Schweiz
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Billig-Kredite für Schweizer Firmen – was du wissen musst

Der Bund greift Unternehmen mit Liquiditätsproblemen mit 20 Milliarden Franken unter die Arme. Am Mittwoch hat der Bundesrat die Details dazu geregelt.



Dank der Überbrückungskrediten sollen Unternehmen ausreichend Liquidität zur Verfügung haben, damit sie trotz Corona bedingten Umsatzeinbussen ihre laufenden Fixkosten decken können.

Wer darf wieviel Kredit beziehen?

Betroffene Unternehmen können Überbrückungskredite im Umfang von höchstens 10% ihres Jahresumsatzes bis max. 20 Millionen Franken von ihren jeweiligen Banken beantragen. Gewisse Minimalkriterien sind zu erfüllen, insbesondere muss die Unternehmung erklären, dass sie aufgrund der Corona-Pandemie wesentliche Umsatzeinbussen erleidet.

Kredite bis 500'000

Bis zu 500'000 Franken werden Kredite unbürokratisch innert kurzer Frist ausbezahlt und zu 100 Prozent vom Bund abgesichert. Darauf wird kein Zins erhoben.

Die Verordnung des Bundesrats vom 25.03.

Kredite über 500'000

Überbrückungskredite, die den Betrag von 500'000 Franken übersteigen, werden zu 85% vom Bund abgesichert. Die kreditgebende Bank beteiligt sich mit 15% am Kredit. Solche Kredite können bis zu 20 Millionen Franken pro Unternehmen betragen und setzen deshalb eine umfassendere Bankenprüfung voraus. Bei diesen Krediten beträgt der Zinssatz aktuell 0,5% auf dem vom Bund abgesicherten Darlehen.

Unternehmen mit mehr als 500 Millionen Franken Umsatz fallen nicht unter dieses Programm.

Ab wann kann man Kredite beziehen?

Der Kreditantrag wird ab Donnerstag nach Inkrafttreten der Verordnung auf der Webseite covid19.easygov.swiss verfügbar sein.

Kredite sollen einfach, rasch und unkompliziert ab morgen Donnerstag, 26. März 2020, für alle Betroffenen zugänglich sein. Die Finanzdelegation der Eidgenössischen Räte (FinDel) hat am 23. März 2020 einen Verpflichtungskredit von 20 Milliarden Franken genehmigt.

Wie ist die Laufzeit?

Die Unternehmen haben 5 Jahre Zeit, den Kredit zurückzuzahlen. Allenfalls wird die Laufzeit um 2 Jahr verlängert.

Spezialfall PostFinance

Für KMUs, die nur über eine Kontoverbindung bei PostFinance verfügen, hat der Bundesrat eine spezielle Regelung getroffen: Er ermöglicht der PostFinance, ihren bestehenden Firmenkunden unbürokratischen Zugang zu Krediten bis 500'000 Franken zur Verfügung zu stellen. Dies stelle keine Entbindung der PostFinance vom Kreditvergabeverbot dar, sondern eine zeitlich begrenzte Massnahme im Rahmen dieses Programms, schreibt der Bundesrat.

(aeg)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Satan Claws 26.03.2020 11:26
    Highlight Highlight Ihr findet das handeln des Bundesrats erstaunlich? Selbst zinsfreie Kredite müssen zurückbezahlt werden, was für viele sehr schwierig sein wird.

    Die UBS brauchte zehn Jahre um 50 Milliarden zurück zu zahlen, wohl bemerkt in schrottpapieren die plötzlich wieder Wert hatten.

    Bei den jetzt unterstützten Firmen ist der Gewinn aber "echt" erarbeitet und es dauert entsprechend länger alles zurück zu zahlen. In dieser Zeit wird das Wachstum sehr stark ausgebremst, sprich die Zahl der Arbeitslosen wird steigen, da die Zahl der Arbritsplätze wohl stagniert.

