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A poster with the face of Barcelona soccer player Lionel Messi is displayed at a F.C. Barcelona store in Barcelona, Spain on Tuesday, Sept. 1, 2020. Barcelona is banking on a face-to-face meeting with Lionel Messi to try to convince him to stay. Talks with Messi

In den Schaufenstern der Barça-Fanshops ist Messi weiterhin omnipräsent. Bild: keystone

Hä, Messi soll zu 90 Prozent bei Barça bleiben? – «Er ist noch in unserer WhatsApp-Gruppe»



90 Minuten hatte es gedauert, doch am Ende verlief das erste Gipfeltreffen zwischen dem Clan von Lionel Messi und den Verantwortlichen des FC Barcelona ergebnislos. Vater Jorge Messi, Bruder Rodrigo und Familienanwalt Jorge Pecourt hatten sich in den Räumen des Vereins mit Barcelona-Präsident Josep Bartomeu und Vorstand Javier Bordas getroffen.

Beide Parteien sollen auf ihrem Standpunkt beharrt haben: Gemäss «El Mundo Deportivo» habe Barça-Präsident Bartomeu mit Nachdruck auf die Ausstiegsklausel in Höhe von 700 Millionen verwiesen und Messis Vater erneut klar gemacht, dass sein Sohn die Schlüsselfigur im Projekt des neuen Barça-Trainers Ronald Koeman sei. Ausserdem wies Bartomeu nochmals darauf hin, dass das Angebot für eine Vertragsverlängerung um zwei Jahre nach wie vor bestehe.

Dass Barça den möglichen Messi-Abgang nicht akzeptieren will, zeigt auch die Werbung für das neue Trikot. Dort steht Messi mit strengem Blick in der Mitte, als hätte es die eingeschriebene Kündigung nie gegeben.

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Messi im Barça-Trikot der Saison 2020/21. bild: facebook

Gut möglich, dass Messi das neue Trikot allerdings nie tragen wird. Denn Anwalt Pecourt beharrte in den Gesprächen mit den Barça-Bossen erneut auf der Kündigung des bis Sommer 2021 laufenden Vertrages und erklärte die Ausstiegsklausel über 700 Millionen Euro als unwirksam. In den kommenden Tagen sollen die Gespräche gemäss spanischen Medienberichten fortgesetzt werden – wann genau, ist allerdings noch unklar.

epa08641654 Jorge Horacio Messi (C), father and representative of FC Barcelona's Argentinian striker Lionel Messi, leaves a restaurant in Barcelona, Spain, 02 September 2020. Jorge Messi arrived in Barcelona to meet FC Barcelona's president Josep Maria Bartomeu to talk about the future of his son after Messi's decision to leave the Spanish La Liga soccer club.  EPA/Enric Fontcuberta

Messis Vater wird von Journalisten belagert. Bild: keystone

Jorge Messi am Flughafen:

Journalisten: «Wie sieht die Zukunft Ihres Sohnes aus? – Messi Senior: «Schwierig, schwierig.»

Journalisten: «Geht Leo zu Manchester City?» – Messi Senior: «Ich weiss es nicht, bislang gibt es noch nichts.»

Journalisten: «Gibt es Kontakt mit Pep Guardiola?» – Messi Senior: «Nein, mit niemandem.»

Journalisten: «Kann Messi bei Barcelona bleiben?» – Messi Senior: «Schwierig, schwierig.»

Das gibt Raum für Spekulationen. So berichtet der in Messi-Angelegenheiten stets gut unterrichtete, argentinische Journalist Martin Arevalo bei «TyC Sports» etwa, dass die Wahrscheinlichkeit eines Messi-Verbleibs bei 90 Prozent liege und eine Entscheidung bereits heute Donnerstag fallen könne. Demnach denke der sechsfache Weltfussballer über ein «neues Szenario» nach, in welchem er seinen bis 2021 datierten Vertrag in Barcelona erfüllt und im kommenden Jahr den Verein «durch die grosse Türe» ablösefrei verlässt.

