DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Sie versuchte ihren Mann zu vergiften und zu verbrennen: Aargauer Mutter (33) verurteilt



Das Bezirksgericht Zofingen AG hat eine 33-jährige Frau zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren verurteilt, aufgeschoben zugunsten einer stationären psychiatrischen Therapie. Sie hatte gemäss Urteil 2017 zweimal versucht, ihren damaligen Ehemann zu ermorden.

Rauchschwaden ueber einem abgebrannten Dachstock in Zofingen, aufgenommen am Donnerstag, 31. August 2017. In Zofingen ist es am Donnerstagmorgen zu einem Grossbrand gekommen. An der Bottensteinerstrasse brach in einer Scheune und einem Wohnhaus ein Feuer aus. Personen wurden gemaess Angaben der Aargauer Kantonspolizei nicht verletzt. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Das abgebrannte Haus 2017 Bild: KEYSTONE

Neben dem mehrfachen versuchten Mord wurde die Frau auch wegen qualifizierter Brandstiftung, wegen Betrugs, mehrfachen Pfändungsbetrugs und mehrfacher Urkundenfälschung schuldig gesprochen, wie das Gericht am Freitag bekannt gab. Die Gutachterin hatte bei der Verurteilten eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Die Schweizerin befindet sich im vorzeitigen Strafvollzug.

Der Staatsanwalt forderte beim Prozess am Donnerstag eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren, ebenfalls aufgeschoben für eine stationäre Therapie. Diese Strafe wird auch als «kleine Verwahrung» bezeichnet. Der Verteidiger der Frau plädierte für eine Freiheitsstrafe von maximal acht Jahren.

Staatsanwalt: «klarer Plan»

Laut dem Staatsanwalt wollte sie ihren Mann nach einem klaren Plan ermorden. Sie habe versucht, ihn zu verbrennen sowie ihn mit Gas und vergiftetem Kartoffelsalat und Birchermüesli zu töten. Ausserdem habe sie den Kontakt zu einem Auftragsmörder gesucht. Verurteilt wurde die Frau nun jedoch ausschliesslich für das versuchte Verbrennen und das vergiftete Birchermüesli.

Motiv der Frau sei gewesen, die Schieflage der Familienfinanzen zu verheimlichen, sagte der Staatsanwalt. Ihr Mann habe nichts von der finanziellen Misere gewusst.

Der Verteidiger der Angeklagten sagte, sie habe den Verbrennungsversuch zugegeben. Für die früheren Tötungsversuche gebe es jedoch nur mangelnde Beweise.

Benzingetränkte Decke angezündet

Die 33-Jährige gestand, ihren damaligen Mann 2017 im Haus der Familie in Zofingen mit einer benzingetränkten Decke zugedeckt und diese angezündet zu haben. Der Ehemann wurde bei der darauf folgenden Explosion schwer verletzt. Sie habe ihn vom Leiden erlösen wollen, das sie ihm angetan habe, sagte die Schweizerin vor Gericht unter Tränen. «Es tut mir so leid.»

Frühere Tötungsversuche bestritt die Frau. So habe sie nicht versucht, ihren damaligen Mann zu vergiften.

Mit Helikopter ins Spital

Der Brand in einem Einfamilienhaus in Zofingen war in der Nacht des 30. August 2017 ausgebrochen. Der damals 36-jährige Ehemann wurde mit einem Rettungshelikopter ins Spital geflogen.

Noch am gleichen Tag geriet die Ehefrau des Verletzten unter Verdacht, den Brand gelegt zu haben. Beim Brand blieben die Frau selbst und ihre beiden Kinder unverletzt. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Ermittler verlangen Kundenkarten-Daten – und Coop und Migros können sich kaum wehren

Staatsanwälte nutzen Daten der Kundenkarten von Coop, Migros und der SBB gerne. Weniger gerne reden sie darüber, wie oft dies geschieht. «Eine Staatsanwaltschaft erhält Einblicke, die über das hinaus gehen, was mit dem Strafverfahren zusammenhängt», sagt ein Rechtsanwalt.

Sie sind in fast allen Portemonnaies. Manche nehmen sie täglich in die Hand. Und denken wohl selten daran, welche Datenspuren sie damit hinterlassen. Die Kundenkarten von Coop oder Migros. Aus ihren Daten lässt sich viel herauslesen: Was jemand einkauft, wo er einkauft. Und vielleicht auch ganz persönliche Vorlieben.

Es sind Daten, die auch die Behörden interessieren. In Strafverfahren verlangen Staatsanwaltschaften immer wieder Kundendaten von den Detaillisten. Doch gross darüber reden möchte …

Artikel lesen
Link zum Artikel