schräge Geschichte mit schrägen Verwirrungen?

Bevor auch ich ganz wegschlafe, weiss ich es:

Ich nehme das glücklichste Mädchen der Welt. Meiner Welt.

Adieu,

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ISBN: 978-3-03902-124-6
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Buchpreis
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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
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bild: watson
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