    Ergo sollte das Geld verschenkt werden.
  • ChiefJustice 25.03.2020 15:32
    Highlight Highlight Schön. ABER: Die gesamte Start-up-Szene wurde vergessen und ist vom Kreditregime ausgeschlossen (noch keine relevanten Umsätze; kein Anspruch auf Bürgschaft). Trotz vehementer Interventionen beim Bundesrat in den letzten Tagen.
    Dies ist eine herbe Bedrohung für den ganzen Innovations- und Forschungsplatz Schweiz, dutzende Uni-/ETH-Spin-offs und hunderte weitere Unternehmen der Zukunft.
    #BR, denkt an die Arbeitgeber von morgen!
    • Andy 25.03.2020 15:48
      Highlight Highlight Öhm hast du die PK geschaut? Genau Start-Ups wurden erwähnt. Das dort halt entsprechende Individual-Situationen betrachtet werden müssen, damit das eben trotzdem möglich ist. Auch indirekt Betroffene wurden explizit erwähnt.
    • ChiefJustice 25.03.2020 15:53
      Highlight Highlight Ja. Entscheidend ist aber der Wortlaut der Verordnung. Und da sind Art. 3 und 7 ein Problem. Da kann Maurer lange noch etwas anderes erzählen.
      Der Frust kommt daher, dass zahlreiche gewichtige Stimmen des ganzen Sektors die letzten Tage den BR genau auf das Problem hingewiesen haben, dieser diese Stimmen aber jetzt explizit ignoriert hat.
    • ChiefJustice 25.03.2020 19:37
      Highlight Highlight @Andy: Sämtliche Start-ups, die älter als 2019/20 sind und noch keine Umsätze haben sind ausgenommen. Das sind im Prinzip sämtliche Biotech-/Medtech-Unternehmen sowie ein Grossteil aller restlichen Tech-Start-ups.
      Art. 7 ist ein netter Versuch. Allerdings Ziel verfehlt. Der BR denkt, Start-up heisse einfach "erst einige Monate altes Unternehmen". Was halt nicht stimmt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Andy 25.03.2020 14:50
    Highlight Highlight Erstaunlich - aber enorm erfreulich! Ich glaube die Banken haben rechtzeitig erkannt, dass die 0.75% Negativzinsen genügend kompensieren und alles andere ein Eigengoal wäre :)

    Es ist äusserst schön diesbezüglich auch mal positiv überrascht zu werden!
  • Eyeore 25.03.2020 14:28
    Highlight Highlight Bravo an den Schweizer Finanzmarkt. 0-0.5% ist mehr als fair!
    Habe mit 1-3% gerechnet und denke der Schweizer Finanzmarkt hat mit seinem Kurs, die Situation genutzt für eine Imagekorrektur.
  • N. Y. P. 25.03.2020 14:21
    Highlight Highlight Jetzt soll noch einer sagen, dass der Bundesrat nicht einen guten Job macht.
    Als erstes wird jetzt für (hoffentlich) ausreichend Liqidität gesorgt.

    In 12 - 24 Monaten könnte man, wenn die Gesammtsumme bekannt ist, schauen, wieviel der aufgelaufenen Schulden, bzw. der Kredite, der Bund, also wir alle, übernimmt. À fond perdu, versteht sich.

    #bingegendasbundesratsbashing
    #teambundesrat
    • rodman 25.03.2020 14:55
      Highlight Highlight Der Bundesrat hat einen guten Job gemacht. der Set up sollte gut funktionieren.

      Dass alle Gesellschaften ausnahmslos Anspruch haben, wird der Schönheitsfehler sein, den man aufgrund der Geschwindigkeit wohl eingehen muss: Holdings und Verwaltungsgesellschaften, somit klassische "Briefkastenfirmen" - teilweise auch noch mit ausschliesslich ausländischem operativem Geschäft und Inhaberschaft - können auch von diesem Gratiskredit profitieren und womöglich das Geld am Donnerstag Nachmittag gleich ins Ausland senden und dort nutzen.

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