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bild: watson / material: shutterstock

Emma Amour

So war mein erster Besuch auf einer Sexparty (Teil I) ... đŸ„ł

Kid Cleo
Kid Cleo



Wir erinnern uns: Ich mit Bella im CafĂ©. Typ mit gelber Baseball-Cap am Nebentisch. Redet zuerst mit dem Hund, dann mit mir. Der Baseball-Cap-Typ hat von One-to-One-Sex, Dreiern und Sexparties erzĂ€hlt. Was ich von Dreiern halte, wisst ihr ja schon: Die finde ich ĂŒberbewertet. Und Sexparties? Nun, ĂŒberbewertet trifft es nicht ganz...

Es war kurz vor Corona. Anfang 2020. Wenn man einigen Meldungen glaubt, war das Virus dann schon in Europa. Also vielleicht ist an diesem Abend noch ganz viel anderes als Speichel und Sperma ausgetauscht worden 


Aber alles der Reihe nach.

Ich erfuhr von einer Kollegin von der Party, hatte gerade eine anstrengende AffÀre hinter mir und glaubte deshalb, so etwas wÀre absolut perfekt, um wieder auf andere Gedanken zu kommen.

Alleine wollte ich nicht hin. Die Kollegin, die mir davon erzÀhlte, konnte nicht, sie war in einer anderen Stadt und viele meiner Freunde wollte ich nicht mitnehmen. Emma wÀre bestimmt mitgekommen. Aber die Kleine war gerade auf Wolke 77 mit dem Zyklopen. Sie an eine Sexparty mitzuschleppen, wo sie sich so sehr vornahm, treu zu sein (und es auch war!), wÀre brutal gewesen. Sie wollte auch gar nicht mit.

Ich habe mich dann fĂŒr meinen schwulen Freund Leo und seinen neuen Lover entschieden. Leo ist fĂŒr solche Ideen immer zu begeistern. Er war ganz aus dem HĂ€uschen, als ich ihm davon erzĂ€hlte. Dass ich an so eine Party gehen will, hat ihn ĂŒberrascht (ich sei doch viel zu «fein» fĂŒr diese Dinge, er sagte tatsĂ€chlich «fein»!), fand es aber «ultra geil».

Um Mitternacht fuhren wir zum Club. Ich dachte, wir seien richtig frĂŒh dran und mĂŒssten deshalb nicht so lange anstehen.

Fehlanzeige.

Die Schlange ging schon um den ganzen Block. Ich hatte Glitzer, Lack und Leder und vor allem viel nackte Haut erwartet, aber: Alle waren normal angezogen.

Wir stellten uns hinten an und warteten.

Und warteten.

Und warteten.

Nach einer Stunde wollte ich gehen. Wir hatten uns keinen Meter bewegt! Leo zwang mich zu bleiben. Sein Lover holte uns Bier von einer Tankstelle. Bis wir beim TĂŒrsteher waren, musste ich so dringend pinkeln, dass ich mir fast in den Rock machte. Ich trug einen Leder-Mini und ein kurzes schwarzes Top.

Endlich waren wir vorne!

Und dann sagt der TĂŒrsteher: «So kommt ihr mir nicht rein!»

Nicht wegen mir. Wegen der beiden Jungs. Ich wollte weinend zusammenbrechen.

Gottseidank war Leo dabei. Sie seien ja noch nicht umgezogen, sagte er. Die Kleider, die sie trĂŒgen, hĂ€tten sie sehr bald nicht mehr an.

«Aber wir können ja nicht nackt anstehen!»

Kluger Zug, Leo, kluger Zug.

It was magic, Leute: Der TĂŒrsteher nickte, liess uns durch.

Ich musste so dringend aufs Klo, dass ich gar nicht bemerkte, dass vor den KlotĂŒren ein Typ kniete und sich von einem anderen Typen anpinkeln liess. Ich sah es erst, als ich wieder rauskam. Der kniete am Boden! Der andere pinkelte ihm in den Mund.

Leute! ER PINKELTE IHM, okay ihr habt verstanden.

Mir wurde bisschen schlecht. Aber ich riss mich zusammen. Nur nicht gleich abschrecken lassen, dachte ich.

An der Garderobe gab man nicht nur Jacke und Tasche ab, sondern: Alles. Also, Jacke, Hose, Pullover und T-Shirt. Manche sogar ihre UnterwĂ€sche. Einige zogen sich nicht aus, sondern um. Kleideten sich in ihr «richtiges» Outfit. Lack, Leder, Nieten, GĂŒrtel, KostĂŒme.

Leo und sein Lover zogen sich bis auf die Boxershorts aus, ich behielt den Leder-Mini und den BH an. Auf dem Weg ins Untergeschoss kamen mir Frauen in StrĂŒmpfen und sonst nichts, MĂ€nner auf Knien und in HalsbĂ€ndern und lauter komplett nackte Menschen entgegen.

