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Das sind die Food-Trends 2021



Es ist Anfang Jahr: Marktanalysten, Food-Blogger und Mediensprecher aller Couleur orakeln uns wieder einmal vor, welche Trends unser Essverhalten revolutionieren werden.

Oder auch nicht. Denn eines ist sicher: Alles, was uns Trendforscher zum Thema ‹Gastro› Anfang 2020 voraussagten, traf nicht ein. Aus Gründen. Ebenso wenig sah irgendjemand voraus, dass alle wie wild Brot backen würden oder dass es normal sein würde, dass sich grosse Teile der Bevölkerung bereits am späten Morgen zuhause das erste Glas Weisswein gönnten.

Trotzdem will das Hive Mind des Interwebs – vom Ernährungswissenschaftler über den TikTok-Influencer bis hin zu der Zürcher Primarschülerin – mehr oder minder eindeutige Trends erkannt haben. Ich zähle hier mal einige auf:

Comfort Food

This image shows a recipe for cheesy ground beef quesadillas. More people are cooking at home these days, and when they do eat restaurant food, they’re often looking for comfort food, experts say. Other trends include simpler recipes, recipes with fewer ingredients, one-pot meals, sheet-pan meals, finger food and pantry-ingredient recipes, all up significantly year over year. (Cheyenne M. Cohen/Katie Workman via AP)

Bild: keystone

Solange wir uns alle weiterhin von der unterschwelligen Gefahr eines ansteckenden Virus bedrängt fühlen, wollen wir vor allem Trost und Liebe. Kulinarisch bedeutet das: Comfort Food. Gerichte, die nach dem Verzehr auch von innen wärmen und einem beim gemütlichen Zuhausebleiben und Filmglotzen ein wohliges Gefühl geben und einen über die brutale Welt da draussen hinwegtrösten. Was dem einen obige chile beef quesadillas sind, ist dem anderen seine dampfende Schüssel Gemüsesuppe oder Grosis Hackbraten – Comfort Food ist für jeden Einzelnen subjektiv, aber für alle gleichermassen wohlig.

Nostalgie

grossmutter kochen backen essen food nostalgie nonna grosi nan

Bild: shutterstock

In dieselbe Bresche schlägt der Trend nach Nostalgie beim Essen. Man schnappt sich Grossmutters Rezeptbuch und nimmt auch die volle Portion Butter, nach der das Rezept verlangt. Klassische Mahlzeiten (Frühstück, Mittag- und Abendessen) bekommen wieder ihre alte strukturgebende Funktion.

Ja. Klar. Ist ja gut. Ihr backt wacker weiter.

«Happy 2021. The first one to share their banana bread gets blocked» – bei diesem Spruch eines Kollegen auf Instagram musste ich schmunzeln. Aber die Tatsache, dass es 2020 oftmals schien, als würde die halbe Weltbevölkerung nur noch Sauerteig- oder Bananenbrot backen, zeigt Folgen: Das erlernte Brotback-Wissen wird 2021 keinesfalls brachliegen.

Gourmet Gardening

küchenkräuter kochen essen kochen food

Bild: shutterstock

Eine grössere Auswahl frischer Kräuter in hübschen Töpfchen auf dem Küchenfenstersims – wer's noch nicht hat, tut sich's bald mal zu.

The Dinner Party

dinner party retro 1920s essen kochen

Bild: shutterstock

Tja. Man kann ja nicht mehr einfach so in den Ausgang und abfeiern. Ergo sind Privateinladungen die Alternative. Dabei dürfte das Konzept der altehrwürdigen angelsächsischen Dinner Party wieder aktuell werden. Dress Up to Eat In – zieht euch chic an, um an einem edel gedeckten Tisch zu essen. Umso ausgelassener wird dann dafür die Unterhaltung.

Eat Local

Taj al-Islam, 50 year old Bangladeshi carwash worker, 1st left, receives his free food at a restaurant in Sharjah, United Arab Emirates, Wednesday, Nov. 4, 2020. In this industrial underbelly in the suburbs of Dubai, workers methodically assemble packaged takeout meals of biryani rice, dal and brightly colored chicken curry for people in poverty and desperate to eat. (AP Photo/Kamran Jebreili)

Bild: keystone

Du willst, dass dein Lieblingsrestaurant während des Lockdowns nicht pleitegeht? Dann unterstütze es und bestelle wacker Home Delivery! McDonalds und Nestlé und Konsorten dürften die Krise locker überstehen. Aber der Curry-Shop an der Ecke, der braucht deine Kundschaft!

