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bilder: shutterstock / bearbeitung: watson

Wie ich aus dem Fest der Liebe das Fest des Sex' mache

In ein paar Tagen ist es wieder soweit: Ich werde mich im Kreis meiner Familie unangenehmen Fragen stellen, allen ein bisschen leid tun (mir selber auch), um dann am Ende doch glücklich meiner besten Weihnachtstradition zu frönen: der auf Suff-SMS-Sandro oben.
21.12.2018, 09:29

In Sachen Weihnachten geht es mir wohl ähnlich wie vielen anderen Singles. Oder auch Paaren. Die sich ja vorwiegend während des Fests der Liebe und/oder an Silvester gerne mal heftig zoffen.

Zurück zu den Alleinstehenden. Ich bin in meiner Sippe übrigens the last Single standing. Selbst meine zehn Jahre jüngeren Cousins und Cousinen sind liiert – gemeinsames Wohnen und gemeinsame Hobbys inklusive.

In ein paar Tagen also werden wir uns alle treffen. Onkel, Tanten, Eltern und Kindeskinder. Wir werden alle unglaublich «glücklich» darüber sein, uns endlich wieder mal zu sehen und wir werden sagen, dass wir das öfters als nur an Weihnachten tun sollten. Bla Bla. Dann werden wir das grosse Fressen starten, bevor wir alle halbtot auf Sofas und Sesseln rumliegen werden.

Spätestens da werde ich einen Blick auf mein Handy werfen, um zu schauen, ob das SMS, das mich jeden 24. Dezember im Jahr erreicht, schon da ist. Darin wird dann stehen, wie lange es noch circa bei ihm dauern wird und ob wir uns bei ihm oder mir treffen sollen.

Der geneigte User wird eventuell bereits wissen, wer der Absender sein wird: Suff-SMS-Sandro. Auf meinen wunderbaren Freundschaft-plus-Lover ist schliesslich Jahr für Jahr Verlass.

Der Held ist mein rauchender Papa

Ich werde mich dann grinsend zurück aufs Sofa fallen lassen. Irgendeine schrullige Tante, ein leicht alkoholisierter Onkel oder meine etwas verzweifelte Mutter wird dann wie immer fragen, ob ich wegen eines Mannes so lache. Ich werde, wie immer, «villicht» sagen.

Spätestens hier wird der ganze Clan einstimmen. Ich werde gefragt, warum ich immer noch Single bin, was denn mit den Männern los sei, was mit mir, ob meine Ansprüche eventuell zu hoch seien, ob ich denn an Dates gehe und überhaupt gewillt sei, jemanden kennenzulernen, und ob es denn wirklich niemanden gäbe, der zu mir passen würde.

Ich werde die Leier über mich ergehen lassen, während ich möglicherweise ein, zwei Gläser Rotwein über den Durst trinke und einfach nur warte, bis dieser Shizzle hier vorbei sein wird.

Mein Papa wird, wie immer, mein einziger Verbündeter sein. Das liegt zum einen daran, dass wir die Einzigen sind, die rauchen. Anderseits war mein Vater früher selber etwas bindungsunfreudig und kann deswegen meinen Status sehr gut nachvollziehen.

Gegen 23 Uhr werde ich dann langsam meinen Abgang einläuten. Ich werde irgendwas von Cleo und Party erzählen. Meine Mutter wird strahlen und mich daran erinnern, dass wir da sicher tolle Single-Männer kennenlernen können. Meine Tanten, Onkel, Cousins und Cousinnen werden mir ebenfalls zuzwinkern und zunicken.

Zum Fest des Sex' viele Stellungen

Dann werde ich nach Hause fahren, den ganzen Chnobli-Duft aus meinen Poren und meinen Haaren waschen und die Musik aufdrehen, während ich mich zu meinem ganz eigenen Fest der Liebe, beziehungsweise des gepflegten sehr guten Sex’, vorbereiten werde.

Dann wird es an meiner Tür klingeln, Suff-SMS-Sandro wird reinstürmen, sein Zeugs auf meinem Boden verteilen, einen easy Joint drehen (CBD natürlich!) und ein Bier aus meinem Kühlschrank nehmen. Dann werden wir uns ein bisschen über unsere Abende lustig machen.

Spätestens danach werden wir das Fest so feiern, wie es fällt – in der Horizontalen. Und in der Vertikalen. Ich auf ihm. Er auf mir. Er hinter mir. Ich vor ihm. Und so werden wir wie jedes Jahr ein grandioses Weihnachten zusammen verbringen, bevor wir dann am 25.12. mit bestem Gewissen das tun können, was uns beide (nach Sex) am glücklichsten in unserer Amour fou macht: Ich ohne schlechtes Gewissen alle Teile «Sissi» gucken. Und er ohne schlechtes Gewissen den ganzen Tag Playstation zocken.

Na dann, bring it on, X-mas!

@alle Weihnachtsromantiker: Kommt mir jetzt nicht mit Sandro und ich sollten ENDLICH MAL RICHTIG ZUSAMMEN SEIN. Weil: Wir wollen nicht. Wirklich nicht. Und nicht nur wegen «Sissi» und Playstation zelebrieren ohne schlechtes Gewissen. Aber auch ein bisschen darum.

Adieu,

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
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