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montage: watson / material: shutterstock

Sie wollten einen Tinder-Threesome und kriegten ein Tränenmeer

Als Frau, die Tinder nutzt, weisst du: Auf der Dating-App tummeln sich viele Paare, die sich einen Dreier wünschen. Ich habe eines davon getroffen.
15.02.2019, 09:19

Hier ein bisschen Brüste, da ein nackter männlicher Oberkörper und dann noch ein Foto, auf dem sich ein Paar küsst. Die Bilder sind meist schwarz-weiss. Ihre Gesichter zeigen sie meistens nur auf Anfrage.

Ich swipe solche Accounts üblicherweise weg. Nicht, weil ich per se etwas gegen Paare habe, die wegen des Sex' auf Tinder sind. Ich fühle mich einfach höchst selten bis nie von Pärli-Accounts angesprochen.

Bis ich letztens mit «you_me_her» matche. Statt billigen Erotikaufnahmen setzen die zwei auf coole Pics, die sie von hinten knutschend auf ihren Skateboards zeigen. Ein anderes Bild gewährt einen Blick in ihr sehr cooles Schlafzimmer. Das dritte Bild ist ein Schnappschuss von ihnen an einer Strandparty.

Auf ein Sex-Date ohne (Chat-)Umwege

Bin begeistert. Und hab fast ein Herzchriesi, als «It’s a Match» auf meinem Handy steht. Ich habe grad einen guten Lauf und frage, ob wir uns, ganz ohne zu chatten, mal treffen wollen. Mit, natürlich, der Option, dass jeder jederzeit ein Veto einlegen darf, wenn's dann doch nicht ganz passen sollte.

«Bis hier absolut kein Veto. Donnerstagabend, 21 Uhr?», fragen «you_me_her». «Donnerstag, 21 Uhr», antworte ich. Bis Donnerstag, 21 Uhr, dauert es noch zwei Tage. Zwei Tage, die ich damit verbringe, ziemlich nervös zu sein. Der Fakt, dass es sich hier ein bisschen wie 2 gegen 1 anfühlt, verunsichert mich sehr.

Und dann ist Donnerstag, 21 Uhr. Ich betrete die Bar um 21.07 Uhr. «you_me_her» sitzen an der Bar. Das Haar des Mädels ist lang, etwas strubbelig, blond. Ihr Gesicht ist ausserordentlich hübsch. Die Augen grün. Ein paar Sommersprossen zieren ihre Nase. Braun ist sie.

Er ist, ich kann's nicht anders sagen, heiss. Sein Haar ist ebenfalls zerzaust. Das Gesicht auch sehr schön. Sein Look sehr easy going. So stelle ich mir Bilderbuch-Surfer vor. Das sage ich auch. Sie lachen. Surfen sei tatsächlich ihr ganz grosses Ding.

Wenn zwei knutschen und ich die Dritte bin...

Wir verstehen uns super. Und lachen viel. Nur ob hier Erotik in der Luft liegt, kann ich nicht so recht sagen. Wir umschiffen das Thema gänzlich. Irgendwann lenkt er das Gespräch auf Tinder. Was ich da genau suche. Wieso ich auf der App drauf bin. Ob ich schon andere Paare getroffen habe.

Während ich erzähle, werden die zwei kuschelig. Und offenbaren, dass ich ihre erste Verabredung im real life bin. Sie sind seit drei Jahren zusammen. Es läuft super. Auch im Bett. Dennoch träumen sie von ein bisschen Abwechslung. Ein Dreier würde sich da sehr anbieten. Zumal «her» auch schon immer mal was mit einer Frau haben wollte.

Ich verstehe. Und bin interessiert. Aber auch ein bisschen gehemmt. Dem Paar geht's auch so. Also bleiben wir noch zwei Drinks, bevor sie mich dann zu sich nach Hause einladen. Da angekommen fangen die zwei an zu knutschen. Ich stehe so biz daneben.

Machen lassen? Dazu gesellen? Sie oder ihn anfassen? Dieser Dreier strengt mich an, bevor er überhaupt angefangen hat.

Kurzfristig im Himmel

Dann zieht sie mich an sich. Und küsst mich. Das ist toll. Er entfernt sich ein bisschen, setzt sich hin, schaut uns zu. Turnt mich an, turnt «you_me_her» an. Ich bin kurz davor, den Kopf auszuschalten und mich fallen zu lassen.

Nun kommt er. Und küsst meinen Hals, während sie mit mir knutscht. Ich bin im Himmel. Soweit also alles perfekt. Bis «her» abrupt aufhört und ihren Freund anstarrt, bevor sie ihn von mir wegreisst. Und anfängt zu weinen. Das war's.

Bei «her» brechen alle Dämme. Sie fühlt sich schlecht, weil sie sich verschätzt hat. Sie kann es emotional nicht handeln, ihren Freund mit einer anderen zu sehen. Verstehe ich bestens. Weil: been there, done that. Obwohl es den Guten etwas anscheisst, nimmt er «her» in die Arme und redet ihr gut zu. Ich schliesse mich an.

Etwas später ist «her» versöhnt mit der Situation. Haben ja die Notbremse zum Glück pünktlich gezogen.

Wir liegen halbnackt auf der Couch, rauchen Zigis und reden über Sex. Nun kippt die Stimmung. «you_me_her» sind sichtlich angeturnt. Was wiederum mich anmacht. Statt uns aber zu berühren und den Dreier auszuleben, zelebrieren wir ihn verbal.

Ein After-Sex-Selfie, das ist schön!

Kurz vor dem Höhepunkt verabschiede ich mich und überlassen den beiden ihr Bett für sich. Vor meinem Auge sehe ich «you_me_her» vögeln. Ich hetze schnell nach Hause. Vibrator statt echter Sex. Biz fies, aber schon okay.

Noch biz fieser, dafür optisch überaus viel mehr als nur okay, ist das postkoitale Selfie von «you_me_her», das mir die beiden schicken.

Die grösste «Sorge» nach «her» hat nun «me». Zum Selfie schreibt er: «Danke für den grandiosen Abend, der zumindest uns ein bisschen näher zusammenrücken liess. Und nun überlege ich mir mal, wie ich meinen Kumpels erklären soll, dass ich/wir Emma Amour NICHT gevögelt haben! ;-)»

Adieu,

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
bild: watson

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