DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
bild: watson / mit material von shutterstock

«Meine Fernbeziehung verheimlicht mir ihre Vergangenheit»

08.02.2019, 09:56
Liebe Emma, 

ich (m, 24) bin seit zwei Jahren in einer Fernbeziehung. Nicht nach Bern oder Basel, sondern zweiundzwanzig Stunden auf die andere Seite der Welt. Ich hab mal dort gelebt und mich (classic) zwei Wochen vor meiner Abreise in die Frau meiner Träume verliebt.

Wir haben es bis jetzt gut hingekriegt. Wir schreiben uns die ganze Zeit, telefonieren/facetimen zwei, drei Mal pro Woche und sehen uns alle zwei bis vier Monate.

Nun habe ich aber das Gefühl, dass sie Dinge aus der Vergangenheit verschweigt oder halt so abändert, um mich nicht zu verletzen bzw. damit ich nicht ein Bild von ihr bekomme, das mir nicht passen könnte.

Wir sind ja alle keine Unschuldslämmer und ich habe ihr meine vergangenen Verfehlungen stets wahrheitsgetreu gebeichtet. Sie sagt, sie habe vieles verdrängt oder es sei nicht wichtig.

Mir ist es wichtig, dass wir ehrlich zueinander sind und irgendwie kränkt es mich, dass sie mir etwas verschweigt.

Wie kann ich sie am besten darauf ansprechen?

Danke und liebe Grüsse,
Leo

Hoi Leo,

wow, zwei Jahre Fernbeziehung in deinem Alter auf die Reihe zu kriegen, halte ich für eine sehr tolle Leistung. Dafür also schon einmal meine Achtung und meinen Respekt. Sehr toll, wie ihr das macht und dass ihr einen Weg gefunden habt, eure Liebe über eine so grosse Distanz aufrecht zu erhalten.

Zumindest wenn das mit ihrer Vergangenheit nicht wäre. Fakt aber ist, dass wir hier von einem Gefühl deinerseits sprechen. Eines, von dem du ihr offenbar noch nichts gesagt hast. Du gehst nämlich nur davon aus, dass sie dir Dinge verschweigt. Sicher bist du dir nicht.

Genau hier fängt das fiese Kopfkino an. Das, bei dem man sich dann gerne in ganz schlimme Befürchtungen reinsteigert. Statt einfach hinzustehen und seine Bedenken zu äussern, fällt man immer tiefer in die vom Kopf kreierte Krise.

Damit du da möglichst schnell rauskommst und Klarheit hast, gibt es nur einen Weg: Ehrlichkeit. So rate ich dir, deiner Freundin unbedingt von deinem Gefühl zu berichten. Und zwar möglichst schnell. Und ohne Anschuldigungen.

Erzähl ihr, warum und seit wann du das Gefühl hast. Sag ihr, was die Befürchtung, dass sie nicht ganz ehrlich mit dir sei, in dir auslöst und kommuniziere klar dein Bedürfnis nach absoluter Ehrlichkeit. Sag ihr auch, dass du sie so liebst, wie sie ist. Inklusive ihrer Vergangenheit, die notabene nichts mit eurer Beziehung zu tun hat.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es schwierig ist, eine solche Herzensangelegenheit am Telefon zu besprechen. Wenn es also nicht mehr all zu lange dauert, bis ihr euch seht, dann kannst du gut warten und die Zeit nutzen, um dir klare Gedanken darüber zu machen, wie und was genau du sagen willst.

Wenn es dich aber so beschäftigt, dass du nicht mehr warten kannst, dann konfrontiere sie jetzt schon. Ihr habt es schon zwei Jahre geschafft. Ich bin sehr sicher, dass ihr auch das bevorstehende Gespräch wunderbar meistern werdet.

Nun wünsche ich dir, dass du es schaffst, das Kopfkino ganz bald auszuschalten.

Alles Liebe,

Und was würdest du Leo antworten?

Die Geschichten aus dem Leben von Emma Amour:

1 / 90
Die Geschichten aus dem Leben von Emma Amour:
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Hast du eine Frage?

Dann schick sie per Mail an Emma: emma.amour@watson.ch

Emma Amour ist ...
... Stadtmensch, Single, Anfang 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deinen Fragen annimmt. Und keine Sorge, so wie auch Emma, wirst auch du mit deiner Frage anonym bleiben. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
bild: watson

Mehr von Emma Amour:

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Emma Amour

Mein Fussball-Märchen mit Kathi-Kate-Cat und Pat

Shit, ist das krass! Die Schweizer Nati qualifiziert sich nicht nur für das Viertelfinale, nein, die Jungs hauen auch grad noch den Weltmeister aus dem Rennen. Was hab ich die Männer gefeiert. Auch wenn ich am Ende mit einer Frau rummachte.

Nicht nur, weil die Schweizer Nati Geschichte schrieb, geht der vergangene Montag in die Geschichte ein. Auch für mich war die Nacht nach dem Match gegen Frankreich so ereignisreich, dass ich nie, nie, nie meinen Enkel-Kartoffeln davon erzählen werde.

Aber von Anfang an. Ich gabs mir ja hart. Hab zuerst das Spiel Kroatien gegen Spanien geschaut. Und zwar beim Public Viewing. Ich war Team Kroatien. Obwohl ich diese Karo-Trikots unmöglich finde.

Aber da in dieser Gartenbeiz war ein Kroate, der es …

Artikel lesen
Link zum Artikel