Und wenn wir gleich dabei sind:

Pop-Ups, Take-Outs, Ghost Kitchens und Co.

Neni 25 Hours Streetfood

Bild: watson/obi

Da mittel- bis langfristige Planung schwierig wird, dürften Pop-Up-Restaurants, Home-Delivery-Optionen, Takeout-Fenster oder gar Ghost Kitchens (Restaurantküchen, die ausschliesslich für die Heimlieferung arbeiten) aktuell bleiben. Und wir alle tun gut dran, diese zu unterstützen. Ein zeitlich begrenztes Pop-Up-Projekt ist oftmals eine gute Überbrückung für die lokale Gastro-Szene.

Restaurant At Home

online bestellen, zuhause kochen hellofresh.ch https://beyondfood.ch/pages/our-boxes https://www.hellofresh.ch/pages/cook-this-big-idea?c=IY-SP9IC&gclid=CjwKCAiAi_D_BRApEiwASslbJzaj4wbZfS5YarZMhFKMDdDK8SqCbf9n4JLutJAQYa61TAaBP6IY7xoCLtQQAvD_BwE

Bild: beyondfood.ch/hellofresh.ch

Für Leute, die zwar gerne zuhause kochen wollen, manchmal aber nicht wissen, was: Hier kommen die massgeschneiderten Delivery-Boxes mit passgenauen Rezepten. Das gibt weniger Food-Waste, niemand muss mehr ideenlos vor dem Gemüsegestell rumstehen und den Einkauf nach Hause schleppen musst du auch nicht. Naja, nicht für jedermann, aber ein Trend soll's angeblich sein.

Ich und meine Magnum

mythique magnum flasche 1,5 liter trinken wein rotwein https://www.coop.ch/en/wine/wine-assortment/red-wines/la-cuvee-mythique-vin-de-pays-d-oc/p/1011205009

Bild: coop.ch

Ist euch auch schon aufgefallen, dass es immer mehr Weine in 1,5-Liter-Flaschen im Angebot hat? In deinem örtlichen Supermarkt: Die bestverkauften Weine gibt es vermehrt in Mega-Flaschen. Ob das mit dem in der Einleitung bereits angedeuteten lockdownbedingten erhöhten Weinkonsum zu tun hat? Jedenfalls ist der Insta-Hashtag #magnumsshowyoucare a thing.

Online-Kochkurse noch und nöcher

Du schwärmst von der Pasta, die du damals bei der Nonna deiner Freundin in Italien aufgetischt bekamst (damals, als man noch reisen durfte, selbstredend)? Soll doch ebendiese Nonna dir das Kochen beibringen! Und zwar online. Da wäre etwa Nonna Nerina und ihre Familie, die unter dem Motto «Italy comes to you!» Online-Kochkurse anbietet. Oder jene vier Köche aus Florenz, die Opera In the Kitchen anbieten – Online-Kochkurse mit musikalischem Intermezzo einer Opernsängerin. Oder, hey, man kann auch gleich bei Gordon Ramsay Kurse buchen! Zoom-Call mit Gordon f*cking Ramsay – klingt noch cool, oder?

Vegan Meat. Jap, weiterhin.

epa07851020 Vegan products are on display at the vegan sausage butcher shop L'herbivore in Berlin, Germany, 17 September 2019 (issued on 18 September 2019). The Sausage skin is made of a special type of plastic wrapping that is not edible but pose no harm when boiled. According to the media, Germany has one of the highest rates of vegans and vegetarians in the world. German politicians are considering raising taxes on meat, lifting the VAT from seven to 19 per cent, for animal welfare and human health as well as to fight climate change.  EPA/HAYOUNG JEON

Bild: EPA

Neu ist das nicht, doch anhand der wachsenden Verkaufszahlen weiterhin sehr wohl ein Trend: Fleischersatzprodukte auf Gemüsebasis. Es gibt Beyond- und Incredible-Burgers und Planted Chicken und Vegan Pulled Pork. Und während ich immer noch auf eine vegane Wurst warte, die so gut ist wie die meat-free breakfast sausages von Sainsbury's, die ich von meinem letzten England-Aufenthalt nach Hause brachte, bin ich zuversichtlich, dass Kollege Kapitalismus mit seinem Wettbewerb stets bessere Produkte liefern wird.

