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Mein Ausrutscher mit Suff-SMS-Sandro (Sorry, Karma!)

Das Beste an Suff-SMS-Sandro und mir ist der Fakt, dass die Geschichte zwischen uns vorbei ist. Eigentlich. Und dass wir nichts voneinander wollen. Eigentlich.
18.07.2019, 10:00

Kennst du das? Du stehst in irgendeinem Loch mitten in der Nacht auf einer Tanzfläche, der Sound brummt, der Bass geht durch Mark und Bein? Du bist da, tanzt vor dich hin, bist in deiner eigenen Welt. Ein geiles Gefühl.

So geht es mir vergangenen Freitag. Es ist kurz vor vier Uhr, als mir jemand auf die Schultern tippt und mich somit aus meinem ganz eigenen Universum holt. Ich drehe mich um und stehe vor … hach …. Suff-SMS-Sandro.

Er lächelt. Ich hassliebe sein zauberhaftes und sehr schelmisches Lachen. Bevor ich reagieren kann, hat er mich schon an sich gezogen. Er drückt mir einen Kuss auf den Hals. Das Gefühl, das durch meine Adern jagt, kann ich nicht einordnen: Liebe, körperliche Anziehung, gar Fluchtgedanken?

Okay, Fluchtgedanken sind es nicht.

Liebe glaub's auch nicht.

Bleibt die körperliche Anziehung. Die besteht ja schon seit Jahren. Wieso soll die einfach vorbei sein, nur weil er jetzt eine Freundin hat? Hat er die überhaupt noch? «Ja, aber wir haben uns für eine offene Beziehung entschieden», sagt er.

Wer würde nicht mit ihm nach Hause wollen!?

Leuchtet mir ein. Ist ja Sandro. Sandro ist dann am glücklichsten, wenn er frei sein kann. Wenn er möglichst viele hübsche Mädchen küssen darf. Daheim dann aber doch eine Freundin hat, die ihm sonntags wunderbare Zöpfe bäckt. Mir fällt gerade wieder ein, warum ich nicht seine feste Freundin sein will.

Dann ist da aber sein Duft in meiner Nase. Er riecht verdammt gut. Die kleine Bier- und Zigi-Fahne stört mich nicht. Seine Freundin, sagt er, sei gerade im Ausland. Ob ich mit einem Mann hier bin, will er wissen. Bin ich nicht. Ob ich mit einem Mann nach Hause will, fragt er.

Das Lachen.

Das scheiss-wunderbare Lachen.

Ich will. Logisch will ich. Wer würde nicht wollen.

Ich ziehe Sandro in eine dunkle Ecke und küsse ihn. Wir knutschen, als würden wir es zum ersten Mal tun. Dass wir den Gang zum WC versperren, sorgt für Ärger. Erzählen mir meine Freundinnen am nächsten Tag. Sandro und ich kriegen davon nichts mit.

Du kannst mir auf den Kopf fallen, lieber Meteorit!

Sehr angeheizt verlassen wir den Club. Zu Sandro können wir nicht. «Das ist der Deal mit meiner Freundin, gevögelt wird nur ausser Haus.»

Ich würde lügen, würde ich behaupten, dass mich das alles kalt lässt. Es ist Suff-SMS-Sandro. Mein Suff-SMS-Sandro. Wir haben beide leicht einen sitzen. Er ist liiert. Offene Beziehung hin oder her. Will ich das? Kann ich das? Soll ich das?

Es fällt mir sehr schwer, klare Gedanken zu fassen. Also setze ich ganz auf einen Meteoriten, der mir eventuell morgen auf den Kopf fällt. Oder auf ein Flugzeug, das auf mein Hausdach stürzt. Da wäre es echt blöd und sinnlos, wenn ich nicht das getan hätte, was ich jetzt gerade tue.

Nämlich Sandro zu mir nach Hause zu nehmen.

(Very sorry, Sandro-Freundin. Aber eben, offene Beziehung und so.)

Bei mir daheim angekommen haben wir sehr tollen Sex. Zwei Mal. Dann dösen wir kurz etwas weg, bevor wir zum Grande Finale ansetzen.

Nach ein paar Stunden muss Sandro los. Husch nach Hause den Zopf holen, den seine Freundin noch gebacken hat, bevor sie gestern verreist ist. Den nimmt er mit zum Familienbrunch.

Sie macht eben den besten Zopf der Welt.

Und er macht, wenn man mich fragt, den besten Sex der Welt.

Ich kann nicht ausschliessen, dass ich mir davon irgendwann einmal wieder eine Scheibe abschneide. Dafür nicht vom Zopf.

Versprochen.

Ich leg mich aufs Bett, im Hintergrund läuft Sade. Ich frage mich, wie es mir geht. Meinem Herz geht's gut, meiner Seele sehr gut und meine Libido zelebriert gerade Hormon-Chilbi.

«Smooth Operator» von Sade:

PS: Sorry an alle, denen wir den Weg aufs WC versperrt haben. Ich hoffe, ihr hattet alle auch noch tollen Sex. Oder zumindest eine sehr wohliges Gefühl, nachdem ihr auf dem Hüüsli wart. Falls wir uns jemals wiedersehen: Das nächste Bier geht auf mich.

PS 2: Hey Sandro, danke für den Sex. Noch ein bisschen mehr danke dafür, dass ich dich trotzdem nicht heiraten will. Wir sehen uns aber wieder. Spätestens im Altersheim zum CBD-Joint und dem Fummeln auf der Veranda.

Adieu,

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
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