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«Nachhaltiger und asiatischer» – so sieht die Finma den Finanzplatz Schweiz 2030



Die seit Jahresanfang amtierende Verwaltungsratspräsidentin der Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma, Marlene Amstad, hat ihre Vorgehensweise für den Finanzplatz Schweiz vorgestellt. «Ich glaube, wir stehen an einer Zeitenwende», sagte sie der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Mittwoch.

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Paradeplatz in Zürich. Bild: sda

Nach der Finanzkrise von 2008/09 habe sich die Schweiz gut zehn Jahre lang mit den Kapital-, Liquiditäts- und Sanierungsvorschriften beschäftigt. «Diese Arbeit ist nun mehrheitlich erledigt», hiess es. «Jetzt widmen wir uns vermehrt vorausschauend strategischen Fragen. Wie wird der Finanzplatz 2030 oder 2040 aussehen?», erklärte sie.

Der Finanzplatz werde sicher digitaler sein als heute, sagte die Finma-Verwaltungsratspräsidentin. Zudem werde er nachhaltiger und wahrscheinlich asiatischer geprägt sein, hiess es zudem.

Amstad hält Asien für ein grosses Zukunftsthema, weil etwa China mittlerweile fünf der zehn weltgrössten Banken beherberge. Ausserdem sei das Reich der Mitte der zweitgrösste Anleihen- und Aktienmarkt sowie der drittgrösste Markt für Venture Capital. «Mittel- bis längerfristig werden die Schweizer Finanzinstitute um asiatische Märkte, Behörden, Institutionen und Kunden kaum herumkommen», betonte sie. Aber alle drei Entwicklungen seien wichtig für die Schweiz, sagte sie. Viele müsse die Schweiz international diskutieren, hiess es weiter.

Rückweisung von Kritik

Dass die Finma zu viel reguliert, sieht die Finma-Präsidentin so nicht. «Rund 80 Prozent der Bestimmungen sind durch Parlament und Bundesrat vorgegeben. Diese gilt es im Alltag anzuwenden», führte sie gegenüber der «NZZ» aus. Und damit transparent werde, wie die Finma das tue, erlasse sie Rundschreiben. «Natürlich gibt es Kritik», erklärte Amstad diesbezüglich. Aber es gebe aber auch viele Stimmen, die Rechtssicherheit fordern und den Rechtsrahmen früher und genauer ausgestaltet wissen wollten.

Und dass die Behörde häufiger gegen Einzelpersonen vorgehe, begründete die Finma-Präsidentin damit, dass der Gesetzgeber der Behörde bewusst keine Bussenkompetenz für Unternehmen gegeben habe, weil Bussen kaum präventiv wirkten. «Werden dagegen Personen individuell zur Rechenschaft gezogen, führt dies eher zu den erwünschten Verhaltensänderungen», erklärte sie. (sda)

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