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Wettschulden sind Ehrenschulden, das weiss auch Klaus Zaugg. Doch was, wenn die Grundlagen für die Wette gar nicht erfüllt wurden? Bild: wanda frischknecht, jardin maoré

Eismeister Zaugg

Zug und die Unfähigkeit, Meister zu werden: Muss der «Eismeister» 11'084 Franken bezahlen?

Der EV Zug fordert vom «Eismeister» ganz offiziell 11'084 Franken. Warum ich nicht bereit bin zu zahlen. Und warum diese Forderung uns ein wenig erklärt, warum die Zuger seit 1998 nie mehr Meister geworden sind.



Der Tatbestand ist unbestritten. Am 7. August 2018 habe ich geschrieben:

«Der EV Zug hat ab der Saison 2019/20 den grossen Torhüter, den es braucht, um Meisterschaften zu gewinnen. Aber Zug hat noch nicht den grossen Trainer, den es für einen Titelgewinn braucht. Der neue Bandengeneral Dan Tangnes ein Meistertrainer? Der Norweger, der noch nie irgendetwas gewonnen hat? Er hat einen Zweijahresvertrag. Wenn er Ende der ersten Saison mit Leonardo Genoni (2019/20) noch immer Zugs Trainer ist, soll jeder Buchstabe dieser Kolumne ein «Zweifränkler» in der EVZ-Mannschaftskasse sein.»

Nun ist die Saison 2019/20 Geschichte und Dan Tangnes nach wie vor Zugs Trainer. Also hat mir der EV Zug für die 5524 Buchstaben dieser Kolumne 11'084 Franken in Rechnung gestellt.

Noch so gerne würde ich meine Wettschulden einlösen. Das ist schliesslich Ehrensache. Aber eben: Höhere Umstände haben diese Wette ungültig gemacht.

Die Rechnung des EVZ an Eismeister Zaugg:

Rechnung es EV Zug an Klaus Zaugg

Bild: watson

Bild

Bild: watson

Aus meinem Text geht eindeutig und unzweifelhaft hervor: Wenn Zug auch mit Leonardo Genoni nicht Meister wird, dann sind die Tage des Trainers gezählt. Die Erwartungen in Zug sind nach den Investitionen im Sommer 2019 (neben Leonardo Genoni holten die Zuger mit Grégory Hofmann ja auch noch den besten und teuersten Schweizer Skorer) himmelhoch.

Ich bin kein Polemiker, wenn ich behaupte, dass ein erneutes Scheitern im Titelkampf Dan Tangnes den Job gekostet hätte. Erst recht, weil ja in dieser Saison Zugs «Angstgegner» – der SC Bern – die Playoffs verpasst hat. Die Zuger haben gegen die Berner bereits dreimal den Final verloren: 1997, 2017 und 2019. Und es sei daran erinnert, dass Trainer Harold Kreis 2017 nach dem verlorenen Final trotz eines weiterlaufenden Vertrages gefeuert worden ist.

ZUM BEGINN DER NATIONAL LEAGUE SAISON 2019/20 AM FREITAG, 13. SEPTEMBER 2019, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDE PORTRAITS VON DAN TANGNES, HEADCOACH EV ZUG, ZUR VERFUEGUNG --- Dan Tangnes, Coach EV Zug, portraitiert in der Garderobe der 1. Mannschaft von Zug am 12. August 2019 in der Bosshard Arena in Zug. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Dan Tangnes ist immer noch Chef in der EVZ-Kabine – aber die Saison ging ja auch nicht richtig zu Ende. Bild: KEYSTONE

Lieber Patrick, lieber Reto, Ihr hättet also Dan Tangnes behalten, wenn er nach 2019 zum zweiten Mal hintereinander im Titelkampf gescheitert wäre? Come on!

Nun ist euch die Bewährungsprobe Playoffs erspart geblieben oder, um es positiv zu sagen: durch höhere Umstände verwehrt worden. Es hat nur einen theoretischen «Mini-Final» gegeben: das letzte Spiel der Saison in Zürich um den Qualifikationssieg. Auch diese Partie habt Ihr verloren.

Der EV Zug ist eine formidable Hockey-Firma. Ich kann nur den Hut ziehen: ein neues Stadion, eine Hockey-Akademie, eine der besten Nachwuchsorganisationen Europas, eine reibungslos funktionierende Administration, frei vom Schwefelgeruch der Skandale, eine solide wirtschaftliche Grundlage, eine Mannschaft, die zu den besten im Lande gehört und alles von Euch beiden grandios gemanagt.

Wahrlich, ich verneige mich, so tief ich es vermag. Und es wäre mir eine grosse Ehre, dieses Unternehmen mit einem bescheidenen, aber von ganzem Herzen gegönnten Beitrag in der Höhe von 11'084 Franken zu alimentieren.

Der CEO des EV Zug Patrick Lengwiler waehrend der Saison Medienkonferenz des EV Zug vom Montag 10. September 2018 in Zug. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

EVZ-CEO Patrick Lengwiler. Bild: KEYSTONE

Aber eben: Sport ist Wettbewerb. Zahlen, obwohl die sportlichen Voraussetzungen dazu aufgrund höherer Gewalt für diese eine Wette gar nicht gegeben sind? Zahlen, obwohl die hockeytechnische «Mannbarkeits-Prüfung» Playoffs nicht bestanden worden ist bzw. diese Saison gar nicht stattfinden konnte?

Sorry, das geht nicht. Das wäre im höchsten Sinne unsportlich. Lieber Patrick, lieber Reto, ich bin jetzt ein wenig boshaft (was ihr ja wisst) und bitte deshalb um Nachsicht: Einfach das Portemonnaie zücken und zahlen, obwohl die geforderte und erwartete Leistung nicht erbracht worden ist, tut in Zug nur einer: Euer Präsident Hans-Peter Strebel.

Vielleicht ist diese Gewissheit, dass so oder so bezahlt wird, einer der Gründe, warum bis heute der «Biss» für den zweiten Titel fehlt.

PS: Eine Runde Bier für die ganze Mannschaft zahle ich gern. Sagt mir bei Gelegenheit, wie viel das kostet.

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