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epa08029816 Borussia Dortmund's head coach Lucien Favre reacts during a UEFA Champions League's group F soccer match between FC Barcelona and Borussia Dortmund at the Camp Nou Stadium in Barcelona, Spain, 27 November 2019.  EPA/ENRIC FONTCUBERTA

Am Samstag zum letzten Mal BVB-Trainer? Lucien Favre. Bild: EPA

«Für Favre könnte es bald heissen: Rien ne va plus» – deutsche Medien über den BVB-Trainer

Natürlich: Eine Niederlage auswärts beim FC Barcelona ist keine Schande. Aber die Art und Weise, wie Borussia Dortmund mit 1:3 verlor, war wenig überzeugend. Der Stuhl von Trainer Lucien Favre wackelt gehörig. Eine Presseschau im Nachbarland.



Erst komplett chancenlos beim 0:4 gegen Serienmeister Bayern München, den der BVB doch in diesem Jahr eigentlich angreifen und als Champion ablösen wollte. Dann ein 3:3 zuhause gegen Paderborn, wo Dortmund eine unterirdische erste Halbzeit einzog und den 0:3-Rückstand wenigstens noch korrigieren konnte. Und nun ein 1:3 im Camp Nou, wo die Borussia gegen den FC Barcelona nie in die Nähe eines Punktgewinns kam. Die «Bild»-Zeitung kündigt dem angeschlagenen Trainer Lucien Favre deshalb schonungslos an:

«Favre muss ins Job-Endspiel gegen Klinsi»

Am Samstag gehe es für Favre um alles, schreibt das Boulevardblatt. Dann geht es für den BVB zur Hertha nach Berlin, wo erstmals Weltmeister Jürgen Klinsmann als Trainer an der Seitenlinie steht. Favre selber sagt:

«Es ist eine schwierige Situation für uns alle. Aber ich bin zuversichtlich. Ich habe Vertrauen.»

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Das sagte Favre nach dem Spiel. Video: YouTube/Borussia Dortmund

Doch so zuversichtlich der Romand auch ist – die «Westdeutsche Allgemeine Zeitung» hält fest, dass Favre im Camp Nou «sein erstes Finale» verloren habe:

«Der Druck auf Trainer Favre wird nach dem 1:3 beim FC Barcelona nicht kleiner.»

Immerhin könne Favre ins Feld führen, dass seine Mannschaft deutlich besser als zuletzt aufgetreten sei, meint die WAZ, «und dass es immerhin gegen den Lionel Messi gegangen war, den besten Spieler der Welt, mit seinen auch recht starken Kollegen.» Andererseits sei der erhoffte Befreiungsschlag am Ende aber halt trotzdem ausgeblieben.

epa08029706 FC Barcelona's Lionel Messi (L) in action against Borussia Dortmund's Raphael Guerreiro (front), Julian Brandt (2-R) and Nico Schulz (R) during a UEFA Champions League's group F soccer match between FC Barcelona and Borussia Dortmund at the Camp Nou Stadium in Barcelona, Spain, 27 November 2019.  EPA/ENRIC FONTCUBERTA

Sinnbildlich: Gegen Messi sind die Dortmunder nur Zuschauer. Bild: EPA

Auch die «Süddeutsche Zeitung» sieht, dass die Zweifel an Trainer Favre wachsen. Wir lesen den schönen Satz: «Fünf Tage, nachdem die Dortmunder in der Bundesliga erhebliche Probleme mit Fussballern namens Streli Mamba, Gerrit Holtmann und Ben Zolinski vom SC Paderborn gehabt hatten, bekamen sie in der Champions League Torschützen namens Luis Suarez, Lionel Messi und Antoine Griezmann, allesamt in Diensten des FC Barcelona, erst recht nicht in den Griff.» Und:

«Das Leistungsroulette des Ballspiel-Vereins Borussia Dortmund geht munter weiter. Für den Trainer Lucien Favre könnte es deshalb bald heissen: Rien ne va plus.»

Davon, dass die Luft für den 62-jährigen Favre immer dünner werde, schreibt der «Express». Die Partie in Barcelona hätte für den Schweizer Trainer zur Kehrtwende werden sollen:

«Stattdessen entwickelte sich die Partie gegen Barcelona zum Offenbarungseid. Gegen übermächtige Katalanen gingen die Dortmunder regelrecht unter. Da half auch kein Aufbäumen in der zweiten Halbzeit mehr.»

Schon vor dem Spiel analysierte die «Zeit» gestern, dass Favres Taktik überholt sei. Sein Fussball sei nicht auf der Höhe der Zeit:

«Er ist einfach nicht das Mastermind, für den ihn manche in Deutschland und der Schweiz hielten. Die Borussia spielt auch unter Favre nicht wie ein Spitzenteam, auch wenn ihr manche gute Ergebnisse gelangen.»

Die Mannschaft sei «kein aufeinander abgestimmtes Kollektiv, mit klaren Positionen und Hierarchien, das den Ball gemeinsam nach vorn trägt und mit jedem Meter Raumgewinn den Druck auf den Gegner erhöht. Sie ist keine Elf, die das Geschehen und den Ball in die Hälfte des Gegners verlagert, ohne dass das eigene Tor in Gefahr gerät.» Favres Borussia spiele keinen klug organisierten Fussball. Sie bleibe deshalb auf Zufälle angewiesen, um Treffer zu erzielen. Die Prognose:

«Lucien Favre und Borussia Dortmund – das klappt nicht so richtig und es wird wohl auch nichts mehr zwischen den beiden.»

(ram)

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