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epa09278265 Ciro Immobile (C) of Italy celebrates scoring the 3-0 lead during the UEFA EURO 2020 group A preliminary round soccer match between Italy and Switzerland in Rome, Italy, 16 June 2021.  EPA/Andreas Solaro / POOL (RESTRICTIONS: For editorial news reporting purposes only. Images must appear as still images and must not emulate match action video footage. Photographs published in online publications shall have an interval of at least 20 seconds between the posting.)

Ciro Immobile setzt mit dem 3:0 den Schlusspunkt. Bild: keystone

Italien erteilt der Schweiz eine Lektion und gewinnt hochverdient mit 3:0

Die Schweiz steht an der EM nach zwei sieglosen Spielen und mit nur einem Punkt mit dem Rücken zur Wand. Gegen Italien verlor sie in Rom auch in der Höhe verdient 0:3. Manuel Locatelli traf zwei Mal (26./52.), Ciro Immobile setzte den Schlusspunkt in der 89. Minute.



Das Beste an diesem Abend im Römer Olympiastadion war aus Schweizer Sicht, dass die SFV-Auswahl noch immer Chancen auf die Achtelfinal-Qualifikation hat. Gewinnt sie am Sonntag zum Abschluss der Vorrunde in Baku gegen die Türkei, ist sie mit vier Punkten mindestens Gruppendritter. Das müsste im Normalfall reichen für die K.o.-Phase. Italien steht derweil nach dem zweiten 3:0-Sieg als erster Achtelfinalist fest.

Die Ausgangslage in der Gruppe A vor der letzten Runde

In der Gruppe A steht Italien als erster Achtelfinalist fest. Neben den besten zwei jeder Gruppe qualifizieren sich auch vier der sechs Gruppendritten für die Achtelfinals. Die Schweizer Ausgangslage vor der letzten Runde am Sonntag:
Die Schweiz wird Gruppenzweiter...
- wenn sie gegen die Türkei gewinnt, Wales gegen Italien verliert und die Schweiz im Vergleich mit Wales sechs oder mehr Tore aufholt
- wenn sie gegen die Türkei gewinnt, Wales gegen Italien verliert, die Schweiz im Vergleich mit Wales fünf Tore aufholt und insgesamt mehr Tore als Wales geschossen hat
- wenn sie gegen die Türkei gewinnt, Wales gegen Italien verliert, die Schweiz im Vergleich mit Wales fünf Tore auf
holt, insgesamt gleich viele Tore geschossen hat und gleich viele oder weniger Strafpunkte aufgrund Gelber und Roter Karten hat
Die Schweiz wird Gruppendritter...
- wenn sie gegen die Türkei gewinnt und Wales gegen Italien mindestens einen Punkt holt
- wenn sie gegen die Türkei gewinnt, Wales gegen Italien verliert, die Schweiz im Vergleich mit Wales aber nicht mehr als vier Tore aufholt
- wenn sie gegen die Türkei gewinnt, Wales gegen Italien verliert, die Schweiz im Vergleich mit Wales fünf Tore aufholt, insgesamt aber weniger Tore als Wales geschossen hat
- wenn sie gegen die Türkei gewinnt, Wales gegen Italien verliert, die Schweiz im Vergleich mit Wales fünf Tore aufholt, insgesamt gleich viele Tore geschossen hat, aber mehr Strafpunkte aufgrund Gelber und Roter Karten hat
- wenn sie gegen die Türkei Remis spielt

Als Schiedsrichter Karasew das Spiel abpfiff, muss das für die Schweizer wie eine Erlösung gewesen sein. Sie hatten soeben eine Partie erlebt, wie schon lange nicht mehr. Sie hatten erleben müssen, wie viel an Qualität fehlt zu einem Top-Team. Hier war es nicht die Probebühne der Nations League. Hier war es die EM-Endrunde, an welcher der Gegner, ein Mitfavorit auf den Titel, Ernst machte. Und so wurde es ein Spiel, in welchem die Schweizer nur Staffage waren beim Sturmlauf der Italiener.

Von Beginn an ohne Chance

Die Leiden der Schweizer fingen früh an, eigentlich ohne Verzögerung. Ciro Immobile, der beste italienische Torschütze der Serie A, hatte die erste grosse Chance mit dem Kopf nach einem Vorstoss von Leonardo Spinazzola über die linke Seite. Gerade mal elf Minuten waren da gespielt. Kurz darauf hatten die Schweizer Glück, dass der VAR ein Tor von Giorgio Chiellini wegen Handspiels annullieren liess (19.). Doch schon da spürte man: Das kann nicht lange gut gehen.

