DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ein positives Testresultat (zwei Streifen) auf dem Teststreifen eines Covid-19 Antigen-Schnelltests. (Archiv)

Damit man die Eltern oder Grosseltern nicht ansteckt, kann man einen Schnelltest machen. Bild: sda

Noch schnell vor Weihnachten fürs Familienfest testen? 12 Fragen zu den Schnelltests

Nun dürfen auch Menschen ohne Symptome zum Schnelltest. Allerdings müssen sie diesen selbst bezahlen. Fragen und Antworten zum Coronatest.

Bruno Knellwolf / ch media



>>> Alle News zum Coronavirus im Liveticker.

An einzelnen Orten wie zum Beispiel in Basel melden Apotheken, dass heute keine Schnelltests mehr zur Verfügung stehen. Ist mit einem grossen Ansturm vor Weihnachten zu rechnen?

Fabian Vaucher, Präsident des Schweizerischer Apothekerverband pharmaSuisse, hat festgestellt, dass bereits seit einer Woche eine erhöhte Nachfrage nach Schnelltests besteht. Genaue Zahlen dazu gibt es nicht. Gesamthaft bieten neben den verschiedenen Testzentren, Spitälern und Arztpraxen gut 200 Apotheken in der Schweiz einen Schnelltest vor allem für Selbstzahlende an. Nach Vaucher werden es laufend mehr Apotheken und die Standorte finden Testwillige unter www.ihre-apotheke.ch. Bei einigen Apotheken benötigt man für den Schnelltest einen Termin, andere machen die Tests ohne Anmeldung. Je nach Nachfrage, kann es zu Wartezeiten kommen. Bis Ende Jahr sollen noch 100 Apotheken dazu kommen, schweizweit hat der Verband 600 Apotheken mit Schnelltests als Ziel. Grundsätzlich stehen in der Schweiz gemäss dem BAG genügend Testmöglichkeiten zur Verfügung.

Macht es Sinn, sich knapp vor Weihnachten zu lassen, um sicher feiern zu können?

Der Apothekerverband gibt dazu keine Empfehlung ab. «Wir halten uns an die behördlichen Empfehlungen und Vorgaben und weisen auch darauf hin, dass ein negativer Schnelltest eine Bestandsaufnahme ist und Schutzmassnahmen weiterhin eingehalten werden sollen», sagt Vaucher. Ein Schnelltest gibt zwar eine rasche Sicherheit, aber nur für den Moment. Was am Vortag galt, kann am nächsten Tag schon nicht mehr stimmen. Denn zwei Tage bevor die Symptome ausbrechen, sind Infizierte unbemerkt schon ansteckend. Etwas gelassener kann ein Schnelltest machen, Gewissheit gibt er keine. An Weihnachten den Familienkreis auf mehr als zehn Personen erweitern, darf man trotz eines Schnelltests nicht.

Wie funktioniert ein Schnelltest?

Die seit dem 2. November zugelassenen Antigen-Schnelltests liefern ein Testergebnis innerhalb von 15 bis 20 Minuten. Dafür wird, ähnlich wie beim PCR-Test, ein Abstrich an der hinteren Nasenwand genommen. Die Antigen-Schnelltests geben gemäss dem BAG ein weniger verlässliches Resultat an als PCR-Tests, sind aber trotzdem zuverlässig, von Swissmedic validiert und vom Bundesrat freigegeben. Der Vorteil der Antigen-Schnelltests gegenüber den PCR-Tests ist neben der Nachweisgeschwindigkeit der tiefere Preis und die Unabhängigkeit von teuren Laborgeräten.

Wer darf sich überhaupt testen lassen?

Bis anhin galt die Teststrategie, dass sich nur Menschen mit Covid-19-Symptomen testen lassen dürfen. Der Bundesrat hat nun entschieden, dass Antigen-Schnelltests und weitere Schnelltests auch bei Personen durchgeführt werden können, welche die Kriterien des BAG nicht erfüllen. Der Apothekerverband begrüsst die seit heute gültige Testerweiterung auf Selbstzahlende. Damit sollen Personen ohne Symptome ausfindig gemacht werden, um Infektionsketten frühzeitig unterbrechen zu können. Somit können Schnelltests als Teil von Schutzkonzepten für Hotels, Messen, Kongresse, Konzerte, Sportveranstaltungen, Heimen oder am Arbeitsplatz integriert werden. Arbeitgeber können Arbeitnehmer aber nicht verpflichten, sich testen zu lassen und sie haben auch kein Recht auf das Testresultat. Diese Schnelltests werden nicht vom Bund bezahlt.