Wir wollten zu dritt an die Bar. Angekommen bin nur ich. Leo und sein Lover verschwanden. Gesehen habe ich sie den ganzen Abend nicht mehr.

Zu diesem Zeitpunkt aber dachte ich, ich werde die schon gleich wieder finden und irrte durch die RĂ€ume. Ich gebe zu: Ich fĂŒhlte mich nicht hundertprozentig wohl. Einige Ecken waren so dunkel, dass man seine eigene Hand nicht mehr sah. Es roch nach Schweiss, ParfĂŒm, FĂŒrzen und Kondomen.

Nach einer halben Stunde Sucherei gab ich auf. Ich ging an die Bar, bestellte einen Gin Tonic. Und dann noch einen. Und noch einen. Als ich auf meinen dritten Drink wartete, brĂŒllte mir jemand von hinten ins Ohr: «Geiler Arsch!» Ich drehte mich um. Er grinste zufrieden. Ich wollte ihm sagen, dass man sich das doch nicht einfach so ins Ohr schreit, merkte dann aber, dass das irgendwie nicht geht, so eine Aussage. War ja eine Sexparty.

Den Typ fand ich irgendwie eklig. Er laberte mich zu. Redete von Cunnilingus. Wie gut er das könne, blabla. Falls du das liest, du Typ an der Bar, lies meinen vorletzten Text bitte, denn: Die Angeber sind oft die schlechtesten Performer!

Auf der anderen Seite von mir stand eine Frau und wartete auf ihren Drink. Sie trug ein weites T-Shirt und Jeans, was ich etwas bieder fand. Bis ich merkte, dass sie sich einen Dildo umgeschnallt hatte. Ich zeigte auf den Dildo.

Sie: «Ist das Geilste!»

Ich: «Also, wieso?»

Sie: «Die MÀnner drehen alle durch!»

Ich: «Weil sie neidisch sind?»

(Ich weiss, blöde Frage. Aber der Dildo war riesig. Riiiesig.)

Sie: «Weil sie alle gevögelt werden wollen! MÀnner wollen alle gevögelt werden.»

Sie lachte, als hÀtte sie einen richtig guten Witz erzÀhlt. Ich lachte auch. Wusste gar nicht, was ich sonst hÀtte tun sollen.

Sie dachte wohl, sie hĂ€tte eine VerbĂŒndete in mir gefunden, denn sie fragte: «Willst ihn mal ausleihen?»

Leute, ich dachte, sie macht einen Witz!

Und...

Ich muss hier unterbrechen. Dieser Text ist sonst viel zu lange! F*ck! Entschuldigt tausendmal! Emma wĂŒrde sowas nicht passieren, ich weiss. Aber ich bin halt noch neu in diesem ganzen Schreib-Business ...

Viele Kisses und Klits fĂŒr euch,

Cleo

Kid Cleo ist ...

... eine der besten Freundinnen von Emma Amour und aktuell ihre Ferien-Vertretung. Cleo ist Mitte 20, pendelt zwischen ZĂŒrich und Genf und liebt MĂ€nner und Frauen gleichermassen – und ihren Hund Bella. WĂ€hrend den nĂ€chsten Wochen wird uns Cleo mit Storys aus ihrem Leben unterhalten – so lange, bis Ems genug vom «Sommer ihres Lebens» hat. Und noch ein Hinweis von Emma selbst: «Seid nett zu Cleo, sie ist noch sehr klein!» (PS: Cleo ist grösser als Emma.)

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Das bin nicht ich. Aber so wĂŒrde ich als Illustration aussehen. Öppe. PS: Einen Hund hab ich tatsĂ€chlich. Aber meiner sabbert. bild: watson / shutterstock

Einfach so: Lustige Bilder von betrunkenen Menschen

«Auf Tinder sind alle so: Ja. Nö. Nei. Geil, Titten!»

Video: watson/Gregor StÀheli, Emily Engkent

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Emma Amour

«Meine Freundin stinkt, wie sage ich ihr das?»

Lieber Reto

Auweia! Das ist in der Tat eine fiese und verzwickte Situation. Ich verstehe, was du damit meinst, dass es unter euch MĂ€nnern viel einfacher ist, so ein Thema quasi beilĂ€ufig auf den Tisch zu bringen, Tacheles zu reden, um dann sofort wieder zur Tagesordnung ĂŒberzugehen. DafĂŒr allen Respekt meinerseits. Ich wĂŒrde mir öfters wĂŒnschen, dass wir Frauen allgemein etwas cooler und entspannter gegenĂŒber «unangenehmen» Themen wĂ€ren.

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