Air Fryers

air fryer fettfreies frittieren kochen essen food

Bild: shutterstock

Das Trend-Küchengerät des letzten Jahres. Frittieren, aber ohne literweise Frittieröl. Und, oh ja, auch #airfryerlove ist ein Hashtag auf Insta.

Bubble/Boba Tea

bubble tea boba tee hipster girlie trinken drinks food trend essen streetfood

Bild: shutterstock

Zumindest behauptet das meine 12-jährige Tochter. Das sei nämlich «überall auf TikTok». Und «alle meine Freundinnen in der Klasse lieben Bubble Tea». Ich nehme ihr das gerne ab; die Kinder stellen die Zukunft dar (bei mir hingegen stehen die Chancen gut, dass mich das Zeitliche segnet, ohne dass ich jemals Boba Tee kosten durfte).

Spice Up Your Life

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Bild: watson/obi

Instacart, eines der grössten Liefer- und Abholservice-Apps für Lebensmittel, stellte für den nordamerikanischen Markt fest: Verkäufe der nordafrikanischen Gewürzmischung Za'atar nahmen im 2020 um 39 Prozent zu. Jene der chinesischen Chilisauce Lao Gan Ma um 227 Prozent. Für Piri-Piri-Sauce waren es sagenhafte 725 Prozent. Ähnliche Trends sind auch in anderen Markten zu erkennen. Konsumenten wollen mehr Schärfe für zuhause. Gut so.

Kimchi, Chutney, Kompott und Co.

pickle eingelegtes indien chutney essen food kochen einkochen

Bild: shutterstock

Eingelegte Pickles, Chutneys und Co. haben das Zeugs, auf Instagram das Banana Bread von 2021 zu werden. Solches lässt sich easy zuhause zubereiten, eignet sich bestens für die Resteverwertung (Stop Food Waste!) und ist am Ende verdammt fein.

Her mit den Tacos!

tacos tacos taos mexiko usa kalifornien arizona texas new mexico california taco truck essen food kochen streetfood

Bild: shutterstock/obi

Bereits seit einigen Jahren ist hierzulande ein Tacos-Trend bei Streetfood zu beobachten. Inzwischen bereiten immer mehr Menschen ihre Tacos zuhause selbst zu. Das ist mitnichten eine Hexerei, es schmeckt frisch und würzig und macht beim Essen erst noch Spass. Hey, mehr Mexiko, bitte, sag ich nur.

Soft Health

mediterrane diät fisch gemüse früchte mittelmeer

Bild: Shutterstock

Diese zugegebenermassen etwas doofe Bezeichnung machte mich zunächst mal stutzig, bis ich merkte, dass dieser vermeintliche Trend eigentlich ein alter Hut ist. Aber erst mal von vorne: Nach Teigwaren und Konserven waren frische Früchte und Gemüse die drittplatzierte Produktgruppe, bei der ein deutlicher Anstieg während der Coronakrise festgestellt wurde.

Kommt zudem die oben bereits erwähnte Beliebtheit von Gemüsekistenlieferungen (vermehrt von Bio-Bauern und örtlichen Lieferanten), darf man annehmen, dass ein ganzheitlicheres Verständnis von gesunder Ernährung auf dem Vormarsch ist. Traditionell aber gilt: In Krisenzeiten mögen Menschen keine Diäten oder Fitness-Food. Sie essen mehr Schokolade und Chips und trinken mehr Alkohol. Wenn's rundherum hart wird, «belohnt» man sich.

Just deshalb aber passt das Konzept von «Soft Health»: Anstatt Probleme (Zucker, Fett, Salz etc.) in den Vordergrund zu stellen und auf Verzicht basierte Ernährungsweise zu propagieren, geht es hier um Ausgewogenheit, Vielfalt und Frische. Viel Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreideprodukte, etwas weniger Fleisch, dafür etwas mehr Fisch, tendenziell Olivenöl statt Butter ... Oder wie man's auch nennen könnte: Die Mediterrane Ernährungsweise.

Okay, letztendlich sind das alles Mutmassungen. Eine Frage aber bleibt interessant:

Welcher Food-Trend würdet ihr euch wünschen? Was und wie wollt ihr 2021 mehr essen? Die Kommentarspalte steht euch offen!

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