Wer muss sich auf jeden Fall testen lassen?

Weiterhin gilt, dass sich alle sofort nach Beginn der ersten Symptome testen lassen. Der Bund übernimmt die Kosten, wenn Symptome vorhanden sind, eine kantonale Stelle oder ein Arzt den Test anordnet, die Swiss Covid-App einen Kontakt mit einer infizierten Person meldet, sich jemand wegen eines engen Kontakts in Quarantäne befindet. In Quarantäne kann man sich einmalig ab dem fünften Tag nach dem Kontakt testen lassen.

Wer muss den Test selbst bezahlen?

Wer die oben genannten Testkriterien des BAG nicht erfüllt. Wer den Test freiwillig macht, um sich für Weihnachten sicher zu sein oder vor einer Reise. Und auch wenn der Arbeitgeber einen Test wünscht oder der Test im Ausland erfolgt.

Darf man einen Schnelltest auch zu Hause machen?

Nein. Schnelltests müssen in der Schweiz durch geschultes Personal durchgeführt werden.

Wann erhalte ich das Resultat bei einem Schnelltest in der Apotheke?

In der Regel innert kurzer Zeit per Telefon oder E-Mail. Es gibt auch Apotheken, wo die Getesteten vor Ort auf ihr Ergebnis warten können.

Was muss ich tun, wenn ein Schnelltest ein positives Resultat zeigt?

Dann muss dieses Resultat mit einem herkömmlichen PCR-Test überprüft werden. Dafür übernimmt der Bund dann wieder die Kosten.

Was kostet ein Schnelltest?

Die Kosten sind unterschiedlich. Der Apotheker-Verband darf aus kartellrechtlichen Gründen keinen Marktpreis nennen. «Vermutlich wird er über der behördlichen Preisvorgabe von 57.50 Franken liegen, weil dieser Betrag nicht kostendeckend sein dürfte», sagt Fabian Vaucher, der Präsident von pharmaSuisse. Durchschnittlich liegt er wohl bei etwa 75 bis 80 Franken.

Der Bundesrat hat die Zulassung neuer Schnelltests vereinfacht. Bisher waren nur Schnelltests mit Nasen-Rachenabstrich erlaubt. Werden auch bereits die neuen Schnelltests mit Speichelprobe eingesetzt?

In Apotheken werden nur Tests eingesetzt, die offiziell zugelassen sind, erklärt Vaucher. Speichelproben können für die PCR-Analytik in Laboren eingesetzt werden, wenn das Labor dies gegenüber dem Nasen-Rachen-Abstrich validiert hat. Für Corona-Schnelltests ist eine Speichelprobe gemäss Einschätzung des BAG und Swissmedic nicht verlässlich, da die Virenkonzentration im Speichel zu tief ist.

Vielleicht hatte ich das Coronavirus ja schon, ohne dass ich es bemerkt habe. Kann ich einen Antikörper-Test machen?

Durch serologische Tests lassen sich Antikörper gegen das Coronavirus im Blut nachweisen. Die Antikörper weisen darauf hin, dass die getestete Person Kontakt mit dem Virus hatte. Gemäss dem BAG ist aber noch unklar, ob entwickelte Antikörper vor einer erneuten Infektion schützen. Allerdings ist das auch ein Prinzip der Impfung, deshalb geht die Wissenschaft davon aus. Das BAG sagt auch, dass Antikörper-Tests unter Umständen auch Antikörper anzeigen könnten, obwohl diese gar nicht vorhanden seien. (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Guetzli zu Weihnachten: Hier 23 sehr spezielle Plätzchen

Das macht die Menschen in dieser schwierigen Zeit glücklich

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Corona-Data: Schweiz lässt sich weniger häufig testen – 8,9 % vollständig geimpft

Die Datenerfassung und Ausgabe durch die Kantone oder das Bundesamt für Gesundheit hinken den aktuellen Entwicklungen stets einige Tage hinten nach. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns nicht auf einen Wert verlassen, sondern uns alle wichtigen Kennzahlen im Verlauf anschauen.

Die bekannteste Zahl des Bundes ist wohl diejenige der Neuansteckungen, die sogenannte Fallzahl. Sie gibt an, wie viele Neumeldungen von Covid-Infektionen beim BAG eingegangen sind. Hierbei gilt zu beachten, dass die …

Artikel lesen
Link zum Artikel