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Video: streamable

Das tat es auch nicht, denn sieben Minuten später führte Italien dann doch. Manuel Locatelli leitete den Angriff mit einem gerissenen Seitenwechsel ein und schloss ihn Sekunden später vor dem leeren Tor ab. In der Zwischenzeit war Ricardo Rodriguez am Flügel von Domenico Berardi überlaufen worden, und kam in der Mitte Remo Freuler Locatelli nicht hinterher. Die Szene war Dokument italienischer Spielfreude und Schweizer Überforderung.

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Das 1:0 durch Locatelli (26.) Video: streamable

Es ging in diesem Stil weiter. Stürmende Italiener und leidende Schweizer. Und man fragte sich, weshalb Vladimir Petkovic diesem überragenden italienischen Mittelfeld mit Doppel-Torschütze Locatelli, Champions-League-Sieger Jorginho und Nicolo Barella von Meister Inter Mailand ein 3-4-1-2 gegenüberstellte. Das italienische Trio zündete ein Feuerwerk, unterstützt durch die Flügel Domenico Berardi und Lorenzo Insigne, ab und zu auch durch den Aussenverteidiger Spinazzola. Ja, diese Squadra Azzurra brachte Spielfreude, Raffinesse und taktische Qualität fast ohne Ende auf den Platz.

Remo Freuler und Granit Xhaka waren im Zentrum jedenfalls stets in Unterzahl und ohne Einfluss – der Schweizer Dreimann-Sturm mit Xherdan Shaqiri, Breel Embolo und Haris Seferovic hing vorne entsprechend in corpore in der Luft. Kevin Mbabu und Ricardo Rodriguez waren auf den Seiten nur schon dem Tempo ihrer Gegenspieler nicht gewachsen. Kurz: Die Schweizer waren von A bis Z unterlegen.

Dass Petkovic nach der Pause den Mittelstürmer Seferovic durch Mario Gavranovic ersetzte, war bloss Kosmetik. Es änderte weder taktisch noch an der Richtung des Spiels etwas. Kaum hatte die zweite Hälfte begonnen, verschlimmerte sich die Situation weiter. Zwei, drei Pässe am Schweizer Strafraum, und Locatelli stand 18 Meter vor dem Tor frei, nahm Mass und traf zum zweiten Mal (52.)

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Das 2:0 durch Locatelli (52.) Video: streamable

Erst jetzt, mit dem beruhigenden Vorsprung im Rücken, liessen die Italiener die Schweizer ein wenig zum Atmen kommen. Die Schweiz bekamen ihre Spielanteile, und auch die eine oder andere Szene im gegnerischen Strafraum. Xherdan Shaqiri schoss einmal darüber, ein Abschluss des eingewechselten Steven Zuber wurde abgeblockt. Es waren wie das späte haltbare dritte Gegentor durch Immobile wertlose Muster für die Statistikblätter.

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Das 3:0 durch Immobile (89.) Video: streamable

Das Verdikt war nämlich längst gesprochen. Die Schweizer wurden dominiert wie nie mehr seit einem 0:2 in Portugal vor knapp vier Jahren in der WM-Qualifikation. Damals wurden die Schweizer in die Barrage gegen Nordirland relegiert. Auch dieses Mal kriegen sie eine letzte Chance. Am Sonntag braucht es gegen die Türkei einen Sieg, um vielleicht doch noch in die Achtelfinals vorzustossen.

Italien - Schweiz 3:0 (1:0)
Olympiastadion, Rom. - 12'445 Zuschauer. - SR Karassew (RUS). -
Tore: 26. Locatelli (Berardi) 1:0. 52. Locatelli (Barella) 2:0. 89. Immobile (Toloi) 3:0.
Italien: Donnarumma; Di Lorenzo, Bonucci, Chiellini (25. Acerbi), Spinazzola; Barella (86. Cristante), Jorginho, Locatelli (86. Pessina); Berardi (69. Toloi), Immobile, Insigne (69. Chiesa).
Schweiz: Sommer; Elvedi, Schär (58. Zuber), Akanji; Mbabu (58. Widmer), Freuler (84. Sow), Xhaka, Rodriguez; Shaqiri (76. Vargas); Embolo, Seferovic (46. Gavranovic).
Bemerkungen: Italien ohne Florenzi (verletzt). 19. Tor von Chiellini wegen Handspiels annulliert (VAR). 25. Chiellini verletzt ausgeschieden. Verwarnungen: 49. Gavranovic (Foul). 79. Embolo (Foul).

(zap/sda)

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