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6 Dinge, die du dir einfach mal sparen kannst

Mit zunehmendem Überfluss wird Sparen immer einfacher. Insbesondere wenn es um die Unnötigkeiten im Alltag geht.



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Die Opferrolle ist zweifelsohne eine bequeme. Anstatt Verantwortung zu schultern, wird man selbst von anderen geschultert. Auf dieser Sänfte des Selbstmitleids lebt es sich augenscheinlich auch prima. Das Problem: Du drehst dich damit bestenfalls im Kreis.

Ohne die Opferrolle musst du zwar eigenständig laufen, aber immerhin kannst du die Richtung bestimmen. Spar sie dir. Sie ist ein billiges Kostüm.

Und siehe da:

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Der Fingerzeig auf andere ist das wohl beliebteste Tool unserer Zeit. Es ist so ein wenig die Uno-Reverse-Karte, die alle jederzeit auf der Hand haben. «Und was ist mit ...?» oder «Ist ja schon schlimm, aber nicht so schlimm wie ...» scheinen die easy ways out aus jeder unangenehmen Lage zu sein. Und schaden tut's ja niemandem.

Ausser dir. Man stelle sich vor, Raucher zu sein, ohne selbst zu wissen, wie Rauchen überhaupt geht. Die Abhängigkeit vom Leben ist in etwa genau das. Und wie beim Rauchen auch: Spar es dir doch einfach.

Und siehe da:

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«Ich gewinne eh nicht, haha». «Diese Prüfung ist NIE genügend». «Ich habe einen Bad Hair Day. Seit Geburt. Lol.» Wem Aussagen wie diese nicht jetzt schon auf den Sack gehen, der hat eine wesentlich dickere Haut als der durchschnittliche Elefant. Und wer jetzt sagt, «ich gehe halt immer vom Schlechtesten aus, damit ich nicht negativ enttäuscht werden kann»:

Erstens, nun ja ... die Frage ist ... tust du das ... wirklich ... wirklich? Und zweitens, falls ja: Kein Fishing for Compliments? In diesem Falle 1 coole Lebenseinstellung, viel Spass damit und spar's dir, sie deiner ganzen Umwelt so penetrant exhibitionistisch unter die Nase zu reiben.

Und siehe da:

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Keine Gesellschaftsschelte im 21. Jahrhundert ohne eine Prise Social Media! Dazu gehört auch gut und gerne mal ein Begriff wie Social-Media-Hype-Train-Riding.

Was so viel heisst, wie:

Brennt der Regenwald in deinem Feed, bist du glühender Umweltaktivist.
Werden Journalisten verschleppt, bist du strahlende Galionsfigur der Meinungsfreiheit.
Schiesst ein Diktator, bist du unbeugsamer Menschenrechtsaktivist.
Geht eine Doku viral, bist du eingefleischter Vollblut-Vegetarier.
Wird Paris angegriffen, bist du ... Paris.
Du bist nicht mehr, sondern das Thema ist.

Spar's dir. Klone kommen noch früh genug.

Und siehe da:

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Noch nie war es opportuner, Opportunist zu sein, als heute. Es gehört quasi zum guten Ton des Erfolghabens, opportunistisch zu handeln. In der heutigen Zeit ist es ja auch gar kein Tabu mehr, denn man «hält sein Glück heutzutage ja in den eigenen Händen». Da muss man nicht scheinheilig sein. Oder ein Geheimnis draus machen. «Nödwahr».

Leider wirklich nicht wahr. Denn Opportunisten sind Zecken, die sich vollsaugen, bis sie platzen. Sie sind Brandrodungsnomaden, die ihre eigene Lebensgrundlage abfackeln. Kann man schon mal machen. Kann man sich aber auch sparen. Der Nachhaltigkeit zuliebe.

Und siehe da:

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Aus meiner Perspektive ist ja alles immer ganz klar. Ganz logisch. Ganz schön genial. Wieso wollen das die anderen denn nicht sehen? Es ist ja schliesslich unübersehbar?! In aufklärerischer Manier wird diese innere Wahrnehmung dann – gänzlich selbstlos, natürlich! – verbal nachgemalt. Aller Dienst der Gesellschaft!

So kurz ist der Weg vom Paulus zum Saulus also. Ungepanschte Selbsterfahrung. Moralinsaures Getue über Tugenden und ihre legendären Antipoden. Wobei ich von Opferrollers (das Wort gibt's ab heute), Whataboutisten, Komplimenten-Fischern, Hype-Train-Ridern und Opportunisten ja vielleicht auch etwas lernen kann.

Und sei es nur das Gefühl, es gemäss meinem Empfinden nicht ganz verkehrt zu machen. Still, ganz für mich allein. Wisst ihr was, ich spar's mir.

Und siehe da:

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