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«Liebe Emma, wie führt man ‹DAS› Gespräch?»

28.02.2019, 09:55
Liebe Emma,

ich (20) treffe mich mit einem zwei Jahre älteren Mann, der noch nie eine Beziehung hatte.

Wir verstehen uns toll, auch auf sexueller Ebene. Ich bin ein bisschen verknallt. Wir unternehmen zwar Dinge abseits des Schlafzimmers, haben aber noch nie ein Wort darüber verloren, was da zwischen uns eigentlich läuft.

Kann also gut sein, dass er nur Sex möchte und mich jeden Moment ghostet oder noch drei andere Frauen vögelt.

Meine Freundinnen raten, das Gespräch mit ihm zu suchen; ich solle mich ja nicht ausnutzen lassen.

Da sehe ich aber mehrere Probleme:

a) Ein Gespräch könnte die wunderbare Lockerheit zerstören.

b) Ich weiss selbst nicht, was ich möchte.

c) Ich habe wohl auch so 5 Prozent Angst vor der Wahrheit.

Ist es nicht völlig in Ordnung, nichts zu sagen und mit dem Risiko zu leben, ein paar Tage/Wochen leichten Liebeskummer zu ertragen? Mir ist das nämlich 10 Mal lieber als One-Night-Stands mit Fremden.

Vielleicht ist das so eine typische Frage einer Person, die eigentlich genau weiss, was sie hören muss. Na ja.

Danke, dass du dich mit uns abquälst!

Liebe Grüsse,
Kim

Liebe Kim,

beim lesen deiner Mail habe ich mehrmals sehr geschmunzelt. Zum einen, weil du deine Situation sehr charmant niederschreibst. Anderseits weil ich sehr genau weiss, wie du dich fühlst. Auch weil ich genau gleich ticke wie du.

Wenn es darum geht, meine Verliebtheit zu kommunizieren, werde ich winzig klein.

Du siehst, ich bin zu 100 Prozent mit dir. Trotzdem aber ist es genau so, wie du weisst, wie du es noch einmal hören willst/musst und wie deine Freundinnen alle raten: Es führt kein Weg drumherum, dem Guten zu sagen, dass dein Herz in die Geschichte involviert ist.

Natürlich kannst du warten, bis er dich ghostet. Und/oder mit dem Gedanken leben, dass er sich auch mit anderen Mädels in Betten wälzt. Um dann am Schluss, wenn es dann wirklich so sein sollte, wahrscheinlich doch etwas sehr viel mehr Herzschmerz zu haben, als nur ein paar Tage oder Wochen.

Ich habe in den letzten paar Jahren aber etwas Elementares gelernt: Kommunizieren ist gar nicht so schlimm. Die Ungewissheit ist der Sauhund. Kommunizieren ist eher wie ein Pflaster wegreissen: Kurz ist's heftig und kann weh tun. Danach aber ist man erlöster, befreiter und weiss, woran man ist.

Wenn du also ernsthaftes Interesse an dem Mann hast, dann bin ich sehr dafür, dass du mit der Sprache rausrückst. Ja, auch auf die Gefahr hin, dass dann die Lockerheit vorbei ist.

Einfach weil ein Ende mit Schrecken besser ist als eine verheimlichte Verliebtheit mit ständiger Ghosting-/er-vögelt-andere-Angst im Nacken.

Noch was: Dass er mit 22 noch nie eine Beziehung hatte, finde ich kein bisschen schlimm. Im Gegenteil. Sollte er auch in dich verknallt sein, wäre es doch toll, wenn du seine erste grosse Liebe werden würdest. Und wenn nicht, dann weisst du es wenigstens. Und kannst dich, nachdem du dich ausgeheult hast, auf Neues konzentrieren.

Ganz egal, wie es kommt und was du tust: Ich drücke dir aus der Ferne den Daumen, bis er ganz blau ist.

Alles Liebe,

Und was würdest du Kim raten?

Die Geschichten aus dem Leben von Emma Amour:

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Emma Amour ist ...
... Stadtmensch, Single, Anfang 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deinen Fragen annimmt. Und keine Sorge, so wie auch Emma, wirst auch du mit deiner Frage anonym bleiben. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
bild: watson

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