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Sions Itaitinga, links, im Kampf um den Ball gegen Basels Luca Zuffi, rechts, im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem FC Sion im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Mittwoch, 9. Dezember 2020. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Luca Zuffi: «Der Cup ist vielleicht unsere letzte Chance auf einen Titel.» Bild: keystone

Interview

FCB-Mittelfeldspieler Luca Zuffi im Interview: «Schmerzmittel gehören dazu»

Vor dem Cupspiel gegen seinen Heimatklub Winterthur spricht FCB-Stratege Luca Zuffi über den schwierigen Weg zurück zu alter Stärke, seine junge Konkurrenz und Losglück.

jakob weber/ ch media



Wie haben Sie den neusten Rückschlag gegen Zürich verarbeitet?
Luca Zuffi: Es kam wieder nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Das Spiel war ausgeglichen. Aber im Moment belohnen wir uns nicht. Wir machen es zu wenig gut, um die Punkte am Ende auch zu holen.

Sie sassen in Zürich 90 Minuten auf der Bank. Ist das noch schlimmer, wenn das eigene Team verliert?
Man will am liebsten auf den Platz gehen und helfen. Aber es spielen halt nun mal nur die, die der Trainer am Spieltag aufstellt. Am Sonntag war ich das nicht, ich kann damit aber auch gut umgehen und die Entscheidungen akzeptieren.

War die Pause also nicht abgesprochen, um das Knie zu schonen?
Ich kämpfe nach meinem Kreuzbandriss immer noch mit Schmerzen. Auch am linken Innenband hatte ich in den letzten Wochen immer wieder Probleme. Topfit bin ich von den Schmerzen her nicht. Aber fit genug, um zu spielen.

Wie entscheiden Sie selber, wie viel Schmerzen zu viele wären?
Wenn es zu viel wäre, würde ich mich sicher melden. Das ist im Moment aber nicht der Fall. Ich mache viel Physio und pflege das Knie, damit es nicht schlimmer wird, wenn ich es belaste. Ich werde sicher noch ein paar Monate mit Schmerzen spielen müssen.

Nehmen Sie Schmerztabletten?
Je nach dem. Wenn es schlimmer ist, nehme ich etwas. Aber grundsätzlich bin ich kein Fan von Schmerzmitteln, weil es nachher dann oft wieder schlimmer wird. Ich versuche, möglichst ohne auszukommen. Aber manchmal geht es nicht anders. Schmerzmittel gehören in unserem Sport dazu.

Was ist mit den Langzeitfolgen?
Da mache ich mir keine grossen Gedanken. Es ist ja nicht so, dass ich täglich drei Tabletten schlucke, sondern nur gelegentlich eine vor einem Spiel – und das auch immer mit unseren Ärzten abgesprochen.

Sie erleben aktuell die erste Phase beim FCB, in der Sie nicht mehr unangefochtener Stammspieler sind. Mal bekommen Yannick Marchand oder Orges Bunjaku den Vorzug. Jetzt hat der FCB auf Ihrer Position auch noch Matías Palacios geholt. Wie gehen Sie damit um?
Ich gebe einfach mein Bestes, wenn ich spielen kann. Das ist zwar im Moment nicht ganz einfach wegen der Verletzung und der Schmerzen. Aber ich bin mit meinen Einsatzzeiten seit dem Comeback sehr zufrieden. Ab und zu ein Spiel auszusetzen ist okay.

Basels Cheftrainer Ciriaco Sforza im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Zuerich und dem FC Basel im Letzigrund, am Sonntag, 14. Februar 2021 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

FCB-Trainer Ciriaco Sforza will Luca Zuffi langsam wieder ans Team heranführen und setzt nach dessen Comeback noch nicht in jedem Spiel auf ihn. Bild: keystone

Was fehlt noch, bis wir den alten Luca Zuffi wieder sehen?
Es braucht einfach Zeit, bis man die Sicherheit und das Vertrauen in den eigenen Körper wieder hat. Auch der Spielrhythmus kommt immer mehr. Dazu müssen auch die Schmerzen verschwinden. Ich bin überzeugt, dass ich diese Zeit bekomme und dann auch wieder mein Toplevel erreiche.

