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Jonas kuehlt sich ab mit einem Sprung ins Wasser, am Samstag, 27. August 2016, am Walensee in Murg. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Jonas jumps in the water of the Walensee lake at Murg, Switzerland, Saturday, August 27, 2016. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Familien mit Kinder sind sicherer dran, wenn sie Ferien hierzulande planen. Bild: KEYSTONE

Was der neue Impfplan für unsere Sommerferien bedeutet

Bis Ende Juni sollen alle mindestens ein Mal geimpft sein, so das Ziel des Bundesrates. Was das für unsere Sommerferien bedeutet, in fünf Punkten.



Was will der neue Impfplan?

Die Basics zuerst. Der Bundesrat hat diese Woche eine Korrektur beim Impfplan angekündigt. Statt bis Ende Juni, sollen einen Monat später alle, die wollen, geimpft sein können. Die Präsentation dieser Korrektur ging fast an der gut einstudierten Pressekonferenz unter, als Bundespräsident Guy Parmelin und Gesundheitsminister Alain Berset zusammen neben Dan Staner von Moderna Schweiz und Sabine Bruckner von Pfizer vor die Medien traten.

Die neuen Kennwerte sind also:

Bis gestern wurden jedoch erst 504’824 Personen vollständig geimpft. Es ist also klar, dass die Impfkampagne an Geschwindigkeit zulegen muss, damit die Schweiz auf einen tollen Sommer hoffen kann, in dem grössere Freiheiten wieder herrschen und wieder durch Europa gereist werden kann.

Brauche ich eine Impfung, um ins Ausland zu reisen?

Die Menschen wollen den Sommer wieder geniessen. Die Impfung und der Impfpass sollen das möglich machen – so ist zumindest die These, die sich manch einer im Hinblick auf allfällige Ferienpläne macht.

Seit Wochen wird nämlich in der EU und weltweit diskutiert, ob allfällige Reisefreiheiten an die Impfung gekoppelt werden sollen. Noch sind nicht alle Details dazu geklärt – für die EU-Länder wurde aber zumindest ein Grundsatzentscheid getroffen: Der freie Personenverkehr bleibt innerhalb der EU und der Schweiz bestehen. Sprich: Man soll auch ohne Impfpass herumreisen können.

Möglich sind aber Einschränkungen, wie sie etwa heute schon gelten: Wer nicht mit Impfpass bestätigen kann, dass er oder sie geschützt ist, dem könnte eine Quarantäne drohen.

Anders sieht es ausserhalb der EU aus. Länder können weitreichendere Einschränkungen, bis hin zur Einreisesperre, für Ungeimpfte erlassen.

Israel ist mit der Impfkampagne besonders weit fortgeschritten und kann seither auch drastisch sinkende Fallzahlen vermelden. Sie wollen, dass das so bleibt und setzen auf digitale Imfpass-Lösungen, um einen Alltag beinahe ohne Einschränkungen garantieren zu können.

Kann ich jetzt meine Sommerferien planen?

Lieber nicht, heisst es aus der Reisebranche. Sandra Studer von Globetrotter rät zu Geduld: «Wir empfehlen, die Sommerferien kurzfristig zu buchen.»

Geimpft zu sein sei sicher ein Vorteil für die Ferienplanung, sagt Studer. Allerdings seien momentan noch zu viele Fragen offen: Wie viele Destinationen bleiben auf der Risikoliste des Bundesamtes für Gesundheit? Öffnen die anderen Länder überhaupt? Wird die Bevölkerung dort schon geimpft sein?

«Wenn die anderen Länder Einreisesperren haben, dann können wir noch so geimpft sein», sagt auch Bianca Gähweiler von Hotelplan. Momentan würden die meisten Kundinnen und Kunden ein bis zwei Wochen vor der Abreise buchen. Das empfiehlt Gähweiler auch anderen Reiselustigen: «Der Frust ist gross, wenn man nicht gehen kann. Deshalb raten wir davon ab, Sommerferien jetzt zu buchen.»

Was bringt das neue Impfzertifikat?

Hier müssen wir kurz die Begriffe klären: Heute gibt es den Impfausweis bzw. das Impfbüchlein, ein Papierdokument, auf dem Ärztinnen und Apotheker eine Impfung schriftlich mit Unterschrift und Stempel bestätigen. Dieses könnte leicht gefälscht werden.

Das defekte elektronische Impfbüchlein von MeineImpfungen.ch hätte all das ins Internet bringen sollen. Statt Stempel und Unterschrift hätten Ärzte und Apothekerinnen gleich die Impfung einer Person selbst eintragen können. Dieses Modell hatte aber den Haken, dass es von einer privaten Stiftung betrieben wurde und deshalb nicht als «offizielle Bestätigung» einer Impfung herhalten konnte.

Helfen soll nun das Impfzertifikat. Dieses wird derzeit vom BAG entwickelt und soll die Impfung durch eine Fachperson eindeutig, fälschungssicher und vor allem dezentral bestätigen können. Wer sich impft, kriegt einen Code, der eindeutig und staatlich den Impfstatus bestätigt. Möglich ist sowas durch kryptografische Mechanismen.

Dieses Schweizer Impfzertifikat (man kann sich darunter etwas wie einen QR-Code auf Papier oder dem Handy vorstellen) soll nach den Plänen des Bundes kompatibel mit EU-Impfpässen sein. Die Frage ist nur, bis wann das klappt. Die EU will im Juni – also kurz vor der Feriensaison – bereit sein, hierzulande spricht man «vom Sommer».

Was bedeutet das für Familien, Singles und Co.?

Fassen wir zusammen:

Die Sommerferien sind noch in weiter Ferne. Familien oder zeitlich eingeschränkte Personen werden sich aber wohl jetzt schon Gedanken machen, wohin sie im Sommer wollen. Sie werden sich an den Schulferien – die teilweise schon im Juni beginnen – oder an den Plänen ihrer Arbeitgeberinnen orientieren müssen.

Für sie könnte der Sommer nach heutigem Stand zu einer richtigen Zitterpartie werden: Werden sie bis zum Ferienbeginn nicht vollständig geimpft, so müssten sie allenfalls Auslandspläne annullieren oder kurzfristig hierzulande Ferienpläne schmieden.

Besser sind jene mit flexibler Ferienplanung dran. Singles, Kinderlose und jene mit Urlaubstagen im August/September könnten sorgenfreier planen. Sie können nach heutigem Stand damit rechnen, sich vor der Abreise impfen zu können und dies auch mit einem Impfzertifikate bestätigen zu können.

(pit/han)

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