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Arbeitslosenquote steigt auf 3,7 Prozent – 1,1 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr



Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz ist zu Beginn des neuen Jahres weiter in die Höhe geklettert. Gleichzeitig hatten im November im Zuge der zweiten Coronawelle deutlich mehr Betriebe Kurzarbeit angemeldet.

Die Arbeitslosenquote stieg im Januar im Vergleich zum Vormonat Dezember auf 3,7 von 3,5 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Montag mitteilte. Über das gesamte Jahr 2020 gesehen hatte die Quote im Durchschnitt bei 3,1 Prozent betragen.

Sicht in einen geschlossenen Geschenkartikelladen, am Freitag, 1. Mai 2020, in Thun. Um zwangsgeschlossene Kleinbetriebe zu entlasten, schlaegt der Verband Immobilien Schweiz (VIS) der Wirtschaftskommission des Staenderates einen Mieterlass von zwei Monatsmieten vor. Das Parlament wird darueber voraussichtlich an der Sondersession naechster Woche entscheiden. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Zum Jahresende hin haben erneut mehr Betriebe einen Antrag auf Kurzarbeit gestellt, insbesondere in der Gastronomie und im Detailhandel. Bild: KEYSTONE

Die Arbeitslosenquote ist üblicherweise saisonalen Schwankungen unterworfen, weil es in den Wintermonaten etwa auf dem Bau, in der Landwirtschaft und in der Gastronomie weniger Arbeit gibt. Die vom Seco um die saisonale Faktoren bereinigte Arbeitslosenquote verharrte im Januar bei 3,5 Prozent.

Insgesamt waren in der Schweiz im Januar 169'753 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) als arbeitslos gemeldet. Das waren 6208 mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag die Zahl massiv höher, nämlich um 48'735 Personen.

Zunahme der Kurzarbeit

Die Coronakrise hat auf dem Schweizer Arbeitsmarkt somit deutlich Spuren hinterlassen. Im Januar vor einem Jahr – also noch vor Ausbruch der Corona-Pandemie – hatte die Arbeitslosenquote 2,6 Prozent betragen. Zudem sind viele von der Coronakrise betroffene Arbeitnehmende in der Kurzarbeit gelandet.

Die Kurzarbeit hat mit der zweiten Coronawelle und weiteren Betriebsschliessungen insbesondere im Detailhandel und in der Gastronomie zum Jahresende hin wieder an Bedeutung gewonnen. Offiziell liegen allerdings zur Kurzarbeit erst die Werte für den November vor. Damals waren laut den Angaben 296'592 Personen von der Kurzarbeit, 77'204 mehr als im Oktober.

Auch die Anzahl der von Kurzarbeit betroffenen Betrieb wuchs stark an. Sie erhöhte sich im November um 50 Prozent auf 34'311 Einheiten. Die ausgefallenen Arbeitsstunden nahmen ebenso deutlich auf 19,2 Millionen zu. Zum Vergleich: Im November 2019 waren nur 171 Betrieb in Kurzarbeit.

Stabile Jugendarbeitslosigkeit

Aufgeschlüsselt nach Alter stieg die Arbeitslosigkeit im Januar bei den Jugendlichen mit nur zusätzlich 72 als arbeitslos gemeldeten Personen am wenigsten stark. Die Quote bei den 15- bis 24-Jährigen blieb den auch zum Vormonat bei 3,4 Prozent stehen.

Bei den 25-49-Jährigen wuchs die Arbeitslosigkeit um 4,1 Prozent beziehungsweise um 4.135 Personen, bei den 50- bis 64-Jährigen nahm die Zahl der Arbeitslosen um 4,4 Prozent oder knapp 2000 Personen zu. Die entsprechenden Arbeitslosenquoten liegen bei 3,9 und 3,5 Prozent.

Das Seco hat derweil im Januar insgesamt 261'499 Stellensuchende registriert, 1181 mehr als im Vormonat. Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen erhöhte sich um 7715 auf 32'941. (sda/awp)

Seco rechnet in Wintermonaten mit weiterem Anstieg der Kurzarbeit

Für den Schweizer Arbeitsmarkt bleibt die Kurzarbeit auch im Zuge der zweiten Coronawelle ein wichtiger Pfeiler zur Stabilisierung in der Krise. Zum Jahresende hin haben erneut mehr Betriebe einen Antrag auf Kurzarbeit gestellt, insbesondere in der Gastronomie und im Detailhandel.

Die steigenden Voranmeldungen auf Kurzarbeit deuten laut Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), darauf hin, dass das Instrument über die Wintermonate wieder stärker genutzt werden wird. Im Januar hätten etwa 72'000 Betriebe für gut 760'000 Angestellte ein Gesuch eingereicht, sagte Zürcher am Montag an einer Telefonkonferenz.

Das bedeutet zwar nicht, dass alle Gesuche für den Bezug von Kurzarbeitsgeld auch ausgeschöpft werden. Die Zahlen zeigten aber auf, dass das Instrument der Kurzarbeit auch während der zweiten Coronawelle von den Firmen «massiv und an breiter Front» genutzt werde, erklärte Zürcher weiter.

Vom Höhepunkt im Monat April, als schweizweit für rund 1,3 Millionen Arbeitnehmende Kurzarbeitsgelder ausbezahlt wurden, ist das Seco allerdings noch weit entfernt. Nach aktuellsten Zahlen wurden im November Entschädigungen an gut 34'300 Betriebe für beinahe 300'000 Arbeitnehmende abgerechnet. Diese Angaben dürften noch leicht nach oben korrigiert werden, da die Arbeitgeber für die Beanspruchung der Gelder drei Monate Zeit haben.

Für die Wintermonate ist laut Zürcher bei der Kurzarbeit ein klar steigender Trend auszumachen. Insbesondere aus dem Gastgewerbe seien seit Dezember vermehrt Gesuche auf Kurzarbeitsentschädigung eingegangen und ab Januar auch aus dem Detailhandel. Diese Branchen leiden besonders stark unter den von der Politik verordneten Betriebsschliessungen. (sda/awp)

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