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bild: shutterstock / watson

Ihr Kinderlein kommet oder kommet doch nicht!?

Es ist, wie es ist. Ich bin in Max verschossen. Max findet mich auch gut. Max hat aber ein Kind. Und ich weiss nicht, ob ein Mann mit Kind gut für den Mann, das Kind und mich ist. Und sowieso und überhaupt: Will ich jemals eigene Kartoffeln? Aaaaaaahhh!
15.04.2021, 11:00

Eigentlich ist es ja gut. Nein, nicht eigentlich. Es ist gut. Ich bin in Max verknallt. Max findet mich auch gut. Was Max aber nicht gut findet, sind Labels. Er will unserer Beziehung nicht den Beziehungs-Stempel aufdrücken.

Der Grund ist simpel. Max ist ein gebranntes Kind mit Kind. Max’ Tochter Lou ist fünf Jahre alt. Er und Lous Mutter haben sich vor zwei Jahren getrennt. Seit da hat er sich auf zwei Frauen eingelassen, die zuerst sein Herz berührt und dann gebrochen haben. Und auch Lous Mutter war es, die Max’ den Laufpass gegeben und Lou mitgenommen hat.

Max sagt, dass ein Kind das Unromantischste für eine Beziehung ist. Mehr noch. Max sagt, dass ein Kind DIE Härteprüfung für eine Beziehung ist. Max findet es viel simpler, monatelang nicht durchzuschlafen und sein eigenes Leben für ein Baby aufzugeben als eine Beziehung und ein Baby unter einen Hut zu bringen.

Ich kann mir das alles absolut nicht vorstellen.

In meiner sehr heilen Vorstellung sind Kinder an Romantik nicht zu überbieten. Wir kennen alle diese typischen Schokoladen-Werbungen: Da spielen immer sehr gut gelaunte attraktive und meist braungebrannte Väter in den wahnsinnig hübschen Gärten vor ihren tollen Häusern mit ihren zauberhaften Kindern, während die sehr entspannte Mutter im luftigen Kleid mit einem riesigen Lachen etwas Süsses in den Garten bringt und dann alle auf einer Decke gemeinsam Dessert essen und den Familienhund streicheln und sich alle lieben und herzen und einfach nur unwahrscheinlich glücklich, entspannt und zufrieden sind.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es anders ist.

Schon klar, nachts aufstehen ist ein Seich. Aber so zu zweit in der Stille der Nacht so ein herziges Bündeli Mensch umsorgen, das man zusammen aus Liebe geschaffen hat, das ist doch versöhnlich und schön und alles. Nicht?

Die Bio-Uhr ist mir Wurst!

Und dann Ausflüge an den Wochenenden. Alle Hand in Hand. Alle happy. Pommes und Chicken-Nuggets in der Beiz. Das strahlende Kind auf dem Spielplatz. Die Eltern innig umarmt auf dem Bänkli, ihre Kartoffel anschmachtend.

So in etwa stelle ich mir das Kinderhaben vor.

Warum ich dennoch absolut nicht weiss, ob ich selber welche will, weiss ich auch nicht. Ich weiss aber, dass Babys bekommen nicht mein erster und innigster Wunsch ist. Sollte ich aber den richtigen Mann finden, kann es sehr gut sein, dass ich übermorgen schon loslegen will.

Zusammenfassend ist das dann wohl so: Kinder können, müssen aber nicht unbedingt sein. Was ich noch entspannend finde. Diese Bio-Uhr kann von mir aus eins vor Explosion sein. Ich hab keine Angst. Sorry, Mami.

Damit zurück zu Max. Und Lou. Und Max und mir. Es ist, um es alt-facebookisch zu sagen, kompliziert. Weil eben, er will nicht labeln, ich will lieber keinen Freund mit Kind. Was eventuell fies ist. Könnte ja super kommen. Ich mag Kinder ja. Fünfjährige Mädchen sind lustig. Sie stellen lustige Fragen, können altklug sein und finden meist Einhörner super.

Angst statt Leichtigkeit

Ich weiss das, weil ich gleich mehrere Freundinnen mit Töchtern in diesem Alter habe. Die eine droht ihrem Mami damit, dass diese nicht an ihren Geburri darf, wenn sie jetzt nicht aufhört zu schimpfen. Eine andere hat sich die ganze enorm teure Schminke ihrer Mutter ins Gesicht gepampt. Die Dritte will ständig sehr detailliert wissen, woher ihr kleiner Bruder denn genau gekommen ist.

Ich sags ja. Kleine Heldinnen. Kleine Heldinnen, die mein Herz berühren.

Und trotzdem sind da, wo jetzt diese Leichtigkeit sein sollte, Ängste. Max wird mindestens jedes zweite Wochenende keine Zeit für mich haben. Max wird sich nie so viel leisten können wie ich als Alleinstehende. Werden wir jemals geile Reisen machen können?

Max wird immer mit Lous Mutter verbunden sein. Werde ich eifersüchtig sein? Wird sie eifersüchtig sein? Wird mich Lou für eine Monster-Stiefmutter halten? Bin ich eine Stiefmutter? Bin ich überhaupt eine Mutter? Muss ich Lou miterziehen? Oder darf ich nicht mal dann was sagen, wenn sie auf meiner Nase Tanzfeste veranstaltet?

Shit hey.

Ich habe keine Ahnung.

Ich weiss nur, dass dieser Max mein Herz berührt.

Und dieses berührte Herz hat schon lange nicht mehr so geflasht vor sich hingepöpperled.

Wird Max sich doch noch zu einem Label hinreissen lassen? Will ich das überhaupt? Werden wir das Kind gemeinsam schaukeln?

Hilfe, liebe User*innen, Hilfe!

Danke.

Adieu,

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ISBN: 978-3-03902-124-6
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Format: 13,5 x 21

Buchpreis
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EUR 19,00 (A)

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Emma Amour ist ...
… Stadtmensch, Single, Mitte 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
bild: watson
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