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bild: watson / shutterstock

«Warum flippen Frauen aus, wenn wir Pornos konsumieren?»

11.10.2018, 09:33
Liebe Emma, 

das Piratenschiff kenterte gerade die Burg des bösen Fürsten, als die Mutter meines Freundes ihrem Mann eine VHS-Kassette in die Hand drückte. Dieser stammelte mit hochrotem Kopf «nicht vor den Kindern». Unsere Neugierde war geweckt und eines Mittwochnachmittags fanden wir den vermeintlichen Schatz.

Es war der erste Porno in unserem Leben.

Was dem Vater meines besten Freundes widerfahren ist, passiert wohl jedem Mann. Zuerst war es die DVD, dann die zuletzt geöffnete Datei auf dem Computer, bald schon der nicht geschlossene Tab des Browsers oder der verräterische Verlauf.

Nicht alle Partner stecken das locker weg. Sie haben das Gefühl, nicht mehr begehrt zu werden oder im Bett nicht zu genügen, was dann wieder auf das Selbstbewusstsein schlägt und auf das Vertrauen in die Beziehung.

Warum wir Männer ab und zu Pornos konsumieren hat viele Gründe: zu faul für Sex oder keine Lust aber trotzdem Triebe, Kopf entleeren, Baywatch geguckt, Kopfkino beim Lesen, wäre peinlich wenn ich beim Besuch der Schwiegereltern einen Ständer bekomme etc.

Es hat aber in der Regel überhaupt nichts mit dem Partner zu tun! Doch wie und welche Worte können den Ausbruch des Vulkans verhindern? Die wahren Phrasen: «Es hat nichts mit dir zu tun», «Ich konnte nicht einschlafen», «die Pamela hat grosse Brüste» helfen da nicht weiter und ich spreche da aus Erfahrung …

Danke,
Roland

Lieber Roland,

danke für deine Zeilen, die mich höchst amüsiert haben. Lass dir gesagt sein: nicht nur Männer werden beim Pornos gucken und masturbieren erwischt. Ist mir glaub's in jeder Beziehung auch schon passiert.

Der grosse Unterschied: Die Männer, die mich erwischt haben, waren alles andere als verunsichert. Die Guten waren viel mehr angeturnt. So hat es, wenn ich mich recht erinnere, jedes Mal in Sex zu zweit geendet, wenn sie mich in flagranti überrascht haben.

Ein ausserordentlich löbliches Verhalten, finde ich.

Dass es bei Frauen anders aussieht, weiss ich. Was ich aber nicht weiss, ist, warum das so ist. Ich habe das Thema schon mit verschiedensten Frauen und Männern in meinem nahen und erweiterten Umfeld diskutiert.

Es ist in der Tat so, dass sich Frauen gerne mal betrogen fühlen, wenn ihr es euch zu Porno-Babes selber macht. Du hast das schon richtig erfasst: Auch ich habe immer wieder mal gemerkt, dass es vor allem Unsicherheit ist, die den Freundinnen zu schaffen macht. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Porno-Sternchen grössere und geilere Brüste hat als wir, oder untenrum irgendwie hübscher aussieht, ist schliesslich gar nicht so klein. Zäck sind die Zweifel da.

Ich kann dir leider nicht DEN Satz sagen, der zieht, der Unsicherheiten eliminiert und aus unsicheren Freundinnen selbstbewusste Sexgöttinnen macht.

Mir fallen aber spontan zwei andere Dinge ein:

1. Wie wäre es, wenn du das Masturbieren in euer Sexleben integrierst? Wenn ihr es euch vor den Augen des anderen selber macht, ist das eventuell nicht nur enttabuisierend, sondern auch wahnsinnig sexy und anregend. Und je öfter ihr das macht, desto cooler wird die Freundin mit deinem Self-Sex. Im besten Fall fühlt sie sich das nächste Mal, wenn sie dich dann erwischt, nicht verunsichert, sondern angeturnt.

2. Wenn sie das gar nicht will und mit dem Thema partout nicht klar kommt, dann finde ich, dass man dann auch mal gut sein lassen kann. Man muss meiner Meinung nach nicht auf Biegen und Brechen jedes einzelne Problem unbedingt und immer überwinden. Dann ist die Lösung vielleicht eine ganz andere: Schlüssel stecken lassen während deiner Masturbation-Session zum Beispiel.

Das Wichtigste scheint mir zu sein, dass du ja nie aufhörst zu masturbieren, nur weil deine Freundin Mühe hat. Weil, egal, wie viel Mühe sie mit deinem Pornokonsum hat, sie macht es sich garantiert auch selber. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie dazu auch mal ein Schmuddel-Clipli guckt, ist riesig. Also, Team Fairplay.

Weiterhin viel Spass mit Pams Brüsten und dir selber.

PS: Ich liebe deinen Schreibstil. <3

Herzlichst,

Und was würdest du Roland raten?

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Shutterstock-Illustration aussehen. Öppe.
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