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ARCHIV -- EISHOCKEY MEISTERSCHAFTSBETRIEB UNTERBROCHEN --- Berns Berns Alain Berger kommt aufs Eis, im ersten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, am Donnerstag, 11. April 2019, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Noch ist nicht klar, ob in der kommenden Hockey-Saison gleich wieder Zuschauer zugelassen sind. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

SCB-Saisonabis ohne Preiserhöhung, aber mit einem «Garantie-Schein»

Kein anderer Klub ausserhalb der NHL verkauft so viele Dauerkarten wie der SCB. Nun beginnt der Verkauf nach Pfingsten so spät wie nie. Und mit einem «Garantieschein».



Drei Wochen später als sonst verschickt der SCB nach Pfingsten die Rechnung für die Saisonkarten. Wer in der gesetzten Frist nicht zahlt, verliert den Anspruch auf seinen Platz in der grössten Arena Europas. Diese Frist wird nun um zwei Monate bis Ende Juli verlängert. Bei 13'000 Abis wird der Verkauf gestoppt. Kein Wunder, gibt es Wartelisten und wie in Montréal werden die begehrten SCB-Saisonkarten manchmal vererbt.

Die PostFinance Arena fasst 17'031 Zuschauerinnen und Zuschauer (7139 Sitzplätze, 9892 Stehplätze). Letzte Saison eilten trotz enttäuschenden Leistungen (Playoffs verpasst) pro Spiel durchschnittlich 15'588 Menschen in den SCB-Hockeytempel. Mehr als in jedes andere Stadion ausserhalb der NHL.

ARCHIV ? ZUR ENTSCHEIDUNG DES BUNDESRATS, WEGEN DES CORONAVIRUS ALLE OEFFENTLICHEN GROSSVERANSTALTUNGEN MIT MEHR ALS TAUSEND TEILNEHMERINNEN UND TEILNEHMERN BIS ZUM 15. MAERZ 2020 ZU VERBIETEN, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDE ARCHIVBILDER ZUR VERFUEGUNG - Die Fans auf der Steilrampe rollen das ueberdimensionale Transparent mit dem Baeren aus vor dem Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem SC Bern und den HC Ambri-Piotta, am Samstag, 21. Dezember 2019 in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Der SC Bern ist und bleibt ein Zuschauermagnet. Bild: KEYSTONE

Der SCB hat keinen Mäzen und keine Mäzenin. Der SCB ist der einzige Meister seit Einführung der Playoffs (1986), der Meistermannschaften mit dem Geld zu finanzieren vermag, das er im Tagesgeschäft erwirtschaftet, und das einzige Hockeyunternehmen im Land, das im 21. Jahrhundert nie rote Zahlen geschrieben hat. Der Mittelzufluss durch den Verkauf der Dauerkarten ist also von existenzieller Bedeutung. Nur so gelingt es, die Liquidität bis zum Saisonstart zu sichern.

Erst recht im Sommer 2020. Der Hockey-Konzern SCB erwirtschaftet mehr als die Hälfte seines Gesamtumsatzes von rund 60 Millionen durch die Gastronomie (16 Beizen in Bern und Umgebung). Durch die Viruskrise ist diese Einnahmequelle zeitweise ganz versiegt.

Verhandlungen mit der Mannschaft

Von den Mai-Löhnen sind vorerst nur 70 Prozent ausbezahlt worden. Die restlichen 30 Prozent stunden die Spieler dem Klub. Ob auch von den Juni-Löhnen erneut lediglich 70 Prozent ausbezahlt werden, ist noch offen. Marc Lüthi sagt: «Das werden wir erst noch entscheiden.»

Für solche Verhandlungen mit Marc Lüthi hat die Mannschaft einen «Wirtschaftsrat» um Captain Simon Moser gebildet. Und letztlich heisst stunden nicht schenken. Im Verlaufe der neuen Saison wird der SCB die jetzt «eingefrorenen» 30 Prozent nachzahlen. Es sei denn, es gelingt Marc Lüthi, die Spieler zu einem Lohnverzicht zu überreden.

Nach wie vor ist offen, ob die Saison wie geplant am Freitag, den 18. September, beginnen wird, wie viele Partien in der Qualifikation gespielt werden können und ob die Zuschauer überhaupt bei allen 52 Qualifikations-Spielen zugelassen sind. Wer ein Saisonabi erwirbt, kauft also gewissermassen die Katze im Sack. Marc Lüthi sagt: «Das Geld, das wir durch den Verkauf der Saisonkarten einnehmen, gehört uns erst, wenn wir die entsprechende Gegenleistung erbracht haben.»

Marc Luethi, SCB CEO, spricht mit Journalisten beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem SC Bern und den HC Fribourg Gotteron, in der Postfinance Arena in Bern. Die fuer Freitag und Samstag angesetzten Spiele in der Eishockey National League finden wegen der Ausbreitung des Coronavirus vor leeren Zuschauerrängen statt. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Marc Lüthi steht nach wie vor in Verhandlungen mit seinen Spielern. Bild: KEYSTONE

Spezialangebot für die kommende Saison

Also Geld zurück, wenn nicht alle Heimspiele (neu sind es 26 statt 25) mit Zuschauern ausgetragen werden können? Dieses Versprechen mag der SCB-Manager nicht abgeben. Aber er sagt: «Wir überlegen uns, wie wir unsere Saisonkarteninhaber entschädigen können, wenn wir nicht dazu in der Lage sein sollten, alle Heimspiele vor Zuschauern zu bestreiten.»

Der SCB verkauft seine Saisonabis sozusagen mit einem «Garantie-Schein.» Angedacht ist ein Schlüssel, dass pro nicht gespielte Partie das Geld zurückerstattet wird. Die Playoffs (oder evtl. die im Falle einer Nichtqualifikation für die Playoffs auszutragenden Spiele) sind im Abo-Preis inbegriffen.

Wenn die Saison nach Plan beginnen kann, gibt es in Bern gleich zum Auftakt einen Kracher: Am 18. September spielt der nach wie vor amtierende Meister gegen die ZSC Lions, den Qualifikationssieger der letzten Saison.

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