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bilder: shutterstock / montage: watson

Alle meine 10'000 Lieben! đź’•

Der Velofahrer am Limmatquai, der Single-Dad mit Käppi im 24-Stunden-Shop, der langhaarige Latino in der Gelateria: Zurzeit verliebe ich mich gefühlt im 3-Minuten-Takt. Die Zeit ist also sehr reif für einen «Ich-liebe-dich-ein-bisschen»-Rundumschlag.
24.08.2018, 10:11

Jetzt gerade an diesen Mittwochnachmittag um 14.09 Uhr bin ich in den Typen verknallt, der in diesem Café im Zürcher Kreis 3 zwei Tische vor mir sitzt. Er trägt ein graues T-Shirt, hat braune Haare, einen braunen Bart und eine Pilotenbrille, die ihm wahnsinnig gut steht. (Falls er mitlesen sollte. Haha.)

Der Mittwochnachmittag-Held hat Kopfhörer in den Ohren. Sein Blick ist starr auf seinen Laptop gerichtet. Was ich bis soeben bedauerte, ist aber bereits wieder voll okay. Weil jetzt, um 14.18 Uhr gilt meine Liebe bereits einem anderen: Der herzige Kellner, der mich stets so anstrahlt, ist aus den Ferien zurück. Seine von der Sonne geküsste Haut lässt sein Lächeln noch schöner und seine Zähne noch weisser strahlen. Hach.

Bist du besoffen, Amor?

Ich weiss nicht genau, was mit Amor los ist. Aber er muss entweder besoffen sein oder zumindest kurzfristig an einem Tourette-Syndrom oder so leiden. Fakt ist, der Gute trifft mich seit einer Weile ständig. Und mit ständig meine ich mehrmals täglich.

Gestern Abend zum Beispiel bei der Ampel an der alten Börse. Ich, vom Sport verschwitzt und röchelnd, er ein rothaariger Velokurier mit Sommersprossen. Ich hatte knapp fünf Sekunden Zeit, um mir auszumalen, wie unsere Kinder aussehen werden. In meiner Welt sah ich die kleinen Prinz-Harry- und Anna-Ermakova-Verschnitte glücklich über eine Wiese tollen. Der Velokurier nahm derweil keine Notiz von meiner Existenz. Ja nu.

Letzten Samstag hat's mich auch weggehauen. Wieder war's ein Mann mit Velo. Gegen 22 Uhr fuhr ich am Limmatquai hinter seinem wehenden Haar und seinem perfekten Po hinterher. Beim Abbiegen nach rechts schenkte er mir ein Lächeln. Und ich? Schmetterlinge-im-Bauch-Party!

Er, Shakira und ich: ein perfekter Threesome!

Oder gestern in der Gelateria. Während ich mir den Kopf darüber zerbreche, ob ich Fior di Latte oder Ovomaltine bestellen soll, betritt ER den Laden. ER ist ein Johnny-Depp-Verschnitt aus der Zeit von «Pirates of the Caribbean». Halblange dunkle Locken, 3-Tage-Bart, dunkle Augen, olivgrüne Shorts, dunkelblaues Shirt, dunkelblaue Sneakers. Der Latino, er sprach Spanisch mit seiner (Grrrmmmppff!) weiblichen Begleitung, weckte die Shakira in mir. Wie gerne hätte ich ihm gezeigt, dass meine «Hips don’t lie».

So etwa:

Der geneigte User wird hier wahrscheinlich auch schon richtig vermuten: Leider kam's nicht zu heissen Tänzen zwischen dem Latino-König und mir.

Item.

Vergangene Woche hatte ich beruflich mit einem Typen um die 50 zu tun. 50 ist mir grundsätzlich zu alt. Bei dem Job-50er-Mann handelt es sich aber um eine Zürcher Antwort des Hank Moody. Der Hauptcharakter der Serie «Californication» ist für seine Sex-Sucht, seinen Drogenkonsum und seine Abgefucktheit bekannt. Genau wie der echte Hank sieht auch mein Zürcher Hank trotz der Falten unglaublich gut aus. Ausserdem hat er eine Menge zu erzählen. Und Züri-Hank erzählt gut. Ich vermute, dass Züri-Hank auch eine Schwäche für Frauen und bewusstseinsverändernde Substanzen hat.

Also weiter.

Gestern Abend der Single-Dad im 24-Stunden-Shop mit Käppi, Kind und Kegel: Wow. Zwischen Rasierschaum und Energy-Drinks liegt sein Sohn auf dem Boden und schreit. Ich lächle den leicht entnervten Papa an. Er lächelt zurück. Wir kommen kurz ins Gespräch. Dabei teil er mir zwischen den Zeilen mit, dass er mit der Mutter des Kleinen nicht mehr zusammen ist.

Und ich? VERLIEBT!

Hab eventuell doch ein Daddy-Issue. Wobei nein. Echt nicht.

Zum Glück skatet, es ist immer noch Mittwochnachmittag, 15.28 Uhr, gerade ein Dude an mir vorbei. Ich schätze ihn auf maximal 25. Hellblond ist er. Und sehr hellhäutig. Gar nicht meins. Eigentlich. Betonung auf «eigentlich». Weil, ich weiss, es überrascht wenig: In meiner Bauch-Magen-Gegend kribbelt es.

Hey, meine Hormone brauchen eine Pause!

Ob es am Spätsommer liegt oder die Stadt plötzlich wirklich voller Sex- und anderer Götter ist, weiss ich nicht. Ich weiss nur, dass meine Hormone mal wieder eine Pause brauchen. Also, lieber Amor, chill mal deine Basis und fahr biz runter. Und wenn du dann so gegen Ende Jahr in der Stimmung bist, hau nochmal rein: nach so viel Mini-Lieben bin ich dann eventuell mal wieder bereit für eine grosse Liebe.

Adieu,

Und jetzt: Ganz viele KĂĽsse!

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Zum Internationalen Tag des Kusses zeigen wir dir 17 KĂĽsse
quelle: epa/efe / cristian hernandez
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Die Geschichten aus dem Leben von Emma Amour:

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Das bin nicht ich, aber so wĂĽrde ich als Shutterstock-Illustration aussehen. Ă–ppe.
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bild: shutterstock/unsplash/watson

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