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10-Milliarden-Deal am Ende: Credit Suisse löst umstrittene Supply-Chain-Finance-Fonds auf



CS legt US-Rechtsstreit mit Zahlung von 600 Millionen Dollar bei. (Archiv)

Bild: sda

Die Credit Suisse (CS) löst ein hoch umstrittenes Fondsprodukt nun auf. Investoren in die vier «Supply-Chain-Finance-Fonds», für welche die CS mit der angeschlagenen australischen Finanzgesellschaft Greensill zusammengearbeitet hat, erhalten nun per Anfang kommender Woche erste Rückzahlungen.

Die Grossbank hatte bereits zu Wochenbeginn die Zeichnungen sowie die Rücknahmen für die in Schieflage geratenen Fonds ausgesetzt. Das Volumen der nun aufzulösenden Fonds dürfte laut Insidern insgesamt rund 10 Milliarden Dollar betragen, betroffen sollen demnach «unter 1000» qualifizierte Investoren mehrheitlich ausserhalb der Schweiz sein.

Die CS begründet die Auflösung in einer Mitteilung vom Freitag mit «Bewertungsunsicherheiten» in Bezug auf bestimmte Vermögenswerte der Fonds. Die Bank war aber auch zunehmend in Schwierigkeiten geraten, neue Investitionen in die Fonds zu versichern – offenbar sprangen Versicherungsgesellschaften ab. Dazu kämen «erhebliche Herausforderungen bei der Beschaffung geeigneter Vermögenswerte», schreibt die CS.

Denselben Schritt wie die CS hatte diese Woche bereits der Asset Manager GAM getan. Der Zürcher Vermögensverwalter gab am Dienstag bekannt, seinen «GAM Greensill Supply Chain Finance Fonds» mit einem Gesamtvermögen von 842 Millionen US-Dollar aufzulösen.

Betroffen von der Auflösung sind bei der CS vier Fonds. Eine erste Auszahlung in Höhe von rund 80 Prozent der verfügbaren liquiden Mittel ist nun für den kommenden Montag für die drei in Luxemburg domizilierten Fonds und später in der gleichen Woche für den in Liechtenstein domizilierten Fonds vorgesehen.

Per Mittwoch betrugen die liquiden Mittel des grössten der vier Fonds – der CS (Lux) Supply Chain Finance Fund – knapp 39 Prozent der gesamten Anlagesumme. Die drei kleineren Fonds, in denen etwa zwei Drittel der gesamten Vermögen investiert sind, wiesen zu dem Zeitpunkt Deckungsgrade von rund 18 Prozent, 55 Prozent und 70 Prozent aus.

Bei den «Supply Chain Finance»-Fonds geht es darum, Forderungen von Lieferanten an Unternehmen vorzufinanzieren. Laut Kritikern können durch diese Methode etwa auch steigende Unternehmensschulden verschleiert werden.

Gemäss Medienberichten hat die Credit Suisse zudem Lex Greensill, dem Gründer der gleichnamigen australischen Finanzgesellschaft, ein Darlehen von bis zu 160 Millionen Dollar gewährt. Inwiefern dieses durch Sicherheiten gedeckt ist, ist allerdings unklar. Die CS wollte zu den Berichten zum Darlehen an Greensill mit Hinweis auf das Bankkundengeheimnis keine Stellung beziehen.

In den vergangenen Tagen war die CS-Aktie wegen der Berichterstattung rund um die Greensill-Fonds etwas unter Druck geraten. Am Freitag geben die Titel der zweitgrössten Bank mit aktuell einem Minus von 1,2% erneut etwas stärker nach als der Gesamtmarkt. (aeg/awp/sda)

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