Ihr Vertrag läuft aus. Sie würden gerne bleiben.
Die Gespräche laufen, und ich spüre, dass der FCB weiss, was er an mir hat. Aktuell sieht es so aus, als ob ich bleiben werde. Das ist zumindest unser Plan. Meiner und der des FCB.

Haben Sie schon einen Masterplan für nach der Karriere?
Nein, den gibt es noch nicht. Ich will noch ein paar Jahre Fussball spielen und dann vielleicht etwas in Richtung Juniorentrainer machen.

Aktuell müssen Sie mithelfen, den FCB irgendwie wieder in die Erfolgsspur zu hieven. Haben Sie eine Erklärung, warum ein auf dem Papier so gut besetztes Team in dieser Saison so schlecht spielt?
Es ist wirklich schwer, das zu erklären. Klar ist jedes Team gegen uns topmotiviert, vor allem wenn wir etwas angeschlagen sind. Wir müssen oft das Spiel machen und haben gegen tief stehende Mannschaften Schwierigkeiten, zu Torchancen zu kommen.

Sie haben hier auch die guten Zeiten erlebt. Was fehlt heute im Vergleich zu früher?
Auch das ist schwer zu sagen. Als ich 2014 hierher kam, hatten wir ein Riesenkader mit unzähligen Nati-Spielern. Aber auch in dieser Saison haben wir eine gute Mannschaft, mit der eigentlich mehr drinliegen sollte.

Fehlt die letzte Entschlossenheit, weil viele vom aktuellen FCB schon viele Titel gewonnen haben?
Ich glaube nicht, dass hier einer schon zu viele Titel gewonnen hat. Daran liegt es sicher nicht. Schliesslich muss jeder selber diesen Willen auf den Platz bringen. Sonst ist er definitiv fehl am Platz.

War das Team früher anders mit Niederlagen umgegangen als heute?
Das würde ich nicht sagen. Enttäuscht waren wir immer. In dieser Saison kommt es einfach häufiger vor. Da probierst du, noch mehr zu analysieren. Die Video-Sitzungen sind etwas länger, weil wir mehr nach Gründen und Lösungen suchen. Aber es ist nicht immer so einfach, das am TV Gesehene dann auch auf dem Rasen umzusetzen.

Am Montag hing am Bahnhof wieder ein Protestbanner gegen die Führung. Sind die grundlegenden Probleme des Klubs auch ein Grund für die schlechten Resultate?
Wir Spieler kriegen nicht alles mit, was rund um den Verein passiert. Wir müssen uns auf unseren Job konzentrieren, dann geht es mit dem FCB automatisch wieder bergauf.

Heute gibt es die nächste Gelegenheit dazu: Im Cup geht es zum fünften Mal in den letzten neun Jahren gegen den FC Winterthur. Ist das noch Zufall, oder wird da bei der Auslosung geschummelt?
(lacht). Das haben wir uns auch schon gefragt. Am Anfang war das speziell für mich, vor allem, weil mein Vater bei Winterthur Assistenztrainer war. Mittlerweile ist dieses Duell fast schon zur Gewohnheit geworden.

Aber die Zuffis haben bei der Auslosung nicht ihre Finger im Spiel?
Nein, definitiv nicht (lacht).

Luca und Dario Zuffi

Luca Zuffi mit seinem Vater Dario Zuffi. Beide spielten für Winterthur und den FC Basel. Bild: Instagram/lucazuffiofficial

Ohne Fans sind die Duelle gegen den Heimatklub auch nicht mehr dasselbe.
Stimmt, aber es ist irgendwie trotzdem schön, gegen Winterthur zu spielen.

Hat der Cup, jetzt wo die Meisterschaft unerreichbar scheint, einen grösseren Stellenwert für den FCB?
Wir wollen den Cup auf jeden Fall holen. Vier Spiele tönt nach sehr wenig, aber es sind vier hohe Hürden, die wir nehmen wollen. Der Cup ist vielleicht unsere letzte Chance, in diesem Jahr noch einen Titel zu holen.

Früher haben Sie die wichtigen Spiele meistens gewonnen. In dieser Saison tun Sie sich schwer, auf den Punkt Topleistungen zu bringen.
Vielleicht liegt das an den Fans, die uns in diesen wichtigen Spielen immer gepusht haben. Die fehlen uns im Moment sehr. Jetzt liegt es an uns, dass wir uns in diesen Finalspielen gegenseitig zu Höchstleistungen pushen.

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