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A schoolgirl holds carrots in her hands which she has reaped in a municiple school garden in Zurich, Switzerland, on September 11, 2014. As an extra-curricular activity, pupils have the oppurtunity to tend an assigned patch in a school garden. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Den einheimischen Rüebli geht es bisher prächtig. Bild: KEYSTONE

Hat jemand Ernteausfall gesagt? Warum der letzte Schweizer Sommer viel schlimmer war  

Die Schweiz jammert. Die Hitze sei schlecht für das Gemüse und auch das Obst. Das stimmt nur bedingt. Für gewisse Pflanzen sind die diesjährigen Verhältnisse nahezu perfekt.



Bleibe es auch diese Woche noch heiss und trocken, könne es in der Schweiz zu Ernteausfälle kommen. Dies war in den letzten Tagen verschiedentlich zu lesen. Branchenkenner winken allerdings ab. 

Moana Werschler vom Verband Schweizer Gemüseproduzenten sagt: «Die aktuellen Wetterbedingungen sind sicher nicht einfach, wir sind aber weit weg von einer Ausnahmesituation». Auch Sandra Helfenstein vom Schweizer Bauernverband spricht von einer angespannten Lage, man sei jedoch klar entfernt von Dramatik. 

«Grundsätzlich ist uns heiss und trocken lieber als nass und kalt.»

Georg Bregy, Direktor Schweizer Obstverband 

Mehr Bewässerung kostet mehr

Bei der jetzigen Hitze müssen die Gemüse- und Früchteproduzenten mehr bewässern. Das ist aufwendig und kostet. Prekär wird es, wenn dies verboten wird. Das ist bisher nur in wenigen Regionen der Fall und nur sehr lokal. Darf etwa kein Wasser aus Bächen mehr entnommen werden, müssen die Produzenten Sonderregelungen mit den Kantonen aushandeln. (feb)

Momentan sind es vor allem die Salate, die den Bauern Bauchschmerzen bereiten. Die aktuelle Eisbergsalat-Ernte beispielsweise kann die Nachfrage bei weitem nicht decken. Andere Salatsorten haben braune Ränder, die Brokkoli zu grosse Blüten. Die Tropennächte machen den Pflanzen zu schaffen.

Jedoch ist der Salat nicht nur sensibel auf Hitze und Trockenheit. Der nasse und kalte letzte Sommer war das viel grössere Problem für die Gemüsebauern. «Da wuchs der Salat zwar gut, aber niemand wollte ihn essen und die Bauern mussten den Salat felderweise runterpflügen», sagt Helfenstein vom Bauernverband. Werschler von den Gemüseproduzenten bestätigt, die Hitze mache den Bauern weniger zu schaffen als das Nass im vergangen Jahr. Das Verhältnis Angebot/Nachfrage sei bisher besser. 

A farmer carries freshly harvested broccoli in Pacayas de Cartago May 5, 2015. Vegetable growers in the highlands of Cartago and Turrialba are concerned that if the Turrialba volcano ash continue falling on their fields the losses would be significant, according to local media. The Turrialba volcano began erupting Monday afternoon, spewing thick black clouds of ash more than 8,200 feet (2,500 meters) into the sky.  REUTERS/Juan Carlos Ulate

Die diesjährigen Brokkoli tragen grössere Blüten als normal. Bild: JUAN CARLOS ULATE/REUTERS

«Von einem Aufschrei kann keine Rede sein, da müsste es noch drei, vier Wochen heiss und trocken bleiben.»

Moana Werschler, Sprecherin Schweizer Gemüseproduzenten

Die Situation ist zudem in keiner Weise vergleichbar mit der im Sommer 2003. Damals dauerte die Hitzeperiode viel länger. Bereits ab Mitte April und bis Ende August war es heiss in der Schweiz, es fiel kaum Regen. Der diesjährige Sommer hingegen begann recht regnerisch, der Juni war warm und niederschlagsreich, die Hitzewelle begann erst Anfang Juli. Bis zu einer Ausnahmesituation müsste es laut Werschler noch drei, vier Wochen heiss und trocken bleiben. Danach sieht es jedoch nicht aus, bereits ab Mitte Woche soll es in den meisten Regionen regnen. Grössere Ernteausfälle sind deshalb nicht zu befürchten. 

Ein Landwirt bewaessert ein Gemuesefeld, am Donnerstag, 16. Juli 2015, in der Naehe von Kerzers. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Momentan müssen die Bauern, wie hier in Kerzers, ihre Felder bewässern. Das kostet viel Geld. Bild: KEYSTONE

Auch nicht beim Obst. Gewissen Früchten kommt die Hitze gar zugute. «Bei den Kirschen zum Beispiel gibt es bei heissem Wetter weniger Schädlinge», sagt Georg Bregy, Direktor des Schweizer Obstverbands. Es würden dieses Jahr allgemein wohl etwas kleinere Früchte wachsen. «Die Qualität ist aber eher bessser, die Früchte bilden mehr Aroma und Zucker.»

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