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ARCHIVBILD ZUR MELDUNG, DASS ASSISTENZTRAINER PATRICK RAHMEN DEN FC BASEL INTERIMISTISCH BIS SAISONENDE WEITER TRAINIERT, AM DIENSTAG, 6. APRIL 2021 - Assistenztrainer Patrick Rahmen beim ersten Training des Jahres des FC Basel 1893 in Basel, am Mittwoch, 6. Januar 2021. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Hat bis Saisonende das Kommando auf dem FCB-Trainingsplatz: Patrick Rahmen. Bild: keystone

Wie lange darf Rahmen träumen? Verhandlungen über seine FCB-Zukunft stehen noch aus

Patrick Rahmen ist bis Sommer FCB-Trainer. Und darüber hinaus? Noch unklar. Mitbringen würde er vieles – vor allem den Rückhalt des Teams.

céline feller / ch media



Loyal, ruhig, bedacht, ein empathischer Fachmann mit einem guten Draht zu Spielern – egal ob jung oder alt. So wird Patrick Rahmen von Menschen beschrieben, die ihn gut kennen. Als einer, dem es immer um den Verein geht, um die Sache, und nicht um sich, sein Ego oder seine Selbstdarstellung. Als ein Typ, der Anstand lebt. Der nach seiner Entlassung beim FC Aarau nur eines beweist: Stil, dem Nachfolger Glück wünscht.

Es sind alles Attribute, die Patrick Rahmen sich zuschreiben darf. Seit Dienstagnachmittag ist er gar noch um eine Beschreibung reicher: Er ist Interimstrainer beim FC Basel. Nach der Entlassung Ciriaco Sforzas, dem Rahmen seit September als zweiter Assistent diente, wurde der Basler als jener Mann auserkoren, der den FCB aus der sportlichen Krise und von Rang 5 wieder zurück auf Platz 2 bringen soll. Mit Rahmen folgt nun der Mann, der seit vier Jahren Trainer hätte sein sollen, auf Sforza, der nie hätte Trainer werden dürfen in Basel.

Patrick Rahmen

Zur Person Patrick Rahmen kam am 3. April 1969 in Basel zur Welt. Als Sohn des ehemaligen FCB-Spielers Bruno Rahmen schlug der heute 52-Jährige selbst den Weg zum Profi-Fussballer ein. Rahmen kickte für Delsberg, Solothurn und YB, und ab 1987 ein erstes Mal für den FCB, seinen Herzensverein. Meister wurde er mit Basel aber nie. Nach der aktiven Karriere wurde Rahmen Trainer. Nach vier Jahren beim SC Dornach übernahm er die U18 des FCB, dann die U21. Sieben Jahre lang war er im FCB-Nachwuchs, ehe er 2011 als Co-Trainer von Ex-FCB-Coach Thorsten Fink zum Hamburger SV ging. Dort übernahm er kurzzeitig die Leitung der Nachwuchsabteilung, bevor er unter Joe Zinnbauer erneut Co-Trainer beim HSV wurde. Seinen ersten Cheftrainerposten übernahm Rahmen 2015 bei Biel. Danach war er Assistent bei Luzern und zuletzt, vor seinem Engagement als Assistent Ciriaco Sforzas, zwei Jahre lang Chefcoach beim FC Aarau. Als solcher führte er den FCA von einem Abstiegsplatz in die Barrage. Seit Dienstag ist er Interimscoach beim FC Basel. (cfe)

Die Geschichte zwischen dem 58-jährigen Rahmen und dem FCB ist eine aussergewöhnliche. Nicht, weil er bereits als Spieler beim FCB engagiert war, oder später als Nachwuchstrainer. Sondern, weil er seit der Übernahme des Vereins durch Bernhard Burgener bereits zweimal fast Cheftrainer wurde. Aber eben nur fast. Als perfekter Konzepttrainer mit Basler Hintergrund und dem Know-How aus der Jugendarbeit hatte er 2017 bereits eine Zusage – bis Raphael Wicky kam und Besitzer Burgener mit seiner Power-Point-Präsentation umstimmte.

