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Die Zuercher  um Torschuetze Pius Suter jubeln nach dem 3-0 beim Eishockeyspiel der National League ZSC Lions gegen den EV Zug in Zuerich am Samstag, 29. Februar 2020. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Sollte Pius Suter in die NHL wechseln, dürfen die ZSC Lions einen weiteren Ausländer einsetzen. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Die ZSC Lions dürfen Pius Suter ersetzen – der SCB Gaëtan Haas nicht

Das Transferabkommen mit der NHL ist endlich in trockenen Tüchern und gilt ab sofort. Die Aufregung um die Ersatzausländer ist ein Sturm im Wasserglas.



Am Dienstag ist das Transferabkommen zwischen der National League und der NHL offiziell geworden. Dieses regelt Transfers von Schweizer Klubs in die NHL.

Die NHL darf bis zum 15. Juli jeden Spieler aus der National League verpflichten. Unabhängig davon, ob er einen laufenden Vertrag hat. Im Gegenzug bezahlt die NHL ab sofort für jeden Spieler ohne Vertrag aus der National League eine Transferentschädigung in der Höhe von etwas mehr als 200'000 Franken, sofern er mindestens 50 Partien in der National League absolviert hat und in der vorangegangenen Saison bei einem Schweizer Klub unter Vertrag war.

Unter diese Regelung fallen auch alle ausländischen Spieler mit einer Schweizer Lizenz wie beispielsweise Ambris Dominic Zwerger oder Langnaus Ivars Punnenovs.

Zudem gilt:

Spieler, die in den NHL-Draft kommen, dürfen im gleichen Jahr bis zum 15. August gehen.

Für Aufregung sorgten in den letzten Wochen die flankierenden Massnahmen, die von den Klubbossen beschlossen, aber offensichtlich ihren Sportchefs nicht erklärt worden sind. Die Klubs dürfen nämlich einen Spieler, den sie wegen des NHL-Transferabkommens aus einem laufenden Vertrag verlieren, für die betreffende Saison und die darauffolgende Saison durch einen zusätzlichen Ausländer ersetzen – sofern dieser Spieler bereits 50 Spiele in der National League bestritten hat. Kehrt der Spieler während der Saison bereits aus der NHL zurück, erlischt die zusätzliche Ausländerlizenz. Allerdings dürfte es einen Antrag bei der Ligaversammlung geben, um den Ersatzausländer auf die betreffende Saison zu beschränken.

Ersatz-Ausländer trotz Ausstiegsklausel

Bei der Aufregung ging es um die Ausstiegsklauseln in den Verträgen. Darf auch ein Spieler durch einen Ausländer ersetzt werden, der in seinem Vertrag eine Ausstiegsklausel für die NHL hat? Die Antwort ist nun klar: ja. Weil durch das NHL-Transferabkommen die Ausstiegsklauseln hinfällig werden. Die ZSC Lions dürfen also im Falle eines Falles Pius Suter (unter Vertrag bis 2023) durch einen Ausländer ersetzen und nächste und übernächste Saison mit fünf Ausländern spielen.

Hingegen kann der SCB Gaëtan Haas nicht durch einen fünften Ausländer ersetzen. Der Nationalstürmer hat soeben mit den Edmonton Oilers den Vertrag bis 2021 verlängert, hat aber auch mit dem SCB einen Kontrakt bis 2021. Aber er spielte letzte Saison nicht in der National League, sondern in der NHL. SCB-Manager Marc Lüthi bestätigt: «Ja, es ist so. Wir können für Haas keinen zusätzlichen Ausländer verpflichten.»

Edmonton Oilers' Gaetan Haas plays against the Detroit Red Wings in the first period of an NHL hockey game Tuesday, Oct. 29, 2019, in Detroit. (AP Photo/Paul Sancya)

Gaëtan Haas wird weiterhin in der NHL spielen können. Bild: AP

Die flankierenden Massnahmen sind klar und ermöglichen keine Schlaumeiereien. Die Aufregung war also bloss ein Sturm im Wasserglas. Ohnehin betrifft es sehr wenige Spieler, aktuell eigentlich nur Zürichs Pius Suter.

Das NHL-Transferabkommen ist per sofort gültig. Ob und wie sich die Bedingungen wegen der Virus-Krise verändern, bleibt offen. Sollte die NHL die Saison doch noch zu Ende spielen und die neue Saison erst im November oder Dezember beginnen, würden wahrscheinlich die Fristen für die Verpflichtung von Spielern aus der National League nachverhandelt.

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