Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
La ZAD de la Colline (Zone a defendre) est en construction par des militants ecologistes pres de la carriere de la Birette sur la colline du Mormont le samedi 17 octobre 2020 a Eclepens. La colline du Mormont est actuellement exploitee par l'entreprise Holcim. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Bild: keystone

Umweltaktivisten besetzen Hügel, um ihn vor Zerstörung durch Holcim zu schützen



Umweltaktivisten haben am Samstag den Hügel Mormont bei Eclépens VD besetzt. Sie wollen das Ökosystem dort vor der Zerstörung durch den Zementkonzern Holcim schützen. Holcim betreibt am Mormont einen Steinbruch und will ihn ausweiten.

Allerdings muss das Unternehmen dafür zuerst einen Bundesgerichtsentscheid abwarten. Holcim baut seit 1953 am Mormont Stein ab und betreibt vor Ort eine Zementfabrik. Im Juli reichten Nichtregierungsorganisationen beim Bundesgericht Einspruch gegen die Ausbaupläne des Zementkonzerns ein. Der Kanton hiess den Ausbau bereits gut.

Der Steinbruch von Holcim am Mormont frisst sich in die Hügelflanke. Aktivisten wollen jetzt die Ausbaupläne des Zementherstellers verhindern. (Archivbild)

Der Steinbruch von Holcim am Mormont frisst sich in die Hügelflanke. Aktivisten wollen jetzt die Ausbaupläne des Zementherstellers verhindern. Bild: sda

Am Samstagnachmittag besetzten die Aktivistinnen und Aktivisten eine Fläche auf der Hügelkuppe oberhalb des Steinbruchs La Birette. Die Gruppe von 30 bis 40 Personen erwartete weiteren Zuzug, wie ein Aktivist gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte.

Zudem besetzten die Aktivisten ein leerstehendes Haus und statteten es mit Matratzen und Sofas aus. Im Freien wurden zwei Jurten errichtet und auch in den Bäumen gab es Konstruktionen.

Das besetzte Gelände sei die erste «Verteidigungszone» in der Schweiz und das erste Mal, dass eine Ort in der Natur besetzt werde, hiess es seitens der Besetzer.

Die Aktion wird von einer Orchidee genannten Organisation angeführt. Sie erinnert mit dem Namen an die auf dem Hügel wachsenden Orchideen. Die Aktivisten wollen auf dem Gelände übernachten und es so lange wie nötig besetzt halten.

Der Steinbruch La Birette ist derzeit ausser Betrieb, weil Holcim den Bundesgerichtsentscheid abwartet. Die Frage nach einer Räumungsklage liess das Unternehmen am Abend offen. Man nehme aber die Anliegen aller Verfahrensbeteiligten ernst.

Zudem erinnerte das Unternehmen daran, dass es vor, während und nach der Nutzung eines Steinbruchs besondere Sorgfalt walten lässt. Aus dem ehemaligen Steinbruch Testori in Eclépens sei ein Naturreservat mit Orchideen und seltenen Schlangen geworden, das ins Bundesinventar für Trockenwiesen und -weiden Aufnahme fand.

Holcim (Schweiz) gehört zum internationalen Baustoff-Riesen LafargeHolcim. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

21 Bilder, die dir vor Augen führen, wie schön die Natur ist

Der Mensch zerstört die Tierwelt

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

29 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
homo sapiens melior
17.10.2020 21:20registriert February 2017
Die tragen ganze Berge ab im Land.
8828
Melden
Zum Kommentar
Bildung & Aufklärung
17.10.2020 21:24registriert July 2019
Wir* gucken seit Jahrzehnten alle nur zu und seit Jahrzehnten sagen wir alle immer ganz bedrückt und bestürzt, dass das halt schon sehr schlimm und traurig sei, aber... und dann hocken wir wieder vor der Glotze oder sonst was.
Es ist nicht 5 vor und nicht 5 ab 12, sondern, längst etwa 16:30. Wir müssen aufstehen!
*(Naturschutz-AktivistInnen welche sich seit Jahrzehnten gratis und franko unter riesigem Aufwand, Blut, Schweiss und Tränen in ihrer Freizeit, und unter riesiger bis extremer Anfeindung als Dank obendrauf, sich für die Natur und Welt einsetzen ausgenommen, selbstverständnlich!)
10969
Melden
Zum Kommentar
Bildung & Aufklärung
17.10.2020 21:21registriert July 2019
! G R A N D E !
Vielen Dank allen, für euren so wichtigen Einsatz!
Holcim vernichtet weltweit skrupellos ständig Flora und Fauna, gerade gestern wieder Bilder aus Vietnam gesehen, da wirds einem einfach schlecht und man will nur noch weinen.
Und wofür?! Damit ihre Kinder ein Brot auf dem Tisch haben?
Nein, damit zu der 10. Million auch bald die 20. kommt! Damit auch vor der 3. Villa nochmals eine fette umweltfeindliche Riesenkarre 'Eindruck' (vor den Armen. Geistig Armen) schinden kann.
Diese geldsüchtige Bösartigkeit welche Mutter Natur tötet ist so zum Kotzen! Schlicht Verbrecher!
132107
Melden
Zum Kommentar
29

Sektenblog

Wenn Missionierung tödlich endet – der Fall Beatrice Stöckli

So hat sich die 59-jährige Missionarin Beatrice Stöckli das Ende ihres Lebens kaum vorgestellt. Die fromme freikirchliche Christin wurde in Mali von Islamisten umgebracht.

Sie hat auf die Hilfe Gottes gehofft. Vergeblich. Nach vierjähriger Gefangenschaft, in der die Missionarin durch die Hölle gegangen war, haben sie die muslimischen Fanatiker umgebracht.

Stöckli wurde Opfer ihres radikalen Glaubens. Die freikirchliche Missionarin wählte im Jahr 2000 die kleine Oasenstadt Timbuktu als …

Artikel lesen
Link zum Artikel