An einen Messi-Verbleib glaubt auch Marcelo Sottile von «Fox Sport». In der Sendung «90 Minutos» bekräftigte er, dass das Gipfeltreffen gemäss einer Quelle aus Messis Umfeld «gut verlaufen» sei und die Möglichkeit, dass der 33-jährige Argentinier eine weitere Saison in Barcelona bleibe, durchaus intakt sei. Folgt also die grosse Messi-Wende im Transfer-Hickhack? Wer weiss ...

De Jong: «Messi ist noch in unserer WhatsApp-Gruppe»

Messi, der beim Gipfeltreffen nicht dabei war, schwänzte jedenfalls auch am dritten Tag in Folge das Barça-Training, das ohnehin nur mit reduziertem Personal stattfand. Koeman musste auf zahlreiche europäische Nationalspieler verzichten, die in den kommenden Tagen in der Nations League engagiert sind.

Natürlich wurden diese bei der Ankunft in ihren jeweiligen Nationalteams auch zur Causa Messi befragt. Der Niederländer Frenkie De Jong konnte jedoch auch kein Licht ins Dunkel bringen: «In Barcelona herrscht Chaos, so viele seltsame Dinge passieren. Es ist Chaos. Ich habe selbst nicht mit Messi darüber gesprochen. Also ich weiss ehrlich gesagt nicht, wie die Lage ist», erklärte er gegenüber dem holländischen TV-Sender NOS.

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De Jong im Interview mit dem TV-Sender NOS. Video: streamable

De Jong führte aus, dass es ein schwerer Schlag für die Mannschaft und den Verein sein werde, wenn Messi wirklich gehe. «Wenn ich nach den Länderspielen zurückkomme, werde ich sehen, was im Verein passiert ist. Ich hoffe, dass Messi immer noch da ist, wenn ich zurückkomme, aber das liegt nicht an mir.» Ein kleines Detail konnte De Jong dann aber doch noch verraten: «Messi ist immer noch in unserer WhatsApp-Gruppe.»

Real Madrids Captain Sergio Ramos, der mit Spanien in der Schweiz-Gruppe gegen Deutschland antritt, würde sich über einen Messi-Verbleib freuen: «Für den spanischen Fussball, für Barcelona und für uns wäre es toll, wenn er bleibt. Er macht die Liga besser und die Clásicos schöner», erklärte der Muskelprotz. «Man will immer die Besten schlagen und er gehört zu den Besten der Welt. Aber es geht uns nichts an. Er hat es sich verdient, selbst über seine Zukunft zu entscheiden.»

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Sergio Ramos gibt Auskunft über Messi. bild: epa

Real-Teamkollege Toni Kroos ist dagegen anderer Meinung: «Wenn so einer beim Konkurrenten nicht mehr spielt, dann kann man sich vorstellen, dass wir das nicht unbedingt schlimm finden», sagte der deutsche Nationalspieler in seinem Podcast mit Bruder Felix. «Messi weg von Barcelona heisst: Barcelona fehlt eine absolute Waffe.»

Und noch etwas weiss Kroos: «Ich glaube, zu Real kommt Leo nicht, um das einmal kategorisch auszuschliessen», meinte Toni Kroos scherzhaft. Sein Tipp ist, dass Messi nach England zu Manchester City und damit zu seinem früheren Trainer Pep Guardiola wechselt.

Keine gewagte Prognose: Vieles deutet nach dem 750-Millionen-Paket, das die «Citizens» für Messi schnüren wollen, auf einen Wechsel auf die Insel hin. Der englische «Telegraph» zitierte heute eine der «Situation nahestehende Quelle», die behauptet, Bartomeu lasse seinen Superstar für 100 Millionen Euro zu Manchester City ziehen. (pre)

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