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bild: watson / shutterstock

F*ck you, Liebeskummer, ich gehe jetzt Bäume umarmen!

Ich bin wieder zurück daheim. Und zurück im Tal der Tränen. Dass eine Trennung ohne Beziehung so scheissweh tut, finde ich fies. Da es jetzt aber so ist, versuche ich den Liebeskummer zu umarmen. Oder so. Bäh!
03.06.2021, 10:0104.06.2021, 11:00

Ich sitze auf dem Sofa. Bin vor zwei Stunden nach Hause gekommen. Wollte eigentlich länger im Welschen bleiben. Hab mich da aber noch einsamer gefühlt in meinem Liebeskummer.

Jetzt so daheim ist der Herzschmerz zwar kein bisschen kleiner geworden. Es tut aber gut, mein eigenes Kissen vollzurotzen, während ich mir enorm leid tue. Und in meiner eigenen Badewanne zu liegen, während ich Mariah Carey höre oder alte «Friends»-Folgen ansehe.

Manchmal wünsche ich mir, ich wäre Monica. Die hat Chandler. Und tolle Freunde. Muss nicht daten. Muss keinen Liebeskummer haben. Hat keinen Max mit Kartoffel, der zwar sie, aber keine Kartoffel mit ihr will. Bloss: Monica ist nervig. Hat Marotten. Ist total unentspannt. Will also doch nicht Monica sein.

Phoebe schon gar nicht. Kenne wenig nervigere Personen als Phoebe.

Scheisse, bin ich Rachel?

Rachel. Hach, Rachel. Suff-SMS-Sandro sagt oft, dass ich die gleiche Frisur wie Rachel habe. Und manchmal, sagt er, sei ich ähnlich unzugänglich wie Rachel. Obwohl Rachel alles und jeden bekommt, den sie will. Die Hänsin im Schneckenloch halt.

Mit Rachel ist es so, wie ich es in meiner Beziehung zu mir selber lebe und fühle. Ich mag Rachel. Auch wenn sie mir hie und da sehr auf den Sack geht.

Aber eigentlich wollte ich etwas anderes erzählen. Pardon, bin wirklich nicht ganz Herrin meiner Sinne. Weil: L-I-E-B-E-S-K-U-M-M-E-R. Und hier daheim von der übelsten Sorte.

Schliesslich ist Max nur zwei Stockwerke von mir entfernt. So nah und doch so fern. Gibt glaub's ein Lied mit so einer Textpassage. Könnte ich hören. Oder ich lass es besser sein. Mir gehen die Nastüechli aus.

Aber eben, eigentlich wollte ich was anderes erzählen.

Zurück auf mein Sofa. Ich liege also so da und scrolle mich sinnlos durch meinen Insta-Feed. Bleibe bei Mahara McKay hängen. Ich find Mahara geil. Und unglaublich schön. Ich feire sie aber aus anderen Gründen. Die hat alles hinter sich gelassen, um auf der ganzen Welt Tantra und Yoga zu unterrichten.

Und Bäume zu umarmen. Ihr neuster Post zeigt einen XL-Baum, den sie umarmt. Sollte ich vielleicht auch mal versuchen. Hilft's nüüt, schadet's nüüt. Mahara ist zurzeit übrigens mit einer Frau liiert. Könnte ich auch mal probieren vielleicht. Finde Brüste ja super. Leider finde ich Penisse noch superer.

Anyhow.

Huch. Höre ein Poltern im Treppenhaus. Max? Tochter Lou? Ich bin der Kleinen ja noch nie live begegnet. Max’ Ex mit Lou? Happy Patchwork-Familie während ich mir hier oben die Augen ausheule und Mariah gerade «Love takes time to heal when you're hurting so much, couldn’t see that I was blind to let you go, I can't escape the pain inside …» singt?

Mariah Carey «Love Takes Time»

Werde never ever jemals wieder etwas mit einem Typen anfangen, der im Umkreis von einem Kilometer wohnt.

Cleo, die Retterin in Not!

Max und ich haben übrigens keinen Kontakt. Natürlich habe ich ihm schon 629 Nachrichten geschrieben, die ich nicht abgeschickt habe. Und immer, wenn er auf WhatsApp online ist, bleibt mir das Herz stehen. Leider steht da aber immer nur «online» und nie «typing».

Wobei gell. Was gibt's zu sagen? Die Lage ist klar: Er will keine Kinder mehr, ich will mir die Option auf Kinder nicht nehmen lassen. Aus, die Scheiss-Maus!

Wenigstens ist Cleo gerade in der Stadt. Sie steht mit Wein aus der Provence und mit Donuts vor der Türe.

Will aber lieber alleine sein.

Oder mit Max irgendwo an einem Strand, wo wir verliebt in den Sonnenuntergang reiten.

Cleo versteht's. Sie bleibt trotzdem. Dreht Mariah auf. Reicht mir Nastüechli. Motiviert mich zum Koffer auspacken. Stellt Wein, Bier, ein Joghurt, etwas Gonfi und fürs Gewissen ein paar Tomaten und eine Gurke in meinen Kühlschrank.

Und sie wechselt meine Bettwäsche. Weil diese noch nach Max riechen könnte.

Ich hassliebe Cleo dafür.

Ok, ich liebe sie sehr viel mehr dafür als ich sie hasse.

Ich hasse Cleo natürlich null.

Ich hasse nur die Tatsache, dass ich keinen Mann kenne, der wie Cleo ist. Den würde ich heiraten.

Falls ich denn überhaupt mal heiraten will.

Achtung, nächster Heulkrampf im Anflug.

Alles übel. Alles scheisse.

Sollte eventuell mal Mahara schreiben und nach Baumtipps fragen.

Oder ich schreibe alten Bekanntschaften. Macht man doch so mal im Liebeselend.

Hauptsache, ich schreibe Max nicht.

Hurengopferdeckelsiechnamal.

Also, wo gibt's jetzt die geilsten Bäume?

8-ung: Mir ist bewusst, dass das ein wirrer Text ist. Er ist aber nicht mal im Ansatz so wirr wie meine Gefühle, mein Liebeskummer, mein Weltschmerz.

Adieu,

Hey, Emma, hier ein paar lustig aussehende Bäume:

1 / 15
Lustig aussehende Bäume
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So freuen sich die ersten Kunden der Gartencenter

Video: watson
PS: Emma Amour gibt es jetzt auch als Buch!
«EMMA AMOUR UND KID CLEO – Liebe, Sex und andere Eskapaden»
Emma und Cleo gibt es als Buch! >>

Sexpannen, Liebeskummer und verrückte Dates: Niemand erzählt in der Schweiz so authentisch und unverblümt wie Emma Amour. Seit Januar 2018 lässt die Zürcherin die watson-User an ihrem Leben teilhaben. Wenn sie eine Auszeit nimmt, springt ihre beste Freundin Cleo ein.

Emma und Cleo könnten unterschiedlicher nicht sein, was sie jedoch verbindet: ein zeitweise fantastisches, zeitweise frustrierendes, aber nie langweiliges Liebes- und Sexleben.

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Informationen zum Buch
Herausgeberin: watson
Erscheinungstermin: 12.02.2021
ISBN: 978-3-03902-124-6
Einband: Broschur mit Klappe
Umfang: 160 Seiten, 8 Illustrationen
Format: 13,5 x 21

Buchpreis
CHF 18.00 (CH)
EUR 18.00 (D)
EUR 19,00 (A)
Emma Amour ist ...
… Stadtmensch, Single, Mitte 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
bild: watson
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