Zwei Jahre später war Rahmen erneut der Auserkorene. Der damalige Sportchef Marco Streller wollte den ungeliebten Marcel Koller durch Rahmen ersetzen. Auch in diesem Fall waren sich alle einig, gar ein Communiqué soll bereit zur Versendung gewesen sein – bis sich Burgener über Nacht umstimmen liess.

ARCHIV --- ZUM RUECKTRITT VON MARCO STRELLER ALS VERWALTUNGSRAT VOM FC BASEL AM DONNERSTAG, 12. SEPTEMBER 2019, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES HISTORISCHES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Der Sportchef des FC Basel, Marco Streller, nach einem TV Interview vor dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League, des FC Basel gegen den FC Luzern, am Mittwoch, 26. September 2018, im Stadion St. Jakob-Park  in Basel. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Basels ehemaliger Sportchef Marco Streller wurde von Präsident Bernhard Burgener überstimmt. Bild: KEYSTONE

Gespräche über Rahmens Zukunft stehen noch aus

Als er im September 2020 dann doch zum FCB kam, sprang er über seinen Schatten, indem er Assistent statt Chef wurde in Basel. Der Schritt zurück war einer, der von vielen vor allem unter dem Aspekt der Chance verstanden wurde, Sforza dereinst zu ersetzen, wenn dieser scheitern sollte. So, wie es jetzt eingetroffen ist. Rahmen ist nun da, wo er schon zweimal fast war: Auf dem Chefposten in Basel.

Burgener setzt also auf jenen Mann, dessen Ernennung er jeweils kurzfristig verhindert hatte. Nichtsdestotrotz ist es für den Ur-Basler ein Traum, der nun endlich in Erfüllung geht. Die grosse Frage ist nur: Wie lange darf er träumen?

Rahmen hat in Basel einen langfristigen Vertrag. Dieser ist jedoch nicht an seine aktuelle, interimistische Beförderung zum Cheftrainer gebunden, sondern an seine Position als Assistenztrainer. Wie und inwiefern sein Vertrag angepasst wird, ist noch nicht klar.

Wie rund um den Verein zu vernehmen ist, werden die entsprechenden Gespräche erst noch in absehbarer Zukunft geführt. Primär soll Rahmen jetzt Zeit haben, sich um die Mannschaft zu kümmern und eine Reaktion gegen Luzern zeigen zu können. Sein Trumpf dabei: Das Team steht hinter ihm, wollte ihn schon lange als Ersatz für den angezählten Sforza. Entsprechend euphorisch soll am Dienstag die Neuigkeit in der Kabine aufgenommen worden sein. Der neue Mann wird teamintern sehr geschätzt.

Soll Patrick Rahmen auch nächste Saison Cheftrainer beim FCB sein?

Rahmen hat seinen Assistenten gefunden

Auch gegen aussen wäre er die perfekte Lösung mit Lokalkolorit und Fachwissen. Stimmt es auf dem Platz auch resultat- und leistungstechnisch, wäre er folglich durchaus ein valabler Kandidat über den Sommer hinaus. Entschieden ist aber noch nichts. Die ganze Unsicherheit rund um die Vereinsführung macht die Planung der Zukunft für den Verein und Rahmen selbst noch komplizierter.

Zu viele Fragen sind offen. Bleibt Burgener? Oder kommt David Degen? Würden sie beide auf ihn setzen, oder nur einer? Oder keiner? Kommt doch noch Fabio Celestini, der in Basel noch immer ein Thema zu sein scheint, wie aus Luzern zu hören ist? Und was will eigentlich Rahmen selbst? Fragen, deren Beantwortung noch warten müssen.

Geklärt ist dafür zumindest, wen Rahmen bis Saisonende an seiner Seite haben wird: den 32-jährigen Ognjen Zaric, der seit vergangenem Sommer das U18-Team des FC Basel betreut.

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Die turbulente FCB-Zeit unter Präsident Burgener

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