DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

ETH-Bericht beschreibt: So vertreibt der Klimawandel Millionen von Menschen



Auf einem neu erstellten Index der wichtigsten Wissenschaftsst

Die ETH Zürich. Bild: sda

Jedes Jahr müssen Millionen von Menschen weltweit aufgrund klimabedingter Katastrophen ihre Häuser verlassen. Selbst wenn die Ziele des Pariser Klimaabkommens erfüllt werden, verschärft sich das Risiko in den meisten Weltregionen, dass Menschen allein durch Flussüberschwemmungen aus ihrem Zuhause vertrieben werden.

Das berichtet ein internationales Forschungsteam unter Leitung der ETH Zürich um David Bresch, Professor für Wetter- und Klimarisiken, im Fachmagazin «Environmental Research Letters». Die Ergebnisse basieren auf Computersimulationen, die globale Modellszenarien zur Bevölkerungsentwicklung, Hochwasser-Extremereignissen sowie Klimamodellierungen verknüpfen.

Schätzungsweise 288 Millionen Menschen weltweit mussten seit dem Jahr 2008 vor einer Naturkatastrophe fliehen und ihre Heimat verlassen. Überschwemmungen gehören zu den Haupttreibern dieser Entwicklung und haben demnach 63 Prozent mehr Vertreibungen verursacht als Konflikte und Gewalt, wie die Forschenden in ihrer Studie schreiben.

Bevölkerungswachstum in Flussnähe

Sie berechneten nun, wie sich das Vertreibungsrisiko aufgrund von Überflutungen durch über die Ufer tretende Flüsse bis zum Ende des 21. Jahrhunderts entwickeln könnte. Resultat: Dieses könnte gegenüber dem Jahr 2000 um 350 Prozent ansteigen, wenn die menschengemachte Klimaerwärmung weiter ansteigt wie bisher und das prognostizierte Bevölkerungswachstum einträfe.

«Das Vertreibungsrisiko steigt dabei in vielen Regionen überproportional zum Bevölkerungswachstum», sagte Bresch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Denn Menschen lassen sich vorzugsweise in Flussnähe nieder, da die Gewässer etwa in Handelsnetze eingebunden seien und in trockenen Regionen ausreichend Wasser für die Bewässerung böten.

Noch kann Risiko gemindert werden

Selbst wenn die Klimaziele des Pariser Klimaabkommens erreicht werden, verdoppelt sich das Vertreibungsrisiko gegenüber dem Jahr 2000. Im Pariser Klimaabkommen verpflichten sich fast alle Staaten der Welt, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad, besser 1.5 Grad zu begrenzen.

In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara steigt das Vertreibungsrisiko gemäss den Modellen besonders stark wegen des prognostizierten Bevölkerungswachstums. In Ostasien, Lateinamerika sowie den pazifischen Inselstaaten hingegen verschärft sich das Risiko vor allem aufgrund von häufigeren Hochwasserereignissen.

Noch könnten diese Risiken vermindert werden, schreiben die Forschenden. Etwa durch entsprechende Stadtplanungen, da die besonders betroffenen Regionen diejenigen seien, die in den kommenden Jahren voraussichtlich stärker urbanisiert würden.

(aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Aufforstungs-Potential in der Schweiz und weltweit

In Zukunft dürfte uns die Hitze noch härter treffen!

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Ein Paar in Brasilien pflanzte 20 Jahre lang Bäume – und lebt jetzt in einem Wald

Es ist eines der grössten Aufforstungsprojekte der Welt: Das Ehepaar Salgado pflanzte in 20 Jahren einen 68 Millionen Quadratmeter grossen Wald. Sie haben bewiesen, dass der Klimawandel nicht nur gestoppt, sondern auch rückgängig gemacht werden kann.

Anfang der 90er-Jahre wurde der brasilianische Fotografjournalist Sebastiao Ribeiro Salgado nach Ruanda geschickt, um über den schrecklichen Völkermord zu berichten. Das vor Ort Erlebte traumatisierte ihn schwer. 1994 kehrte Salgado in seine Heimat zurück. Er hoffte zu Hause in Minas Gerais, wo er von einem üppigen Wald umgeben aufgewachsen war, Ruhe und Erholung zu finden.

Statt des Waldes aber fand er kilometerweit staubiges und karges Land vor. In wenigen Jahren fand in seiner Heimatstadt …

Artikel lesen
Link zum Artikel