DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Finma-Chef hält noch schärfere Grossbanken-Regulierung für nötig



Die «Too-big-to-fail»-Gesetzgebung für Grossbanken in der Schweiz reicht aus Sicht des obersten Bankenaufsehers Mark Branson nicht aus. Noch bevor die neuen Regeln alle umgesetzt sind, strebt der Finma-Direktor bereits eine Verschärfung an.

«Wir sind gut unterwegs, aber es gibt noch einiges zu tun», sagte Branson im Interview mit den Zeitungen «Der Bund» und «Tages-Anzeiger» vom Freitag. Obwohl die Sicherheit sich erhöht habe, seien noch nicht alle Probleme gelöst, selbst wenn alle Anforderungen aus dem heutigen Gesetz dereinst erfüllt seien. «Weitere Anpassungen sind nötig.»

Swiss Financial Market Supervisory Authority FINMA Director Mark Branson speaks to  the media in Bern June 17, 2014. REUTERS/Thomas Hodel (SWITZERLAND - Tags: POLITICS BUSINESS)

«Gewisse Länder haben uns überholt»: Finma-Chef Mark Branson
Bild: THOMAS HODEL/REUTERS

Anpassungen seien laut Branson vor allem bei den Kapitalanforderungen notwendig. Einerseits hat er dabei die sogenannte «Leverage Ratio» im Blick, welche das Eigenkapital in Beziehung zu den ungewichteten Aktiven setzt.

«Die Schweiz sollte punkto gewichteter und ungewichteter Kapitalanforderungen für die Grossbanken zu den in dieser Beziehung international führenden Ländern gehören. Gewisse Länder haben hier aufgeholt oder uns sogar überholt», sagte Branson.

Andererseits hält er auch Massnahmen beim verlustabsorbierenden Kapital für nötig, mit dem die Stabilisierung einer Bank in Schieflage erleichtert werden soll. Auch dort brauche es Anforderungen, sagte Branson. «Wir sind uns alle einig, dass eine Quote für solche Instrumente kommen muss.»

Finma soll Abschreibungen anordnen können

Branson gibt zu bedenken, dass die speziellen Wandelanleihen, die etwa die Credit Suisse geschaffen habe, sich international nicht durchgesetzt hätten. Es stelle sich die Frage, ob die Schweiz auf etwas umschwenken solle, das internationalen Standards besser entspricht. «Gemeint sind Anleihen, die eine Klausel enthalten, dass die Finma im Abwicklungsfall eine Abschreibung anordnen kann.»

Als systemrelevante Banken gelten in der Schweiz die UBS, CS, Zürcher Kantonalbank, Raiffeisenbank und Postfinance. Nachdem das Parlament im Nachgang der Finanzkrise die Gesetzgebung angepasst hat, müssen sie besondere Anforderungen erfüllen - einige davon allerdings erst in den nächsten Jahren. Die Finma entscheidet für jedes Institut, welche Anforderungen erforderlich sind. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Die Schweiz zieht immer mehr Millionäre an – das steckt dahinter

In der Schweiz ist die Dichte an Millionärinnen und Millionären so hoch wie nirgends sonst. Viele sind schon da, aber es kommen immer mehr. Corona trägt dazu bei.

Seit Jahrzehnten ziehen Superreiche aus aller Welt in die Schweiz: Banken, Diskretion, Sicherheit und atemberaubende Kulisse sind einige Gründe dafür. Die Corona-Pandemie beflügelt nun den Run: «Die Pandemie löste einen Nachfrageboom nach Luxusimmobilien aus», berichtet die UBS. Die höchsten Quadratmeterpreise werden in der Gemeinde Cologny bei Genf erzielt. Dort kostet ein einziger Quadratmeter über 35'000 Franken.

Corona habe die Sehnsucht vieler nach einem sicheren Hafen verstärkt, glauben …

Artikel lesen
Link zum Artikel